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20/08/2015 14:55 CEST | Aktualisiert 20/08/2016 07:12 CEST

David Kross im Interview zu Boy 7

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Das Filmplakat zu Boy 7 (Quelle: https://instagram.com/emilia.schuele/)

Die Meisten von uns kennen den Schauspieler David Kross aus seiner großen Rolle im Oscar-nominierten Film Der Vorleser an der Seite von Kate Winslet. Doch dass er auch im Genre Thriller absolut überzeugt, zeigt der 25-Jährige jetzt in dem Kinofilm Boy 7. Gemeinsam mit Emilia Schüle muss er sich unheimlichen und gefährlichen Machenschaften stellen und dabei gegen das Vergessen ankämpfen.

Warum haben Sie sich für die Rolle als Sam beworben?

Ich hatte Lust, mal Teil eines Thrillers zu sein, denn dazu hatte ich noch nicht oft die Chance. Ich dachte, jetzt ist die beste Gelegenheit mit diesem Regisseur und der Story.

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David Kross und seine Filmpartnerin Emilia Schüle (Quelle: https://instagram.com/emilia.schuele/)

Gibt es Parallelen zwischen Ihrer Rolle und Ihnen?

Leider gibt es nicht die Parallele, dass ich mich genauso gut mit Computern auskenne wie Sam. Meine Höchstleistung ist schon das Verschicken von E-Mails.

Möchten Sie in Zukunft mehr Thriller drehen?

Ja, auf jeden Fall. Ich schaue auch selbst solche Filme und mag es sehr gerne, wenn es so spannend ist, dass man nicht wegschauen kann und rausfinden möchte, was passiert ist.

Was würden Sie als erstes tun, wenn Sie keine Erinnerung mehr hätten?

Das ist eine gute Frage und sehr schwer zu beantworten. Ich kenne den Moment, wenn man ganz kurz nicht mehr weiß, wo man ist, wenn man aufwacht. Für den Film habe ich versucht, diesen Moment zu verlängern. Ich glaube, in Wirklichkeit würde ich viel extremer reagieren und wirklich durchdrehen.

Ist man als Schauspieler so mit der Rolle verbunden, dass auch die Stimmung am Set unheimlich wirkt?

Es ist nicht immer so, wie es im Film zu sehen ist. An einem Tag allerdings wurde ich zeitgleich mit unserem Regisseur krank und wollte kurz an die frische Luft. Da dachte ich mir dann: „Jetzt hast Du die Chance wegzulaufen". Privat hätte ich das nie gedacht, das muss wohl an der Rolle gelegen haben, weil Sam ja auch immer wegläuft.

Haben Sie die Original-Fassung von Boy 7 gelesen?

Mein kleiner Bruder hatte das Buch zu Hause in seinem Zimmer liegen, ich weiß aber gar nicht, ob er es je gelesen hat. Ich kannte es vorher nicht, habe es dann aber gelesen, mich dann jedoch ans Drehbuch gehalten.

Was war die besondere Herausforderung an diesem Film?

Am Wichtigsten war für mich zu wissen, wo ich überhaupt zeitlich bin in der Geschichte, weil es ja so viele Flashbacks und Zeitsprünge gibt. Wir haben nicht chronologisch gedreht und deshalb war das meine Hauptaufgabe.

Inwiefern hat Sie der internationale Erfolg Ihrer Rolle in Der Vorleser verändert?

Es ist ein großes Erlebnis bei so einem Film mitzumachen. Ich habe Aufmerksamkeit bekommen, die ich davor nicht in diesem Maße hatte. Für mich persönlich ist es nicht so, dass sich alles komplett geändert hat. Ich habe auch noch immer Kontakt zu dem Regisseur von „Der Vorleser", wir sind richtige Freunde geworden.

Wie schwer ist es, als berühmter Schauspieler anderen Menschen zu vertrauen?

Tja, das ist einfach ein Teil des Jobs. Ich glaube, ich habe da ein ganz gutes Gespür. Und wenn man etwas wachsam ist, kann man das ganz gut meistern. So ein Misstrauen wie Sam habe ich nicht. Ich denke nicht in der Schublade: „Mein Freund, mein Feind".

Welches Erlebnis würden Sie am liebsten vergessen?

Hmm, da gibt es schon welche. Das Schlimmste würde ich natürlich nicht verraten. Häufig passiert etwas Peinliches bei Castings, wo man rausgeht und am liebsten alles nochmal machen würde.

Drehen Sie lieber mit gleichaltrigen oder älteren Kollegen?

Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Mit Gleichaltrigen hat man mehr Sachen, über die man sprechen kann. Ich hatte aber auch häufig ältere Spielpartner und es hat total gut funktioniert.

Was ist, wenn man sich so gar nicht mit seinem Spielpartner versteht?

Das ist ziemlich schwierig. Ich habe da auch nicht die Lösung gefunden, wie ich damit am besten umgehen soll. Absurderweise ist es meist so, dass diese Antipathie im Film gar nicht so rüberkommt. Manchmal ist es aber auch andersherum und man dachte, es lief super, aber durch den Schnitt und die Musik sieht der fertige Film auf einmal nicht mehr so aus, wie man die Szenen in Erinnerung hatte.

Warum haben Sie Ihr Schauspielstudium in London nach nur ein paar Monaten abgebrochen?

Ich habe mich dort überhaupt nicht wohlgefühlt. Natürlich wollte ich aber weiterarbeiten und mich auch weiterentwickeln, allerdings nicht im Schulsystem.

Mit welchem Regisseur würden Sie gerne noch zusammenarbeiten?

Mit P.T. Anderson. Den finde ich super!


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