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13/10/2015 12:20 CEST | Aktualisiert 13/10/2016 07:12 CEST

Sahras Welt - Best of Wagenknecht

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Jetzt übernimmt sie von Gysi die Führung der Linksfraktion im Bundestag. Aus den Talkshows der Republik ist sie nicht mehr wegzudenken, die Vorzeige-LINKE Sahra Wagenknecht. Immer gut gestylt und aufgebrezelt, immer hellwach und sendungsbewusst.

Wenn man ihr öfter zuhört, nerven ihre ständigen Wiederholungen und ihre sklavische Unterwerfung unter die neomarxistische Phraseologie. Beispiele gewünscht?

Sparprogramm

Nein, die Verschuldung zu Gunsten der jüngeren Generation zurückzufahren ist nicht Sahras Ding.

Immer in die Vollen, Sozialausgaben bis die Schwarte kracht, Geld, das der Staat unter die Leute bringt, ist segensreiches Geld, die nächste Generation soll selbst sehen, wie sie zurecht kommt. Und woher soll außer dem Schuldenmachen das Geld kommen? Von den Reichen oder Besserverdienern! Diese zu melken, damit der Staat das Geld für den Glorienschein der Linken unter die Leute bringen kann, ist die Basis der marxistischen Träumerei.

Doch so wurde noch nirgendwo auf der Welt ein nachhaltiger Erfolg erzielt. Na ja, sagt die Ideologin, auch wenn alle Linken das in der Vergangenheit falsch gemacht haben, jetzt machen wir es richtig und zeigen es der Welt!

Griechenland

Die Vorgängerregierungen waren schlecht und korrupt (obwohl sie Jahrzehnte lang vom gleichen Volk gewählt wurden wie die linke Syriza), Tsipras, und seine Genossen machen alles gut, die Bösen sind die Vertreter der steuerzahlenden Bürger anderer Euro-Staaten.

Im Wahlkampf hat Syriza zum Beispiel den Rentnern in schöner Tradition der vorherigen Regierungen eine 13. Rente versprochen, wohl wissend, dass nicht einmal die andern 12 Renten pro Jahr gezahlt werden können. Aber linke Lügen sind gute Lügen.

Griechenland dazu anzuhalten, nicht mehr auszugeben, als an Steuern eingenommen wird, nennt man Spardiktat oder ein Programm zur Volks-Verelendung. Die Haftung der ehrlichen Steuerbürger anderer EU-Länder ist nicht der Rede wert.

Kampfziel ist, „die Reichen und die Milliardäre in ganz Europa zu besteuern", wohl wissend, dass .dies eine Worthülse ist, da man dafür Einstimmigkeit, weit über die EU hinaus, bräuchte.

Kommunistische Plattform

Einige Jahre war Sahra Wagenknecht Vorsitzende dieses extremen Flügels der Partei. Es ist laut Satzung „der Zusammenschluss von Kommunistinnen und Kommunisten mit dem Ziel, die Bewahrung und Weiterentwicklung des Kommunismus zu fördern". Erst, als ihr Ämter im Partei- und Fraktionsvorstand angeboten wurden, hat sie zwangsläufig die Führung der ultralinken Truppe abgegeben.

Venezuela

Von Hugo Chavez, dem inzwischen verstorbenen sozialistischen Führer des südamerikanischen Landes war Wagenknecht bei einem Besuch im Jahr 2004 tief beeindruckt. Das Land hat nach Saudi-Arabien die zweitgrößten Ölvorräte der Welt, wurde aber trotz dieser Bodenschätze von Chavez in die Volksarmut geführt.

Die Ölindustrie wurde nach sozialistischer Doktrin verstaatlicht und dann, wie immer im Sozialismus durch Vetternwirtschaft und ideologische Ausrichtung bis zur Pleite getrieben. Saudi-Arabien, sonst kein Vorbild, schwimmt im Geld und in Venezuela sind die Läden leer.

In guter alter kommunistischer Tradition wird dann nicht das Problem durch marktwirtschaftlichen Wettbewerb gelöst, sondern ein Fotografierverbot in Supermärkten verhängt.

Gott behüte uns vor den Chavez-Bewunderern!

DDR

Um Gotteswillen, nur dieses Thema nicht in Argumentationen mit Wagenknecht einbringen. Die DDR ist nach Sahras Überzeugung kein richtig sozialistisch oder kommunistisch geführtes Land gewesen, es war eher ein irgendwie staatskapitalistisches Land.

