BLOG
14/12/2015 10:31 CET | Aktualisiert 14/12/2016 06:12 CET

Die Weihnachtsanekdote 2: Die menschenfreundliche, christliche Entscheidung des Herrn Gauck in Berlin

Getty

Wunderbar! Das wäre einfach märchenhaft!

Es lebte einmal in Deutschland ein älterer Herr, der Herr Gauck. Er hielt gern lange und zu Herzen gehende politische und christliche Reden und hatte starken Einfluss. Die Aufnahme von vielen Flüchtlingen und ihre Integration sieht er als große Herausforderung für die Deutschen.

Doch was heißt Herausforderung? Wer sind die Deutschen? Gilt das auch für Herrn Gauck oder nicht? Was drängt?

Bewältigen kann man Herausforderungen nicht durch Reden, sondern nur durch praktisches Handeln - z.B. im christlichen Dienst am Nächsten in drängender Not. Gehandelt werden muss schnell. Nur zwischen Worten und Taten liegt, wie die Spanier so schön sagen, das große weite Meer, auf dem so manches Schiff unterging.

Doch Gott sei Dank haben wir nicht dieses große weite Meer der Spanier.

Werden wir genauer und deutlicher!

Die beiden Flüchtlinge Maria und Josef fanden einst - ausgerechnet zur kalten Weihnachtszeit - keine Unterkunft, sie schlüpften notdürftig in einen Stall. Maria gebar ihren ersten Sohn Jesus, wickelte ihn in Windeln und legte ihn liebevoll in eine Futterkrippe, weil nichts Besseres zur Hand war (Die Bibel, Lukas Kapitel 24, Vers 7).

Bei uns gibt es doch Besseres, zu dem wir Deutsche herausgefordert sind, auch Herr Gauck?

Ein berühmtes Gebot für das Zusammenleben, die Goldene Regel, verlangt: Behandle andere so, wie auch du behandelt werden möchtest (Die Bibel, Matthäus, Kapitel 7, Vers 12 u.a.). Möchte Herr Gauck so behandelt werden, wie die elende Wirklichkeit vieler Flüchtlinge in Deutschland und Europa aussieht?

Was wäre die christliche Herausforderung, was ist zu entscheiden und zu tun?

Ein Bundespräsident vermag und hat auch viel. Er residiert fürstlich in Berlin im großen Schloss Bellevue und seinem Nebengebäude mit viel Platz für Menschen. Allein im Hauptgebäude gibt es etwa 50 Zimmer für Feste und für Gäste. Benötigt Herr Gauck alle dringend, gleichzeitig und zu jeder Zeit und gerade jetzt, wo die Unterkünfte für Flüchtlinge in anständigen Herbergen immer knapper werden und die Deutschen herausfordern?

Sicher findet sich in dem Schloss auch ein Plätzchen für eine Flüchtlingsfamilie in Not mit großer Kinderschar, egal mit welcher Haut- oder Haarfarbe, aus welchem Land und welchen Glaubens und welcher Kultur. Herausgefordert heißt doch hier: Der Herr Gauck empfängt freundlich, feierlich und christlich die Familie im Schloss, bietet ihr Wohnung und Lebensunterhalt, und hilft beim Start, der mühsamen Eingewöhnung und Integration in ein schwieriges, aber besseres Leben. Dieser direkte persönliche Kontakt wird eine tolle Abwechslung im tristen Behörden- und Verwaltungsalltag sein! Einfach märchenhaft!

Vorsicht! Aufgepasst! Ruckt es auf einmal im Land?

Herr Gauck gibt sich einen kräftigen inneren Ruck, den alle spüren und der durch das ganze Land geht. Dieser Ruck wird in deutsche Geschichtsbücher Eingang finden. Herr Gauck wird in die Geschichte der deutschen Bundespräsidenten nicht nur als Schönredner eingehen, sondern als ein Präsident des Herzens und der christlichen Nächstenliebe. Klingt irgendwie gut oder?

Bietet das Herrn Gauck nicht eine großartige präsidiale christliche Chance und gewaltige Medienpräsenz?

Ein Präsident möchte immer gerne in den Medien und im Fernsehen präsent sein. Herr Gauck wird seinen vorbildlichen Ruck zu diesem aufregenden neuen Leben in Wort und Bild festhalten und präsentieren, z.B. in seinem neuen Buch mit dem Titel: „Mein neues Leben mit der Flüchtlingsfamilie" oder „Die Flüchtlinge aus Syrien bei mir im Schloss".

Und Herr Gauck kann mit diesem Projekt schon mal vorab in den Medien und Talkshows auftreten und anrührende Begebenheiten daraus vortragen. Und in diesem Buch wird am Anfang - wie sich für einen feinen Herrn gehört Dank sagen - HuffingtonPost und der veröffentlichten Weihnachtsanekdote 2 mit ihrem kreativen Vorschlag.

Alles nur erfunden und ein Märchen?

Herr Gauck wird erwidern, dass er leider schon total ausgebucht sei und so viele Termine im Kalender habe - gerade vor Weihnachten als ehemaliger Pastor, dass er dieses schöne Projekt leider nicht anpacken kann. Doch für alle Probleme dieser Welt gibt es eine vernünftige Entscheidung und Lösung - auch wenn es schwer fällt. Herr Gauck hat in seinem Leben schon für viele schwierige Probleme und persönliche Herausforderungen eine ausgeklügelte kreative Lösung gefunden.

Die Zeit drängt. Die nötige Zeit für das Projekt fehlt. Was hilft Herrn Gauck? Wer hilft ihm bei dieser Herausforderung?

Herr Gauck könnte sich Hilfe holen, gleich aus seiner Nähe. Die Partnerinnen früherer Präsidenten engagierten sich auch sozial. Also: Herr Gauck entschließt sich kurz: Eine Flüchtlingsgroßfamilie zieht mit ins Palais Bellevue und wird unter seiner Regie und mit seinen Helfern betreut. Und diese soziale Wohltat wird dann stilvoll und glücklich auf dem nächsten Bundespresseball und der Entgegennahme eines „Bambi" gefeiert. Öffentlichkeit und entspannende Feste müssen sein - gerade für einen gestressten Bundespräsidenten. Die Neuankömmlinge verändern unser Land!

Nimmt Herr Gauck diese neue deutsche Herausforderung an? Zögert Herr Gauck mit seinen Helferinnen und Helfern immer noch, wo doch so schnell gehandelt werden muss?

Eine Weihnachtsanekdote ist immer fiktiv. Personen und Handlungen sind frei erfunden, können aber - natürlich aus Zufall - in der Wirklichkeit existieren. Falls Herrn Gauck diese christliche Geschichte nicht gefällt, so kann er natürlich annehmen, dass sie sich auf andere Personen mit dem genannten Namen und Beschreibungen beziehe. Und einfach nur wunderbar und märchenhaft ist.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite