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02/03/2015 06:26 CET | Aktualisiert 02/05/2015 07:12 CEST

Heilbronn statt München

thinkstock

Wohnungsmarkt - Während Immobilienpreise von Rekord zu Rekord jagen, sollten Anleger bereits beim Kauf genau auf den Preis achten. Langweiligere Investments können sich eher lohnen.

Seit Jahren klettern die Immobilienpreise. Metropolen wie München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin sind dabei in den Fokus der oft auch ausländischen Investoren gerückt. Viele Interessenten vergleichen das Preisniveau deutscher Großstädte mit Paris, London oder New York - und greifen inzwischen fast blind zu.

Dies führt zu einer Verzerrung der Preise: Während die bekannten Lagen immer teurer werden, ziehen die weniger bekannten nur langsam an. Der Preisunterschied zwischen Großstädten und Mittelzentren klafft immer weiter auseinander.

Nicht aber der Unterschied hinsichtlich der Qualität der Standorte. Gerade Objekte aus kleineren Städten können daher für Investoren heute interessant sein. Mittelzentren wie Fulda, Heilbronn, Jena, Leipzig, Marburg oder Schweinfurt haben alles, was ein gutes Immobilien-Investment braucht: Gute Lagen, eine attraktive Infrastruktur, ein umfangreiches Kulturangebot und nicht zuletzt niedrige Preise.

Mittelzentren müssen sich nicht verstecken

Eine Stadt wie Heilbronn muss den Vergleich mit Großstädten nicht scheuen: Die umliegende Industrie sorgt für Arbeitsplätze und eine konstante Nachfrage nach Wohnraum. Schulen, medizinische Versorgung und Einkaufsgelegenheiten sind ausreichend vorhanden. Städte wie Stuttgart, Mannheim oder auch Frankfurt sind nicht weit entfernt.

Einziger Unterschied: Die Preise sind zuletzt weniger stark angestiegen. Jüngste Zahlen des Immobilienverbands Deutschland (IVD) belegen dies. Der Verband untersucht seit Jahren die Erschwinglichkeit von Immobilien und lässt die Ergebnisse in einen Erschwinglichkeits-Index einfließen. Zuletzt hängten Städte wie Braunschweig oder Bielefeld die Metropolen klar ab.

Darauf sollten Käufer achten

Doch ist Mittelzentrum nicht gleich Mittelzentrum: Neben den Rahmenbedingungen für potenzielle Mieter entscheidet auch die Demografie darüber, wo sich Investments lohnen und wo nicht. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg einer Immobilien-Anlage ist neben zahlreichen Rahmenbedingungen am Standort bereits der Anschaffungspreis.

Dieser ist in Mittelzentren geringer als in Großstädten. Hinzu kommen andere Faktoren - beispielsweise ob Investoren einzelne Wohnungen oder ganze Objekte kaufen. Auch ein bestehender Renovierungsbedarf kann zu Preisvorteilen führen. Doch entscheidend bleibt die Lage. Mittelzentren haben dabei gegenüber den Großstädten klar die Nase vorn. Dies liegt vor allem daran, dass ausländische Investoren die Mittelzentren noch nicht wirklich für sich entdeckt haben.

Chinesische Investoren auf dem deutschen Wohnungsmarkt

Doch dies kann sich schon bald ändern: Laut einer Studie von EY (früher Ernst & Young) drängen ab 2015 verstärkt chinesische Privatinvestoren auf den deutschen Wohnungsmarkt. Auch gibt es bereits erste Investoren, die den Top-Lagen in Großstädten abschwören und sogar Leerstand in Kauf nehmen.

So weit muss es aber nicht kommen. Gerade in Mittelzentren haben heimische Investoren mit langjährigem Know-how die Nase vorn und können Vorteile kleinerer, vermeintlich langweiliger Immobilienstandorte nutzen. Investoren sollten Qualität so preiswert wie nur möglich kaufen.


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