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18/08/2014 08:20 CEST | Aktualisiert 18/10/2014 07:12 CEST

"Darf man das?" - Warum es nicht unmoralisch ist, bei "Promi Big Brother" mitzumachen

Sonntagabend begann "Promi Big Brother". Und die Kritiker der Nation sind prompt zur Stelle. Ob man das Format nun mag oder nicht, sei dahingestellt. Aber die Frage muss erlaubt sein, ob es wirklich so verwerflich ist, sich im TV für viel Geld zu präsentieren.

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Was würdest Du für 100.000 Euro tun? Was wärest Du bereit zu machen, wie weit würdest Du gehen? Eine etwas polarisierend von mir gestellte Kolumne zum Wochenende.

Sonntagabend begann um 20:15 Uhr "Promi Big Brother". Und die künstlichen Aufreger und Kritiker der Nation sind ungefragt prompt zur Stelle. Ob man das Format nun mag oder nicht, sei einmal dahingestellt. Es wird keiner dazu verpflichtet und es muss sich auch niemand ansehen, der es als grenzwertig empfindet. Es braucht auch keiner die Print-Infos in den einschlägigen Zeitungen dazu zu verkonsumieren.

Aber die Frage darf und muss erlaubt sein, ob es wirklich so verwerflich ist, sich im TV - für relativ viel Geld, im Zweifel für 14 Tage, teilweise sogar entblößt, auch nervlich - zu präsentieren. Ist das in Wirklichkeit nicht vielleicht nur ein Job? Alle, die in dieses Haus einziehen, hatten genügend Zeit, sich das im Vorfeld zu überlegen. Das Format ist allseits bekannt und nichts aufregend Neues. Jeder Proband konnte Abwägen - ist es für meine vermeintliche Karriere eher förderlich oder eventuell sogar hinderlich? Mit welchen Folgen muss ich mich anschließend gelegentlich herumschlagen oder auseinandersetzen?

Dabei sollten wir nicht vergessen: Die Akteure, in einem Atemzug auch gerne Z-Promis genannt, machen dort alle nur ihren Job. Jürgen Milski sagte letztens an der Bar bei der Tarzan-Premiere in Stuttgart zu mir: "Frank, was wir hier machen, ist reine Promotion. Sehen und gesehen werden. Ich muss genauso wie du Miete, Auto, Versicherungen, Unterhalt und mein Essen bezahlen. Wir machen hier alle nur unseren Job. Mich zu präsentieren, in die Kameras zu lachen und über den Red Carpet zu klettern, ist meine Einnahmequelle."

Und genau so sollte man es betrachten: einigermassen nüchtern. Es ist eine Show. The Show must go on. Der eine macht sich öffentlich mehr zum Deppen, der andere etwas weniger. Jeder verkauft sich dort auf seine Weise und ist sich des Risikos voll bewusst. Der eine verkauft sich billig und der nächste etwas teurer.

Empathie heißt das Schlüsselwort. Hat mich mein Trainer auf die anstehende Challenge hoffentlich gut vorbereitet? Komme ich sympathisch rüber? Bin ich so beliebt, dass es mir hinterher mehr lukrative und bessere Jobs und Einnahmemöglichkeiten erschließt?

Der Zuschauer macht sich darüber kaum Gedanken - der lästert, urteilt, verunglimpft und verurteilt nur. Aber denken wir doch mal weiter: Wer regt sich da nun eigentlich wirklich auf? Hochverdiener, oder die, die ohnehin niemand gefragt hätte, ob sie an so einem verrückten TV-Format teilnehmen möchten? Wer schreit und kreischt am lautesten? Das vermag jeder selbst zu beantworten. Vielleicht ist es ja auch gar nicht der Rede wert und geht den meisten ohnehin am Allerwertesten vorbei?

Frage: Bekommst Du für Deine Tätigkeit in den nächsten 14 Tagen ebenfalls ungebremst bis zu 100.000 Euro? Kannst Du diese Frage mit JA oder eher mit NEIN beantworten? Bringt Dir Deine Tätigkeit in den nächsten Tagen und Wochen auch so viel öffentliche Aufmerksamkeit in den Medien und neue Angebote?

Versuchen wir doch diesen Beitrag schmunzelnd und Augenzwinkernd zu betrachten und nicht alles so furchtbar ernst zu nehmen.

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung vom Autor:

"Ein unmoralisches Angebot" mit Robert Redford und Demi Moore ist ein Film, der diese Diskussion zum Wochenende mit IHREM Partner oder IHRER Partnerin noch befeuern wird.

Story: "Der Milliardär John Gage bietet Diana für eine Nacht im Bett mit ihr eine Million US-Dollar. Was soll sie tun? Was würden Sie tun?

Ein klischeehaftes Pseudo-Drama, das die Macht des Geldes und seinen Einfluss auf jeden menschlichen Lebensbereich benutzt und eine erhebliche Frage aufwirft.

Was bist Du bereit für viel Geld zu machen? In diesem Fall für 1.000.000 US-Dollar. Wie weit würdest Du gehen?

Ist Moral nur Mangel an Gelegenheit?

Video: Penis-Eklat und Po-Klatscher: Eskalation bei “Promi Big Brother”