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22/04/2016 13:02 CEST | Aktualisiert 23/04/2017 07:12 CEST

Vom Silicon Valley ins Isar Valley: Medienprofis des VZB diskutieren über „International Publishing"

Klaus Vedfelt via Getty Images

Auch dieses Jahr hatte ich wieder die Ehre, an der Jahrestagung des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern teilzunehmen und mehr über das Thema „International Publishing" zu erfahren.

Gerade hier sind die Aussichten mehr als rosig und die deutsche Printmedienbranche ist hinsichtlich internationaler Trends offen und am Puls der Zeit.

„Die Verleger sind in der vierten industriellen Revolution angekommen, die Digitalisierung ist erfolgreich ins Tagesgeschäft der Verlage integriert. Die Verlage blicken natürlich auch ins Ausland - zu anderen Medien, anderen Verlegern, aber auch zu anderen Branchen -, um sich für die Entwicklung auch in Zukunft erfolgreicher Geschäftsmodelle inspirieren zu lassen."

Mit diesen Worten eröffnete Waltraut von Mengden, die erste Vorsitzende des VZB, die Podiumsdiskussion des Abends. Moderiert von Horizont-Chefreporter Jürgen Scharrer diskutierten Beate Fastrich, General Manager Estée Lauder Companies, Dr. Katarzyna Mol-Wolf, Geschäftsführende Gesellschafterin Inspiring Network, Moritz von Laffert, Herausgeber Condé Nast Deutschland und Vice President Condé Nast International, Luc van Os, CEO Hearst Magazines Netherlands, und Boris Schramm, Managing Director GroupM, über die unterschiedlichen globalen Strategien und internationalen Konzepte.

So gibt es bei Estée Lauder ein Mentoring-Programm der etwas anderen Art, dort werden die älteren Kollegen nämlich von dem Social-Media-affinen Firmennachwuchs gecoacht und in Sachen Digitalisierung fit gemacht. Auch bei Condé Nast ist man offen für neue Formate und denkt sich in sog. „Labs" gemeinsam mit jungen Entwicklern und Experten innovative Ideen aus.

Doch nicht nur die 200 geladenen Gäste und Profis aus der Branche, sondern auch VIPs wie Gräfin Sandra Bernadotte und Moderatorin Jessica Kastrop ließen sich das Event im Lenbach-Palais nicht entgehen. Die Unternehmerin Clarissa Käfer stellte vor Ort sicher, dass alle Tagungsteilnehmer in den Genuss der leckeren Speisen des Hauptsponsors des Abends, Feinkost Käfer, kamen.

Im Video-Interview mit dem VZB erzählte sie, dass sie nach wie vor Printmagazine liebe. Auch für Gräfin Bernadotte ist es ein schöner Zeitvertreib, ein „echtes" Magazin gedruckt zu lesen und wo könnte man das besser, als auf ihrer Insel Mainau im Bodensee. Zeitschriften bieten eben immer noch die Möglichkeit, kurzzeitig in eine andere Welt einzutauchen und dem Alltag zu entfliehen.

Dass die Bedeutung von Print auch in Zeiten der Digitalisierung nach wie vor sehr hoch sei, betonte Ministerpräsidentin Ilse Aigner in ihrer Dinner-Speech. Für politische Unterstützung in Sachen Urhebervertragsrecht und einer weiteren Verschärfung hinsichtlich Werbeverboten möchte sie sich in Zukunft einsetzen und so die Branche stärken.

Wie wichtig genau diese politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind, hatte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, Stephan Scherzer, in gewohnt starker und passionierter Weise in seiner Keynote-Ansprache deutlich gemacht.

Fazit des Abends: Print geht es gut, aber wir müssen auch in nächster Zeit dafür sorgen, dass vermeintlich selbstverständliche Themen wie Presse- und Meinungsfreiheit höchste Priorität haben. Ohne die nützt sicherlich keine Innovation etwas.

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