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17/12/2015 09:19 CET | Aktualisiert 17/12/2016 06:12 CET

Warum es gut ist, nicht mit dem Seelenverwandten zusammen zu sein

Ich weiß nicht, ob es Seelenverwandte gibt. Die Idee, dass es für jeden Menschen einen perfekten Gegenpol gibt, jemanden, zu dem man eine sehr starke Verbindung hat und ohne den man nicht sein möchte, erscheint mir richtig.

Allerdings glaube ich nicht, dass ein Seelenverwandter unbedingt der Lebenspartner sein muss. Ein Seelenverwandter kann auch eine beste Freundin sein oder ein großer Bruder.

Deshalb kommt es aus meiner Sicht auch einer Verschwendung von Lebenszeit nahe, wenn man darauf wartet, in einem Partner den Seelenverwandten zu finden. Ich glaube sogar, dass es gut ist, nicht mit seinem Seelenverwandten zusammen zu sein.

seelenverwandte

1. Das mit der Vorbestimmung ist so eine Sache

Wer auf seinen Seelenverwandten wartet, muss daran glauben, dass es so etwas wie Vorbestimmung gibt. Aber was ist, wenn es dir nicht vorbestimmt ist, deinen Seelenpartner in diesem Leben zu treffen?

Vielleicht liegt deine Bestimmung darin, dir dein Glück mit einem Partner zu erarbeiten. Vielleicht ist es deine Bestimmung, ohne deinen Seelenverwandten klarzukommen. Es bringt also nichts, zu warten. Denn wenn es vorbestimmt ist, dass ihr euch trefft, dann wird es ohnehin passieren.

2. Liebe darf nicht faul sein

Egal, ob man mit dem Seelenverwandten zusammen ist (oder zumindest das Gefühl hat), oder nicht - eine Beziehung wächst immer daran, wenn die Partner sich auf Konflikte einlassen. Streit und Versöhnung - oder zumindest Diskussion und Konfrontation halten eine Beziehung lebendig und spannend.

Wer glaubt, seinen Seelenverwandten gefunden zu haben, lehnt sich möglicherweise zurück - und läuft Gefahr, ihn wieder zu verlieren.

3. Perfektion hat auch ihre Macken

Natürlich ist die Vorstellung schön, einen Menschen zu treffen, an dem man alles toll findet und der umgekehrt auch nichts an einem selbst auszusetzen hat. Aber echte, tiefe Liebe ist viel schwerer zu finden.

Oder ist es etwa nicht der größte Liebesbeweis, wenn man es schafft, einen Menschen zu lieben und zu akzeptieren, obwohl er Eigenschaften hat, die nicht auf der Seelenverwandten-Wunschliste stehen?

4. Dein Seelenverwandter ist nicht automatisch dein Lebenspartner

Was ist der Unterschied zwischen einem Seelenverwandten und einem Lebenspartner? Ich habe diese Definitionen entdeckt, die mir am sinnvollsten erscheinen:

Ein Seelenverwandter ist jemand, der mit deiner Seele verbunden ist und der dir begegnet, um etwas in dir zu wecken oder anzuregen, damit du eine höhere Erkenntnis erlangst. Einfach gesagt: Er hilft dir, etwas wichtiges zu lernen.

Ein Lebenspartner ist dagegen jemand, der als Freund und Gefährte an deiner Seite steht - und das für immer. Auf diesen Menschen kannst du dich verlassen. Eine solche Beziehung beruht auf Liebe und Respekt und sie ist beständig.

5. Eine Beziehung mit dem Seelenverwandten kann ziemlich schnell vorbei sein

Wenn wir uns wirklich darauf einlassen und daran glauben, dass Seelenverwandte existieren, müssen wir auch akzeptieren, dass eine Beziehung mit einem solchen Menschen möglicherweise nicht von Dauer ist.

Seelenverwandte rütteln etwas in uns wach. Sie ermutigen uns, zu der besten Version unserer Selbst zu werden. Sie treiben uns an und fordern uns heraus. Eine solche Beziehung kann intensiv und unvergesslich sein. Aber sie kann auch sehr schnell vorbei sein.

Es klingt vielleicht pragmatisch und nicht besonders romantisch zu sagen, dass man besser nach einem Lebenspartner und nicht nach einem Seelenverwandten Ausschau halten sollte. Aber das stimmt eigentlich gar nicht. Ganz im Gegenteil.

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