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02/10/2015 10:27 CEST | Aktualisiert 02/10/2016 07:12 CEST

So geht Festival

Erika Goldring via Getty Images

Am 26./27. September feierte in Franklin, Tennessee, das Pilgrimage-Festival seine Premiere. Ein cooles Gipfeltreffen der Americana- und Country-Rockszene mit Steven Tyler, Weezer, Wilco, Willie Nelson und Sheryl Crow - und gleichzeitig idyllisches Familien-Event.

Geht nicht? Familienveranstaltung und cooles Event grenzen sich aus? Möchte man glauben. Doch die Veranstalter um Better Than Ezra-Sänger Kevin Griffin bewiesen mit dem zweitägigen Musik- und Kulturspektakel das Gegenteil.

So pilgerten an beiden Festivaltagen Fans jeden Alters auf das idyllisch grünwiesige, hügelige Gelände der Pferdefarm des Harlinsdale Park vor den Toren von Franklin, Tennessee: Teenager, Großstadt-Hipster um die 20, Neo-Hippies um die 30, die gesetzten Rock- und Country-Gemeinde in den 50ern und viele deutlich ältere Senioren.

Für Kids - die bis zum Alter von zehn Jahren freien Eintritt hatten - stand ein putziger Spielplatz und die „Little Pilgrims"-Stage mit interaktivem Musikprogramm bereit.

Überhaupt scheint die Festivalkultur in den Südstaaten eine andere zu sein als in Europa. Es ist mehr ein: Picknick mit Musik. Ein Chillen in schöner Umgebung. Ein Tag mit Freunden, mit Musik, Bier und BBQ. So brachten viele Besucher Decke, Kühltasche und Klappstuhl mit, um gemütlich den gebotenen Klängen zu lauschen.

Und davon gab es reichlich. Die 35 Acts der drei großen, angenehm nah beieinander liegenden Bühnen, boten ein Programm für - ja, doch - die ganze Familie.

Das Jungvolk headbangte bei Cage The Elephant (in USA ein Top-Act), Weezer, Wilco und John & Jacob; die graumelierten Pilger ließen sich die moderateren Shows von Dr. John, Willie Nelson, Sheryl Crow, der legendären Preservation Hall Jazz Band aus New Orleans und von Aerosmith-Sänger Steven Tyler, dem Country-Neuling und Rock-Veteran, nicht entgehen.

Dass das Pilgrimage-Festival kein zweites Lollapalooza oder Bonnaroo-Festival ist - und wohl auch nicht werden möchte - machte aber nicht nur das ambivalente Line-Up klar. Es zeigte sich auch in vielen weiteren Details: Der Bazar bot Handwerk und Speisen aus eigenen Werkstätten und Küchen, hier und dort fanden sich Hängematten und Sitzgelegenheiten und das Rahmenprogramm bot - gute Idee! - Breakdance-Kurse und Yoga-Stunden an.

Das alles in Kombination mit einem auffallend höflichen Sicherheitspersonal sorgten für tiefenentspannte Wellness-Atmosphäre, wie man sie von deutschen Events so nicht kennt. Eine Aura, die offenbar auch die Künstler beflügelte.

Für manchen Kenner gehörten die Shows von Country-Urgestein Willie Nelson und von Aerosmith-Sänger Steven Tyler jedenfalls zu den besten ihrer langen Karrieren. Und das will bei einem 82- und 67-Jährigen durchaus etwas heißen.

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