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13/12/2015 05:43 CET | Aktualisiert 13/12/2016 06:12 CET

Cannabisclubs: Nur high geht es Deutschland gut

ullstein bild via Getty Images

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Von Regierungsseite wird ständig betont, dass es Deutschland gut geht. Doch jeder kennt unzählige Beispiele dafür, was noch alles zu tun wäre. Als drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE bewegen mich natürlich besonders die vielen Versäumnisse in der Drogenpolitik der Bundesregierung. Da ist zum einen das unsinnige Verbot von Cannabisprodukten und zum anderen die mangelnde Prävention im Drogenbereich.

Jede Droge hat ihre Risiken und ihre Gefahrenpotentiale, aber die Illegalisierung bewirkt erst, dass Zehntausende unsinnigerweise mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Auch gelangen dadurch immer neue Arten von Drogen auf dem Markt.

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Beispielsweise beinhalten Zweidrittel der sogenannten Legal Highs nachgeahmte, synthetische Cannabinoide. Leagal Highs entsprechen einer Drogenkategorie, die im Falle einer Legalisierung von Cannabis an Bedeutung verlieren würden und gar ganz vom Markt verschwinden würden.

Verbotspraxis kann als gescheitert bezeichnet werden

Schwarzmarktdrogen weisen gefährliche Beimischungen auf und die Organisierte Kriminalität macht dadurch Milliardengewinne, welche durch die in Deutschland durchgeführte Prohibition weiterhin gefördert wird. Die in Deutschland geführte jahrzehntelange Verbotspraxis kann als gescheitert bezeichnet werden. Trotz des Krieges gegen die Drogen, sind diese überall erhältlich und kein Drogenkonsument weiß, was er da genau konsumiert.

Ein legaler Verkauf von Cannabis oder die von mir bevorzugte Variante der Cannabisabgabe durch Cannabisclubs hingegen würde viele Probleme lösen. Die Erfahrungen der Legalisierung von Drogen in den Niederlanden und anderenorts beweisen, dass es keinen Anstieg der Drogennutzung zur Folge hat.

Stattdessen würde der Verbraucher- und Jugendschutz erstmals gewährleistet werden. Niemand kommt mehr wegen Drogenkonsums in Konflikt mit der Polizei und zugleich wird die Polizei noch massiv entlastet. Das Geld was zur Strafverfolgung bisher eingesetzt wird, könnte so direkt in Prävention, Aufklärung und Substitutionsprogramme fließen.

Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits getan, dennoch ist es ein gewisser Weg. Die Bundesregierung hat durchsickern lassen, dass durch eine Gesetzesänderung der Zugang zu medizinischem Cannabis vereinfacht werden soll.

Daran erkennen wir, dass in Politik und Gesellschaft sich die Mehrheiten zusehends in Richtung einer liberaleren Drogenpolitik verschieben. Vielleicht gibt es schon mit einer neuen Bundesregierung ab 2017 grundlegende Änderungen. Ich würde mir das sehr wünschen!

Auch auf HuffingtonPost.de: Wissenswertes über Cannabis

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen, denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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