BLOG
26/11/2015 07:45 CET | Aktualisiert 26/11/2016 06:12 CET

Die Zauberformel von Merkel und Obama, die nur nicht funktioniert

Getty

Die Menschen im fernen Indien können Wunderbares und sogar Zaubern. Sie haben ihre heilige Zauberformel, die sie häufig genug wiederholen, das Mantra. Und dieses Wiederholen von heiligen Silbenklängen wie aus einer Gebetsmühle soll tatsächlich Wunder wirken. Ich werde das mal bei Gelegenheit überprüfen...

Auch Merkel und Obama haben ihre Zauberformel und großen Ankündigungen. Doch im Unterschied zu den indischen Mantras scheinen diese in der Wirklichkeit nicht zu wirken, oder wenigstens nicht überzeugend.

Man sieht hört und staunt, muss sich die Augen dreimal reiben, was Politiker in Deutschland, Europa und der Welt so alles können, nur wirken ihre Zauberformeln in der Praxis nicht. Worte zählen nicht, allein machbare Pläne und ihre Ausführung. Was nicht gelingt, darüber soll man den Mund halten, sagten schon die alten Chinesen.

„Yes we can" rief Obama in seinen Wahlkampfreden. „Wir können das schaffen" widerholte Angela Merkel ihre Ankündigungen zur Flüchtlingskrise. Doch zwischen Wollen und Können fließt das große weite Meer, zwischen toller Zauberei und der rauen Wirklichkeit liegen Welten.

Man schaut, hört und staunt und muss sich die Augen reiben, was Politiker in Deutschland und Europa am Ende tatsächlich für die Menschen zustande bringen.

Das hat Hans damit zu tun

Das gegenwärtige bundesrepublikanische, europäische und Welttheater mit ihren vielen Häuptlingen und deren Mantras, erinnert mich an die Grundschule und meinen Klassenkameraden Hans. Wenn es um die Lösung von Aufgaben ging - egal in welchem Fach - wiederholte er sein Mantra, seine persönliche Zauberformel: „Hans, der kann's".

Ging es zum Beispiel im Sportunterricht, beim Fußballspiel, darum, ein Tor zu schießen, begann er mit seinem Zauberspruch, "Hans, der kann's". Dann begab er sich in die Startposition seines Anlaufs, begann mit fürchterlichem Lärm, eine Art Theaterdonner, der die begeisterten Zuschauer simulieren sollte, Jubel brandete auf von virtuellen Zuschauern, die die es nicht gab und die Hans selbst erzeugte.

Talkshows wie heute, gab es damals noch nicht und er hätte sie sicher auch perfekt simuliert. Dann startete Hans, er warf sein rechtes Bein weit nach hinten, balancierte den Schwung mit mächtigem Rudern seiner Arme aus und zielte auf den Ball. Er traf daneben.

Sein eigener Jubel brandete wieder los mit „Hans kann's". Er holte wieder aus mit dem anderen Bein und welch ein Wunder, er traf sogar den Ball. Doch dieser flog nicht ins Tor, sondern landete irgendwo im tristen Abseits. Und wieder brauste sein virtueller Jubel auf „Hans, der kann's". Doch alle hatten gesehen, er konnte nicht sein Ziel treffen. Das kollektive Gelächter aller Zuschauer war laut und ansteckend.

Auch später im Leben machte er immer viel Theater, doch er verfehlte immer ein vernünftiges Ziel in der Wirklichkeit. Hans hatte es auch nicht nötig, reale Tore schießen zu lernen oder unermüdlich zu trainieren, wie es seine Klassenkameraden machten. Hans, selbstgefällig, kannte es ja, er brauchte auch nicht die Kunst des Toreschießens zu lernen, er traf immer virtuell und virtuelle Zuschauer jubelten. Er schoss virtuelle Tore.

Liebe Frau Merkel, lieber Herr Obama!

Sie haben bei all dem Unglück in der Welt das große Glück, dass sie nicht Hans Merkel oder Hans Obama heißen. Die Story vom komischen „Hans, der kann's" würde sonst haargenau auf Sie passen!

Model macht Politik: „Please kill Angela Merkel - not" - Pariser Modenschau sorgt für Merkel-Eklat


Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Die umstrittensten Friedensnobelpreisträger

Hier geht es zurück zur Startseite