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31/03/2016 07:11 CEST | Aktualisiert 01/04/2017 07:12 CEST

Kinderwunsch: Die 10 häufigsten Fehler

Morsa Images via Getty Images

Kinder kriegen ist vielleicht die schönste, aber nicht immer die einfachste Sache der Welt. Erfahren Sie, welche Fehler viele Kinderwunschpaare machen.

1. Spät mit der Familienplanung beginnen

Viele Frauen wollen erst beruflich erfolgreich sein, bevor sie Kinder bekommen. Besonders bei Akademikerinnen kann es eine Weile dauern, bis sie sich für ein Kind entscheiden. Manche sind Ende 30 oder Anfang 40, wenn sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen möchten.

Aber dann kann es schwierig werden, denn die Fruchtbarkeit nimmt ab 25 Jahren langsam ab. Mitte 20 liegt die Schwangerschaftsrate pro Zyklus knapp über 20 Prozent, Ende 30 nur noch bei rund 10 Prozent. Übrigens nimmt auch die Fruchtbarkeit der Männer mit dem Alter ab: Ein 20-jähriger Mann hat zwei Drittel mehr bewegliche Spermien als ein 50-jähriger.

2. Geschlechtsverkehr an unfruchtbaren Tagen haben

Viel hilft nicht immer viel: Manche Paare haben jeden Tag oder jeden zweiten Tag Sex, um möglichst schnell ein Kind zu zeugen. Frauen sind aber nur kurz nach dem Eisprung fruchtbar. Deshalb lohnt es sich, den Eisprung zu bestimmen (z.B. mit LH-Sticks) und 48 bis 24 Stunden vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr zu haben.

Der Tag vor dem Eisprung ist am günstigsten, um Geschlechtsverkehr zu haben: Die Samenzellen bleiben mehrere Tage im Körper der Frau und sind kurz nach dem Eisprung sofort einsatzbereit.

3. Rauchen, Shisha und andere Drogen

Paare können einiges tun, um schneller schwanger zu werden. Vor allem lohnt es sich, auf Nikotin zu verzichten: Die Chance, ein Kind zu zeugen, verringert sich bei Rauchern um bis zu 40 Prozent.

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Eine gesunde Ernährung und Sport sind ebenfalls empfehlenswert: Frauen mit Normalgewicht haben doppelt so hohe Chancen, schwanger zu werden wie Frauen mit Adipositas.

4. Folsäure vergessen

Die meisten Frauen wissen, dass sie in der Schwangerschaft Folsäure einnehmen sollten, um Fehlbildungen ihres Babys zu verhindern. Was vielen nicht bewusst ist: Schon sechs Wochen vor Eintritt der Schwangerschaft ist es sinnvoll, mit täglich 400 bis 800 µg die Speicher aufzufüllen. Da im Voraus schwer zu sagen ist, wann der Schwangerschaftstest positiv sein wird, ist Folsäure während der ganzen Kinderwunschzeit zu empfehlen.

5. Ungeduldig werden

Auch bei jungen, gesunden Paaren, die regelmäßig Geschlechtsverkehr haben, klappt es oft nicht sofort mit der Schwangerschaft.

Im Schnitt dauert es vier Monate, bis der Schwangerschaftstest positiv ist.

Wenn allerdings mehr als 12 Monate ins Land ziehen, sollten Paare schließlich einen Frauenarzt aufsuchen.

6. Stressiger Lebenswandel

Ein anstrengender Job, der Partner in einer anderen Stadt, Wochenendbeziehung und wenig Schlaf. Man kann nicht immer sofort alles ändern, aber Stress kann bei sensiblen Menschen die Fruchtbarkeit immens einschränken. Regelmäßiger Schlaf und Ruhepausen, um zu regenerieren, sind manchmal ein guter Anfang und der erste Schritt, um sich der Erfüllung des Kinderwunsches mit einfachen Mitteln zu nähern.

7. Die Schuld auf die Frau schieben

Viele Frauen befürchten, unfruchtbar zu sein, wenn sich keine Schwangerschaft einstellen will. Tatsächlich liegt es in einem Drittel der Fälle am Mann und in einem weiteren Drittel der Fälle an beiden, dass sich die Wartezeit verlängert.

8. Zu spät auf professionelle Hilfe setzen

Nach einem Jahr ist der Besuch beim Frauenarzt ratsam. Über 35-Jährige sollten sich allerdings schon nach einem halben Jahr in der Praxis vorstellen, denn ihnen bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Im Schnitt warten Paare vier Jahre, bis sie einen Reproduktionsmediziner aufsuchen.

Doch nach 12 Monaten - beziehungsweise nach 6 Monaten bei über 35-Jährigen - ist es an der Zeit, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen. Hier wartet keine „Behandlungsmühle" auf die Paare: Sie entscheiden selbst, welche Behandlung durchgeführt wird.

9. Auf Unterstützung verzichten

Nicht immer führt die erste Kinderwunschbehandlung zum Erfolg. Je länger sich die Wartezeit hinzieht, desto belastender wird es für viele Paare. Dann lohnt es sich, psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Manche Reproduktionsmediziner kooperieren mit speziell ausgebildeten Therapeuten. Darüber hinaus gibt es in manchen gemeinnützigen Vereinen Beratungsstellen für Kinderwunschpaare.

10. Aufgeben

Bei über 40-Jährigen sinkt zwar die Wahrscheinlichkeit, den Kinderwunsch schnell erfüllen zu können. Die Chance schwanger zu werden, ist aber dennoch realistisch und mit 15 bis 20 Prozent pro Embryotransfer einzuschätzen. Manche Kinderwunschpraxen erzielen jedoch bessere Ergebnisse und erreichen Werte über 20 Prozent.

Daher macht es Sinn, die richtige Praxis zu wählen und in Absprache mit dem Arzt zu entscheiden, ob noch Chancen bestehen. Für den Fall, dass es nicht klappen sollte, lohnt es sich, einen Plan B zur Hand zu haben und beispielsweise über eine Adoption nachzudenken.

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