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17/04/2016 13:02 CEST | Aktualisiert 18/04/2017 07:12 CEST

Recht erklärt: Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie

Chris Ryan via Getty Images

Seit 17. März 2016 ist ein Rechtskonstrukt in Kraft, das nicht weniger will als das Patientenentlassmanagement der Krankenhäuser, die Neufassung des § 46 SGB V (Sozialgesetzbuch V) und die Neugestaltung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu verbinden und harmonisieren.

Alles neu? Nicht ganz. Aber vieles einfacher.

Was das bedeutet? Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie legt künftig den Maßstab für die Beurteilung von Arbeitsunfähigkeit fest. Damit soll ein bundesweit standardisiertes Verfahren eingeführt werden, das den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen und den Medizinischen Diensten (MDK) gewährleisten.

So dürfen künftig Ärzte in Krankenhäusern Arbeitsunfähigkeit für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung feststellen. Bisher mussten Arbeitnehmer quasi vom Klinikbett ins Wartezimmer des weiterbehandelnden Arztes umziehen. Diese Regelung gilt auch für stationäre Rehabilitationseinrichtungen der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Endlich Klarheit beim Krankengeld

Ebenfalls angepasst wurde die Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld. Er entsteht jetzt ab dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Bereits praktisch umgesetzt wurde das Bestehenbleiben des Anspruchs auch dann, wenn die AU erst am nächsten Werktag bestätigt wird. Bisher führten Bescheinigungen, die an einem Freitag endeten und erst am Montag erneuert wurden, zu Problemen beim Krankengeldbezug.

In nicht wenigen Fällen beendeten Krankenkassen kurzerhand die Auszahlungen, weil die Arbeitsunfähigkeit vermeintlich endete und am nächsten Werktag eine neue begann -- und bekamen aufgrund der bisherigen Rechtslage von den Gerichten Recht. Ebenfalls kein Thema mehr ist für den Arzt der Unterschied zwischen Entgeltfortzahlung und Krankengeldbezug.

Hinweis: Die betrieblichen Regelungen, etwa eine vertraglich festgeschriebene Forderung des Arbeitgebers, bereits ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Bestätigung zu bringen, sind von dieser Richtlinie nicht erfasst!

Mehr von mir können Sie auf meiner Website und meinem Blog nachlesen.

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