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15/10/2015 06:31 CEST | Aktualisiert 15/10/2016 07:12 CEST

Wie es den Deutschen besser gehen und sie sogar noch gesünder und schöner aussehen würden

Thinkstock

Als kleiner Bub, als Dreikäse-Hoch mit 2 Jahren, bekam ich eine Angina mit hohem Fieber und salzigen Tränen. Meine Eltern brachten mich zu einem Kinderarzt und Wunderheiler, der sich freute, ein neues Versuchskarnickel für seine tollen Therapien zu finden.

Wenn ich Ihnen diese schildern würde, würde es Ihnen schlecht werden, und ich unterlasse es deshalb rücksichtsvoll. Jedenfalls ruinierte der Kinderarzt meinen Hals für mein ganzes Leben. Seitdem kränkelte ich vom Hals abwärts.

Andere konsultierte Ärzte meinten, mein Hals sei so tiefgründig ruiniert, dass nur eine Amputation helfe. Dazu gaben meine Eltern keine Einwilligung, da sie fürchteten, mich ohne Hals nicht mehr zu erkennen.

Da alle ärztliche Kunst nicht weiterhalf, suchte ich später Seelentrost bei Mark Twain und fand einen Gesundheitstipp von ihm: „Wenn Du krank bist, zieh aufs Land; und wenn Du immer noch nicht gesund ist, zieh in ein Holzhaus!" (Ob dieser wirklich von Ihm stammt, konnte ich nicht überprüfen, denn der Autor war nicht mehr per Handy zu erreichen).

Mark Twains Rat überzeugte. Ich verließ die krankmachende Stadt mit ihren krankmachenden Ärzten und zog aufs gesundmachende Land. Doch die gesunden Wirkungen des Landlebens auf meinen Hals und andere Organe blieben aus.

Ich versuchte es mit der zweiten Hälfte des Rates von Mark Twain und wollte in ein Holzhaus ziehen. Doch da ich kein passendes auf dem Land fand, musste ich es mir wohl oder übel selbst bauen - aus frischen Kieferbrettern und -Balken, die wunderbar nach Holz und Harz, nach Wald und der großen gesunden weiten Welt dufteten.

Das Blockhaus war errichtet. Wie jedes neu gebaute Haus wollte ich auch das Holzhaus drei Tage durchlüften, damit es sich an das Klima des neuen Standortes anpasst. Ich öffnete alle Fenster und Türen und bot frischem Wind und der Zugluft freie Fahrt ins Haus.

Nach drei Tagen wollten wir unser Holzhaus beziehen, doch wir mussten feststellen, dass schon alle Räume beschlagnahmt waren. Hausbesetzer aus allen Ecken und Enden in der Gegend waren herangereist, herangeflogen, herangekrochen oder herzu gekrabbelt. Sie hatten sicher auch von Mark Twains Gesundheitsratschlag gelesen und wussten, wie gut das Wohnen im unbehandelten Kiefernholz tut und hatten die günstige Gelegenheit am Schopf gepackt.

Ins Haus zu treten, war nichts für Feiglinge und erforderte Mut oder Schutzkleidung. In allen Ecken und Enden des Hauses schwirrte, summte, surrte, kroch, flog und flatterte es: Alles, was die Gegend an Fliegen, Mücken, Bremsen, Schnaken, Wespen und anderem fliegenden Getier zu bieten hatte, waren versammelt.

Es fehlten bloß noch Hase, Fuchs und Dachs, Hirsch und Wildschwein. Das Haus war schon belegt und die neuen Hausbesetzer begannen, sich häuslich einzurichten, Nester für den Nachwuchs und die Familie zu bauen, Spielplätze für die Kinder, Tanzfläche für die Älteren und jede Menge versteckte Kuschelecken mit eigenen Artgenossen. Ein Mega-Insektenhotel hatten wir errichtet!.

Ich legte mir für eine Weile das Hobby eines Kammerjägers zu, wobei ich darauf achtete, in meinem Holzhaus kein gefährliches Insekten-Giftgas einzusetzen.

Seitdem wohne ich in meinem Holzhaus. Nach und nach verschwanden meine Beschwerden rund um Hals und Co. Ich fühle mich dort richtig wohl und gesund. Nirgends wo auf der Welt geht's mir so gut - wie inmitten der Holzbretter - ohne Industrieprodukte, wie Plaste oder Spanplatten oder Lacke.

Solche gesundmachende Holzhäuser sind in Deutschland eine Rarität. Nach alter Tradition setzt man immer noch auf kalte Steine und staubigen Zement, obwohl es doch so viel warmes duftendes Holz gibt. Unbehandeltes Holz atmet und wirkt sogar wie Klimaanlage und eine Wellness-Oase und Gesundbrunnen - ohne Extrakosten.

Wer in einem Holzhaus wohnt, sieht auch besser, fitter, jünger und gesünder aus als ein Steinhausbewohner. Und an Kosmetik und Schönheitssalons können Sie auch sparen, das liefert das unbehandelte Holz als Nebenwirkung frei-Haus.

Den Deutschen würde es nach Mark Twains Rat in Holzhäusern nicht nur besser gehen, sondern sie würden gewiss auch noch fitter, jünger und schöner aussehen.

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