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04/02/2016 10:38 CET | Aktualisiert 04/02/2017 06:12 CET

2026: Was die Menschheit aus dem dritten Weltkrieg lernen könnte

ronniechua via Getty Images

Science-Fiction-Autoren haben schon viel erfunden: Video-Telefonie, Kreditkarte, Laserdrucker. Könnten Sie auch eine gute Zukunft erfinden? Regelmäßig erzählt Science-Fiction davon, wie edel Menschen irgendwann einmal zusammenleben.

Wie sie zum Beispiel nach dem dritten Weltkrieg ticken, in Star Trek, nach 2053. Der Phantasie sei keine Grenzen gesetzt. Gedanken über meine persönlichen SciFi-Highlights.

Düstere Kulissen, die Herrschaft einer allmächtigen Elite oder einfach der Kampf zwischen Gut und Böse - auf den ersten Blick ist Science-Fiction oft nur übliche Dramaturgie mit zukunftsmusikalischer Untermalung. Für mich als Kind eine Leidenschaft. Für mich als Erwachsener steckt auf den zweiten, dritten, vierten Blick in den Erfindungen der SiFi-Macher von Star Wars, Star Trek, Raumschiff Orion oder Matrix wesentlich mehr.

DIE Geschichte: Star Wars

  • Auf den ersten Blick: Eine mitreißende Story für Große und Kleinere
  • Auf den zweiten Blick: Ein Hinweis darauf, wie fließend die Grenzen zwischen Richtig, Falsch, Gut und Böse sind. Wer etwas hasst, zieht es an und macht alles nur schlimmer.

Im Dezember letzten Jahres lockte der neuste Film der Star Wars-Saga "Das Erwachen der Macht" über sieben Millionen Zuschauer alleine in Deutschland in die Kinos.

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse fasziniert seit Generationen und mich seit der Kindheit (ich war spät dran). Während die heutigen Star Wars-Macher von Disney selber erzählen, was sie aus der Geschichte von Luke, Lea und Co. gelernt haben, habe ich da etwas weniger Phantasie. Für mich war "Das Erwachen der Macht" einfach eine wohlverdiente Fortsetzung der eindrucksvollsten Geschichte, die ich kenne.

Weil ich die Geschichte der Charaktere kenne. Und weil ich glaube, zu wissen, wie sie sich fühlen.

Lernen kann man aus Star Wars genau so viel, wie aus jedem anderen gelungenen Film mit Bösen gegen Gute. Kein Wunder, dass der Krieg der Sterne gleich alle anspricht: Romantiker, Action-Liebhaber, Science-Ficiton-Fans. Zudem ist die "weit, weit entfernten Galaxie", "vor langer Zeit" eine Parallelwelt, in der einiges vertraut ist und so manches komplett neu ist.

Was ich mitnehme: Es gibt wohl in jedem eine dunkle Seite, gegen die man ständig ankämpfen will - und sei es nur der ganz normale innere Schweinehund. Anstatt dagegen zu halten, verspricht mehr Erfolg, das zu fördern, was schon gut ist. Und das ist mehr, als man denkt: wie bei Anakin Skywalker, Darth Vader, kurz vor seinem Tod.

Die Vision eines besseren Gemeinwesens: Star Trek

  • Auf den ersten Blick: Coole, lockere Sprüche von Kirk und mitreißende Abenteuer im Weltraum.
  • Auf den zweiten Blick: eine wirklich mögliche Zukunft, in der Menschen einen gemeinsamen Zweck verfolgen. Es braucht kein Geld mehr, und Technik dient dem Fortschritt aller. Krieg und Rassismus stammen aus einer Zeit mit einer veralteten Art, zu denken. Der dritte Weltkrieg öffnete allen die Augen - und endete 2053 nach 27 Jahren.

Die Utopie des 24. Jahrhunderts hat es mir besonders angetan. In dieser nahezu perfekten Gesellschaftsform, die sich der menschlichen Neugier verschrieben hat, finden sich alle wieder und tun das, was sie am besten können. Forschen, entdecken, genießen. Die Menschen und (fast) alle anderen Lebensformen der Milchstraße haben es geschafft, eine vollkommene Form des Zusammenlebens zu finden.

Klar, auch die Crew der Enterprise ist hin und wieder bedroht, dennoch: diese Welt der hauptsächlich friedlichen Koexistenz macht Lust auf eine ferne Zukunft. Der neue Film "Star Trek Beyond" läuft vermutlich ab 21. Juli 2016 in den deutschen Kinos an. Star Trek wird obendrein dieses Jahr 50.

Was ich mitnehme: Diesen Gedanken "Was wäre, wenn..." tatsächlich einmal fertig denken. Eine tolle Vorstellung! Vorstellen und Rumsitzen reicht aber nicht. Damit es nicht nur beim Träumen bleibt...

...Wahrheit finden und etwas dafür tun: Matrix

  • Auf den ersten Blick: Wow, sieht Trinity gut aus. Ich wäre auch gern so ein krasser Kerl wie Neo.
  • Auf den zweiten Blick: eine Geschichte mit tiefer Botschaft.

Das düstere Endzeitdrama zeichnet eine verstörende Zukunft, in der künstliche Intelligenz die Herrschaft über die menschliche Rasse übernommen hat. Menschen dienen den gefährlichen Robotern nur noch als Energielieferanten und werden dafür gedanklich in einer Traumwelt unter Kontrolle gehalten.

Unter der Anführung von Morpheus, Trinity und Neo, dem "Auserwählten", kämpft eine Unterzahl von "freien" Menschen gegen die Herrschaft der Maschinen. Schließlich ist es geschafft: die Menschen brechen aus.

Je öfter ich die Filme gesehen habe, desto mehr bekam ich den Eindruck, dass der Macher uns etwas über das wirkliche "Gestern und Heute" sagen will. Wer sind diese "freien" Menschen in unserer Realität? Wer sind die Maschinen? Leben wir in einer Art Matrix? Wie sähe dann die Wirklichkeit aus?

Was ich mitnehme: Du bist nicht abhängig vom System - das System ist abhängig von Dir. Wie die Maschinen in Matrix die Menschen als Energiequelle brauchen, ist das Gemeinwesen vom Mitwirken der vielen Mitspieler und Mitmacher abhängig. Gelebt wird das anders: alle sind dem einen Zweck untergeordnet, den die Herrscher und Regierungen zur jeweiligen Zeit festlegten und weiter festlegen. Wo das wohl hinführt... Vielleicht sehen wir es im nächsten Film.

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