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26/01/2017 06:04 CET | Aktualisiert 27/01/2018 06:12 CET

FinTechs wirbeln die Branche auf: Digitale Transformation in der Branche

gradyreese via Getty Images

Die Diskussion über die Abschaffung des Bargeldes wird in Deutschland hitzig geführt. Große Aufregung gab es, als im ersten Drittel des Jahres 2016 Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit dem Vorschlag vorpreschte, Barzahlungen über 5.000 Euro überhaupt nicht mehr zuzulassen.

Der Vorschlag verschwand schnell in der Versenkung. Noch vor zwei Jahren gaben 80 Prozent der befragten Bundesbürger an, am liebsten mit Bargeld zu zahlen. Ganz anders in unserem nördlichen Nachbarland Schweden.

Hier zahlen lediglich nur noch 30 Prozent der Schweden mit Scheinen oder Münzen. Diese Entwicklung der Digitalisierung wird - auch wenn zeitverzögert - nicht in der größten europäischen Volkswirtschaft aufzuhalten sein.

 

In einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC gab Anfang 2016 jeder Dritte der 1035 befragten Deutschen an, er habe schon mal bargeldlos per Smartphone bezahlt. Der Grund: Die meisten haben Angst, dass bei mobilen Bezahlverfahren Daten gehackt und missbraucht werden könnten. Diese Nutzer-Zurückhaltung wird dann aufgegeben, wenn Verbraucher begreifen werden, dass die Zahlungswege sicher sind.

 

Die Digitalisierung hält auch vor unserem Kaufverhalten und der Bankenlandschaft nicht an. Im Alltag zeigt sich das unter anderem beim bargeldlosen Bezahlen per Mobile Payment und Cardless Cash. Der Griff zum Smartphone wird den Gang in die Bankfiliale und an den Geldautomaten ablösen.

FinTech ist das Zauberwort und wird die Finanz- und Bankenbranche durcheinander wirbeln. FinTech Unternehmen sind Anbieter von mobilen Bezahlsystemen, Versicherungsapps oder Crowdinvesting-Plattformen. Sie alle legen einen starken Fokus auf Nutzerfreundlichkeit und den niedrigschwelligen Zugang zu ihrer Dienstleistungen.

 

Digitale Transformation

Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass die „digitale Revolution" ein wahres Mammutprojekt ist, bei dem die deutschen Unternehmen noch einige Hausaufgaben zu erledigen zu haben. Aufhalten lässt sie sich nicht.

Während im B2B-Bereich die digitale Transformation noch etwas auf sich warten lässt, ist sie im Finanz- und Consumer-Bereich bereits erfolgreich eingezogen. 

Ob es um das digitale Bezahlen, Investieren oder die Online-Identifizierung geht - die praktischen Finanz-Apps sind im Alltag kaum mehr fortzudenken.

 

Auf dem Sektor des modernen Banking- und Finanzmanagements findet ganz klar die meiste dynamischste Entwicklung statt. Hier ist und war die stärkste Volatilität am Markt vorhanden. Frank S. Jorga, Geschäftsführer und Gründer von WebID sieht vor allem weiteres Potential in eCommerce-orientierten Branchen: „Jeder von uns tätigt Online-Transaktionen und erwartet ein Höchstmaß an Professionalität von seinem Anbieter.

Der Kunde wünscht sich eine sichere und unkomplizierte Usability; er möchte orts- und zeitunabhängig seine Finanzen bequem und sicher managen und ein Konto z.B. während einer Bahnfahrt eröffnen können.

Mittels intelligenter Apps ist es nun problemlos möglich, online Verträge abzuschließen oder seine Finanzen zu verwalten. Manche FinTechs wie z.B. Ginmon übernehmen sogar mit intelligenten „Robo-Advisors" das Investieren. 

Licht und Schatten bei innovativen Unternehmen

Zwar liefern uns die jungen Start-Ups leicht zu bedienende Apps, doch ebenso wichtig ist es bei aller Innovation beim Punkt Sicherheit die nötige Sorgfalt walten zu lassen. Genau hier gibt es eine durchmischte Gemengelage auf dem Markt.

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Damoklesschwert Datenschutz-Grundverordnung

In Puncto Datensicherheit gibt es auf Seiten der Legislative Bewegung. Seit 2016 müssen personenbezogene Daten aufgrund eines umfassenden Katalogs an Anforderungen noch besser dokumentiert werden. Unternehmen, die dagegen verstoßen drohen ab 2018 Bußgeldstrafen in Millionenhöhe.

Matthias Schulte-Huxel, CSO des Berliner IT-Unternehmens 8MAN und Experte für Cyber Security möchte dem Mittelstand die Tragweite dieser Reform vor Augen führen: „Wer nicht handelt, wird abgestraft.

Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) kommen enorme Herausforderungen auf die KMUs zu. Unternehmen müssen Kunden mit der Verpflichtung der Richtlinie ab 2018 weitaus früher und detaillierter darüber informierten, dass sie die Daten der Kunden verarbeiten und diese lückenlos dokumentieren müssen. Es ist Zeit zu handeln."

Die deutschen FinTechs haben das Potential die Welt zu verändern. Sie müssen nur auf Kurs bleiben und ein Argusauge auf die Sicherheit legen. Uns steht ein spannendes Jahr 2017 bevor.

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