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31/12/2016 12:29 CET | Aktualisiert 01/01/2018 06:12 CET

Zu Flüchtlingspolitik und Terroranschlägen: Das neue Märchen von der guten Großfürstin Angela und ihrem bösen Erwachen

Es lebte einst die Großfürstin Angela. Sie herrschte über ein reiches Land. Die Menschen waren fleißig, liebten Ordnung, Sauberkeit, Frieden und ihre Sicherheit. Sie waren bekannt für ihre Hilfsbereitschaft, ihre Spenden für Arme und Bedürftige im Land und in aller Welt. Angela war stolz auf ihr Land und sich selbst.

Die Einladung

Eines Tages hatte die Großfürstin ihr schönes Land bereist, sich über die Ordnung und den blühenden Wohlstand gefreut. Sie dachte aber auch an das Elend, die Not und die Angst in aller Welt. Da kam ihr eine Idee. Sie möchte eine großes Willkommensfest, eine Party für Menschen aus aller Welt feiern, ihnen eine Bleibe im Land anbieten, den Bedürftigen Geld und Kleidung schenken und sichere Wohnungen verteilen. „Kommt alle zur Willkommensparty mit Angela! Alle sind herzlich willkommen! Bleibt hier! Hier geht es Euch gut! Hier seid ihr sicher vor Krieg und Verfolgung!". Das verbreitete sie nicht nur im Fernsehen, sondern auch in allen Medien und im Internet. Und Angela begann, ihre Superparty vorzubereiten.

Das Fest

Ein nie gekannter Ansturm von Menschen aus aller Herren Länder setzte ein. Sie strömten aus nahen und fernen Ländern heran, auf dem Land- oder Luftweg und über das Meer. Kamen Millionen Abenteurern, Hilfsbedürftige und Schutzsuchende oder gar mehr?

Und dann eröffnete Angela selbst die große Begrüßungsparty mit viel Musik und Tanz. An Bedürftige wurde Geld verschenkt, neue Kleidung oder eine Bleibe oder was sonst das Herz begehrte.

Das Beschenken und Feiern durch die Großfürstin war anstrengend und nahm kein Ende. Und der fröhliche gemeinsame Tanz mit den vielen Flüchtlingen verlangte Angelas letzte Kraft. Schließlich sank die Großfürstin erschöpft in einen langen, aber unruhigen Schlaf.

Das böse Erwachen

Als die Großfürstin aufwachte, griff sie - wie stets - auf ihren Nachttisch, nach ihrer Kette aus schönen Bernsteinkugeln. Sie stutze, ihre Lieblingskette fehlte. Ein Gast musste sie im mitgenommenen haben...

Sie stürzte in die Küche, um sich einen Kaffee und Hilfe zu holen.

Als sie die Küche betrat, erschrak sie. Ihre Lieblingskatze, Oh Gottogott!, nur ihr Fell, hing an einem Fleischerhaken über dem Herd. Fleisch und Knochenreste vom Grillen lagen verstreut auf dem Fußboden umher.

Sie stürzte los, um ihren Blondschopf, ihren Mann zu holen. Diesen fand sie, halb nackt in einer seltsamen Stellung auf dem Sofa, wie sie ihn noch nie gesehen hatte. Er war ohnmächtig.

Die Gräfin erfuhr später, dass auf ihrer Party betrunkene Männer blonde Männer und Frauen gejagt und schändlich vergewaltigt hatten.

Da stieg ätzender Brandgeruch in ihre Nase. Sie folgte ihm, stolperte über menschliche Hindernisse und gelangte zu ihrem geliebten Holzhaus, aus dem Rauchschwaden und erste Flammen schlugen. Gäste, die daheim gerne am Lagerfeuer sitzen, hatten einfach Feuer in der Empfangshalle des Holzhauses entfacht.

Während sie fröhlich mit Schutz- und Hilfesuchenden sang und tanzte, hatten andere bei ihr wie die Vandalen gehaust, wie sie es daheim gewohnt waren, und hatten ihr ein fürchterliches Schlachtfeld hinterlassen.

Unsägliche Gräueltaten

Doch was die Großfürstin sonst noch fand, und die Gäste während ihrer Abwesenheit angestellt hatten, zögert der Berichterstatter, zu schildern. Doch er tut es der Wahrheit willen, auch wenn sie bitter ist und schmerzt.

Da hatten wild gewordene Männer eine Frau ans Auto gebunden und über Wege zu Tode geschleift, weil sie ihnen nicht zu Willen war.

Da hatten Partygäste Schießübungen auf Fremde und Flüchtige veranstaltet - und die Toten den Krähen überlassen.

Da hatte ein Partygast einen Schwerlast-Lkw voller Betonklötze gekapert und damit - Oh Gottogott! - Menschen überfahren und war dann untergetaucht.

Da waren - Oh Gottogott! - Schlafende, Obdachlose und Hilflose in Brand gesteckt wurden.

Doch beenden wir den Blick auf die vielen Gräueltaten im Land!

Die Großfürstin ist jetzt voll damit beschäftigt, den Opfern ihrer Willkommensparty zu helfen, Trost zu spenden und mit ihnen zu trauern. Sie hilft mit, die Toten zu identifizieren und zu bestatten, die Ruinen und den Müll überall zu beseitigen.

Und vergessen wir auch nicht absurde Spätfolgen dieser Willkommensparty:

Einige Opfer sollen sie sogar - Oh Gottogott! - wegen Beihilfe zu Zerstörung und Mord angezeigt haben.

Abgesang

Und wenn die Großfürstin Angela nicht gestorben ist, dann lebt sie heute noch.

Und wenn sie schon gestorben ist, dann prüft der Papst in Rom, ob Angela heiliggesprochen werden soll.

Die Großstadt Berlin entscheidet, ob sie sich in Sankt Angela, geschrieben St. Angela, umbenennt und auf dem Gelände des Weihnachtsmarktes, neben der Gedächtniskirche, ein weiteres Mahnmal wider Gewalt und Terror errichtet.

Und das weltberühmte Museum der Epochalen menschlichen Unvernunft und Dummheiten eröffnet eine Extraabteilung für die Großfürstin Angela.

(siehe auch meinen Blog „Zum Tod Fidel Castros...").