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11/12/2016 11:07 CET | Aktualisiert 12/12/2017 06:12 CET

Renten Sichern, die Private Altersvorsorge auch!

dpa

Die Befreiung von der Grunderwerbsteuer wäre das beste Mittel, Eigentumsbildung zu fördern

Seit 2011 ist die Rente jedes Jahr gestiegen. In diesem Jahr sogar um den historischen Wert von fünf Prozent. Zu Recht! Bundesbürger, die ein Leben lang in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt haben, sollen im Alter eine gute und sichere Rente bekommen. Sie haben durch ihre Arbeit zum Wachstum Deutschlands beigetragen. Deshalb ist auch das Ziel richtig, das Rentenniveau nicht unter 46 Prozent sinken zu lassen.

Gleichwohl müssen wir an die nächste Generation denken. Die Festschreibung des Rentenbeitragssatzes auf 22 Prozent bis zum Jahr 2030 garantiert nur, die jetzigen Beitragszahler nicht zu überfordern. Ihre Altersvorsorge ist damit jedoch noch nicht gesichert.

Man muss kein Matheprofi sein, um zu erkennen, dass die heutige, junge Generation zusätzlich vorsorgen muss. Bloß wie? Der Bund bietet für junge Menschen bislang zu wenig Hilfe. Neben Riester, die nur 16 Millionen Deutsche nutzen, gibt es kaum andere Instrumente. Gleichzeitig scheiden einst bewehrte Mittel wie die Lebensversicherung aufgrund des Niedrigzinses heute als zu unattraktiv aus.

Deutschland geht es besser denn je. Darüber können wir uns freuen. Die Hände dürfen wir deshalb aber nicht in den Schoß legen.

Das wäre der heutigen und nächsten Generation tatsächlich unfair gegenüber.

Die beste Form der Altersvorsorge ist nach wie vor die Eigentumsbildung. Gerade in Deutschland liegt darin viel ungenutztes Potenzial. Nur 45 Prozent der Bundesbürger lebt NICHT zur Miete. In fast keinem anderen Land Europas ist die Eigentumsquote so gering. In Berlin sind es sogar nur 15 Prozent.

Mehr zum Thema: Aus Hungerlöhnen können keine Luxusrenten entstehen

Keine Miete im Alter bedeutet Verlässlichkeit und Stabilität. Durch die steigenden Immobilienpreise ist Eigentumsbildung für junge Menschen zuletzt immer schwieriger geworden. Gerade in Großstädten wie Berlin. Deshalb spreche ich mich für eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer aus. Sie ist seit 2006 auf Spitzensätze von bis zu 6,5 Prozent gestiegen ist und stellt dadurch beim Immobilienerwerb eine enorme Zusatzbelastung dar.

Eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb einer privat genutzten Immobilie würde insbesondere junge Familien entlasten. Anders als Bundesbauministerin Hendricks nur auf Ballungsräume beschränkter Eigenheimzuschuss von bis zu 20.000 Euro würde die Befreiung von der Grunderwerbsteuer Eigentumsbildung in ganz Deutschland fördern. Auch wäre sie - neben Unabhängigkeit von Einkommenshöhe und Immobilienpreis - von der Kinderzahl losgelöst, was gerade in einer Stadt wie Berlin mit über 50 Prozent Singles wenig Sinn macht.

Wir müssen Eigentumsbildung für alle leichter machen, nicht nur für einen Teil der Menschen, an einem bestimmten Ort.

Zuletzt bergen direkte Zuschüsse wie Frau Hendricks Vorschlag oder auch das Baukindergeld immer das Risiko, das sie - wie bei der Eigenheimzulage - auf Immobilienpreise umgelegt werden und sie erhöhen.

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Die Deutschen sind Meister im Planen von Finanzen. Ein Leben lang Miete zahlen ist ein unkalkulierbares Risiko. Das Ende des Mietanstiegs ist noch nicht erreicht. Die Tilgung eines Baudarlehens beinhaltet dagegen monatlich festgelegte Raten. Die Diskussion um die Altersvorsorge kommt zur rechten Zeit. Jetzt geht es darum, an der richtigen Stelle anzusetzen: Die Befreiung von der Grunderwerbsteuer wäre eine der besten.

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