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26/01/2016 08:39 CET | Aktualisiert 26/01/2017 06:12 CET

Besenkammerkind sucht Licht: Das Drama der Anna Ermakova

Peter Michael Dills via Getty Images

Sie kann nichts dafür, dass sie in der Besenkammer gezeugt wurde, das steht fest, und eine Besenkammer eignet sich auch nicht mehr oder weniger zur Stigmatisierung eines Menschen wie all die anderen Räume, in denen wollüstige Männer und Frauen sich sonst auf und unter dem Tisch, drinnen und draußen, im Bett oder auf dem Bettvorleger oder auf dem Eisbärenfell vor dem Kamin ihren ach so irdischen Vergnügungen hingeben. Im Prinzip jedenfalls.

Also die Besenkammer macht, das sei noch einmal gesagt, keinen Menschen zu einem Besen. Und Kinder, die ihr Entstehen der Existenz einer dunkelschummrigen, abgelegenen Kammer und einer Notsituation, besser notgeilen Situation der mit einander Verkehrenden verdanken, gibt es schließlich in der Geschichte zuhauf.

So steht also Anna Ermakova, die heute 15-jährige Tochter von Boris Becker, dem deutschen Bobbele, das kaum ein paar Jahre älter, seinerzeit in Wimbledon triumphierte, und Angela Ermakova nicht allein, auch wenn Seitensprünge in der Besenkammer bei den Großen der Geschichte wohl eher die Ausnahme gewesen sind.

So hat zum Beispiel Heinrich VIII. von England zwar Mary und auch deren Schwester Anne Boleyn, die sich beharrlich und geschickt selbst gegen einen Wüstling wie Heinrich VIII. dagegen wehren konnte, zum Sexspielzeug (damals nannte man das noch Mätresse) herabgewürdigt zu werden, unehelich oder vorehelich geschwängert, aber die Freuden der Zeugung nicht mit Bohnerwachs und Ammoniak in einer Besenkammer genießen müssen.

Wahrscheinlich hätte dies Anne Boleyn, die der König zwar gerade noch rechtzeitig ehelichte, um den erhofften männlichen Stammhalter noch legitimieren zu könnnen, auch nicht vor dem Beil des Henkers bewahrt, das Heinrich VIII. seiner ehemals Heißgeliebten verordnete, als das mit dem männlichen Stammhalter einfach nicht klappte.

Das Mädchen aber, das aus der Ehe von Anne mit Heinrich VIII. hervorging, war kein anderes als die spätere Elizabeth I, The Virgin Queen - und die hatte es bekanntlich in sich, auch wenn die Tage, nachdem sie das Licht der Welt erblickte, für sie und ihre Mutter nicht gerade rosig waren. Nicht dass sie, nachdem man sie nach dem Tod der Mutter aus der Thronfolge völlig ausschließen wollte, nicht auch eigenständig an ihrer weiteren Karriere gearbeitet hätte, aber eine Mutter wie Angela Ermakova, die ihr Kind von Anfang an zu Geld zu machen wusste, hatte sie eben nicht (mehr).

Und selbst Mutter Ernakova scheint mittlerweile angekommen in einer der postmodernen, rundum glücklichen Patchworkfamilie Becker, wie promiflash.de zu berichten weiß. Für die tritt jetzt die fünfzehnjährige Anna an auf Fashionweeks und Promitreffs, wo sie dem Blitzlichtgewitter der Fotografen von A- bis C-Promi-Gazetten standhalten muss.

Und sogar die selbsterklärte und mit dem Besenkammerkind betrogene C-Promi-Ex des Bobbele, Barbara Becker, die sich ohne jede Scham mit allerlei gescheiterten Versuchen, lange Zeit für eine Art Allzweckwaffe der Unterhaltungsindustrie hielt, sagt heute laut promiflash: "Wenn jemand so eine Ausstrahlung hat und diese Präsens, das ist wichtig."

Wichtig? Da tut sogar gut, was Anna, laut einer Meldung im Südkurier vom 23.1.2016 in einem Interview gesagt hat: "Ich will auch in eine gute Schule und an eine gute Universität gehen." Mit so einer Ausstrahlung und dem Vater und dem Rest des Becker-Clans im Hintergrund keine schlechte Idee, teure Privatschulen und Akademien gibt es schließlich genug, wenn man, das ist wirklich wichtig, genügend Geld dafür hat und dazu selbst noch gut ist.

Und: Unter der Bildung muss schließlich der Catwalk nicht leiden - Heidi Klum wird's gerne hören - wenn die Richtigen und richtigen und falschen Wichtigen im Hintergrund die Strippen ziehen. Beides hat jedenfalls auch der rotschöpfigen Elizabeth I. bei ihrem Weg ins Licht der Öffentlichkeit nicht geschadet.

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