Der Stalinismus musste wegen der Konfrontation mit dem Westen irgendwie sein und bitte, der heutige Kommunismus nach Wagenknecht-Interpretation hat ja nun gar nichts mit DDR und Stalin oder so zu tun, alles wird besser!

Putin

Mit der Krim-Annexion und dem Einmarsch in die Ukraine stieg die Bewunderung der Linkspartei samt Wagenknecht für Wladimir Putin. Er allein hat in diesem Konflikt, den es ohne Putin gar nicht geben würde, die Verantwortung für die über 6.000 Toten, dazu die vielen Verwundeten, Obdachlosen und Flüchtlinge zu tragen.

Nein, sagt die Linke, die „Faschisten in Kiew" sind schuldig, die sich vom Joch eines von Putin unterstützten Kleptokraten befreien und den Weg in ein freies Europa gehen wollten. Wahrscheinlich wird Wagenknecht Putin für den Menschenrechtspreis vorschlagen. Abgesehen von den Putin-Kriegen ist die Linke streng pazifistisch und an allem sind logischerweise die USA Schuld.

Steuern

Die können für Besserverdienende in Wagenknechts Welt nicht hoch genug sein. Dass früher Schweden mit den überdimensionierten Steuersätzen und damit sein ach so vorbildliches Sozialstaatsmodell zusammengebrochen ist, beeindruckt die Linke nicht.

Dass Präsident Hollande in Frankreich mit seiner Spitzensteuer-Ideologie von 75% auch krachend gescheitert ist und außer Arbeitslosigkeit nichts auf die Beine brachte, nicht der Rede wert. Aber ganz aktuell kommentierte die Spitze der deutschen Linken mit Beifall den Vorschlag der Tsipras-Regierung, die Unternehmenssteuern für Betriebe mit mehr als 500.000 Euro Gewinn deftig zu erhöhen.

Dies hat die geldgebende Troika abgelehnt. Wer in diesen Zeiten in Griechenland noch guten Gewinn macht, muss eine exzellente Firma führen, Grund genug, den Laden durch den Steuerknüppel kaputt zu machen. Soviel zur Steuer-Ideologie.

Die Banken

Jetzt sind wir beim richtigen Reizthema angelangt. Wallstreet und die Banken, sind ein Übel unserer Zeit. Darüber kann man reden. Wie bei allen guten Sozialisten gehören Banken verstaatlicht.

Politbüromitglieder und hörige Beamte in die Vorstände geschickt und alles wird gut! Wohin das führt, kann man gut an unseren staatlichen Landesbanken ablesen, die alle irgendwie gescheitert sind und auf Kosten der Steuerzahler mit einem Riesen-Milliardenaufwand aufgelöst, fusioniert und gerettet werden mussten. Für Wagenknecht offenbar nur ein Betriebsunfall.

Steuern

Unternehmen, Unternehmer und Vermögende sollen bluten. Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Reichensteuer und Vermögensabgabe, alles soll herausgepresst werden, um den sozialistischen Staat mit all seinem Segen zu finanzieren, bis zum Untergang, was die Geschichte beweist. Noch nirgendwo konnte ein sozialistisch-kommunistischer Staat langfristig bestehen, ausgenommen Nordkorea.

Das dies ein Vorbild sein soll, hat Wagenknecht noch nie gesagt, aber vielleicht gedacht. In Deutschland könnte man doch so etwas nochmal ausprobieren, noch geht uns ja gut.

Für die Beseitigung des DDR-Nachlasses in Wirtschaft, Umwelt, Infrastruktur und Wohnraum mussten wir von den Deutschen erarbeitete 2 Billionen Euro investieren und sind dabei, uns davon gerade zu erholen. Also, auf zum nächsten sozialistischen Experiment!

Und jetzt?

Die obige Phrasen-Sammlung wird uns bei jeder Bundestagsrede von Frau Dr. Wagenknecht begleiten. Zur Ideologie des Sozialismus gehört es, zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit in die Phraseologie auszuweichen. Und was nicht passt, wird passend gemacht.

Günter Morsbach

Herausgeber „Reitender Bote -

die kürzeste Wochenzeitung der Welt"

www.reitender-bote.de

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