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03/12/2015 04:01 CET | Aktualisiert 03/12/2016 06:12 CET

Islamdebatte: Ein Muslim will etwas klarstellen

Hemera Technologies via Getty Images

Es wäre für den Zusammenhalt der Gesellschaft sehr hilfreich, wenn im Rahmen der Berichterstattung und der politischen Auseinandersetzung ein verantwortungsvollerer sprachlicher Umgang mit islamischen Termini erfolgen würde.

Ich möchte betonen, dass ich den Journalisten, Kommentatoren und Gästen der Runden nichts unterstelle. Sie mögen aus ihrer Sicht absolut sachlich und objektiv sein.

Allerdings führt die falsche Verwendung islamischer Begriffe dazu, dass die islamische Lehre entstellt und die eigentlichen Botschaften letztendlich ihrer Sinne beraubt werden. Die Zuschauer und Zuhörer erhalten ein falsches Bild vom Islam, und das spielt den Terroristen in die Hände.

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Ein Beispiel: Wenn ein Mensch christlichen Glaubens einen Terroranschlag verübt, wird kein Bezug zum Christentum hergestellt um den Täter zu beschreiben.

Er wird sachlich und objektiv als Terrorist bezeichnet. Wenn ein Mensch jüdischen Glaubens einen Terroranschlag verübt, wird kein Bezug zum Judentum hergestellt um den Täter zu beschreiben. Auch er wird sachlich und objektiv als Terrorist bezeichnet.

Wenn der Täter nach eigenem Bekunden ein Muslim ist, wird er hingegen leider als Islamist bezeichnet. Es bedarf keiner Sonderbehandlung, wir sollten nur stets sachlich und objektiv sein statt fallbezogen andere Maßstäbe anzulegen. Weiterhin bezeichnet sich die Terrororganisation DAECH als „Islamischer Staat".

Aber dass sie nicht islamisch sondern eher satanisch ist, müsste jedem Betrachter offenkundig sein. Und ein Staat ist sie auch nicht. Daher sollte sie folgerichtig nicht als Islamischer Staat bezeichnet werden.

Weiterhin erklären sich die barbarischen Terroristen zu Dschihadisten und auch die Medien bezeichnen sie so. Dabei hat der Dschihad mit diesen Terroristen nichts aber wirklich gar nichts gemein.

Konzept der Auseinandersetzung des Gläubigen mit dem Bösen

Der Dschihad ist das Konzept der allumfassenden Auseinandersetzung des Gläubigen mit dem Bösen in all seinen Facetten. Das Ziel ist eine Veränderung hin zum Guten zu erreichen und sich dem Göttlichen anzunähern. Es gibt zwei Seiten.

Der große Dschihad bezeichnet den inneren Kampf des Gläubigen gegen seine persönlichen Untugenden, die ihn davor abhalten Gott näher zu kommen.

Als kleiner Dschihad wird der „zulässige Kriegsdienst" bezeichnet. Hierzu gehören kein Angriffskrieg und keine gewaltsame Verbreitung des Glaubens, vielmehr geht es einzig und allein darum sich, seine Mitmenschen und sein Land im Falle eines Angriffs zu verteidigen.

Der Verteidigung sind enge Grenzen gesetzt, so darf gegenüber Kindern, Älteren, Frauen, Behinderten, Religionsvertretern, Diplomaten und Gefangenen keine Gewalt ausgeübt werden. Folter ist ebenso verboten wie die Tötung vom Vieh.

Es dürfen noch nicht einmal Obstbäume gefällt werden. Sie sehen, die Taten der Terrororganisationen können nicht mit dem Islam erklärt oder gerechtfertigt werden. Die Terroristen nutzen wieder einmal die Hülle des Islam, entleeren den Sinn der Begriffe und füllen den Begriff mit einem neuen Inhalt.

Für sie ist der Dschihad ein Synonym für einen heiligen Krieg. Allerdings stammt das Konzept des heiligen Krieges aus dem Christentum (Kreuzkriege) und ist im Islam überhaupt nicht enthalten. Die Verbreitung des Glaubens mittels Gewalt ist dem Islam gänzlich fremd.

"Es gibt keinen Zwang in der Religion"

So sagt der Koran ausdrücklich „Es gibt keinen Zwang in der Religion" (2:256). Das ist auch logisch, denn man könnte zwar mit Zwang Menschen zur Aussprache irgendeines Glaubensbekenntnisses führen, damit wäre jedoch kein Glaube verwirklicht. Der Islam erklärt, dass der Glaube nur aus dem Herzen kommen muss.

Ein Zwang würde nur zu Scheinheiligkeit führen und Heuchler statt Gläubige hervorbringen. Gott weist in 39:41 Mohammed an, dass man niemand zum Glauben zwingen darf, wenn dieser ihn ablehnt: "Siehe, wir sandten dir das Buch mit der Wahrheit für die Menschen herab.

Wer sich führen lässt, tut es zu seiner eigenen Gunst, und wer vom Weg abweicht, tut es zu seinem Schaden. Du bist für sie nicht verantwortlich."

Und in 10:99 sagt Gott: "Hätte dein Herr es gewollt, würden alle Menschen gläubig werden. Willst du die Menschen etwa zwingen, dass sie gläubig werden?" Ein letztes Beispiel: 18:29: "Sprich: 'Die Wahrheit kommt von eurem Herrn. Wer will, der glaube, und wer da will, der bleibe ohne Glauben!'".

Es ist simpel: Wer möchte, glaubt an den Islam und wer nicht möchte, glaubt nicht daran. In einigen angeblichen islamischen Staaten wie in Saudi Arabien werden Abtrünnige zum Tode verurteilt.

Die Terrororganisationen handeln auch so. Allerdings enthält der Koran keinen einzigen Vers, der eine Maßnahme wie Haft oder Tod empfiehlt oder gar vorschreibt, wenn ein Muslim sein Glauben aufgibt um einen anderen Glauben anzunehmen oder glaubenslos zu werden.

Es gibt hierzu keine einzige Aussage. Was es gibt, ist die Ankündigung einer Bestrafung des Abtrünnigen im Jenseits (4:11 und 4:137).

Der aktuelle Terror der DAECH hat vielschichtige Gründe. Es haben viele Entwicklungen ihn ermöglicht und begünstigt. Und leider trägt auch der Westen eine Mitverantwortung. Zwei Beispiele: Saddam Hussein war gewiss ein gnadenloser Diktator und die Iraker waren vermutlich ähnlich frei wie die Menschen in der ehemaligen DDR.

Aber im damaligen Irak konnten die extremen Fundamentalisten und Terroristen sich nicht niederlassen und ausbreiten. Die USA haben Saddam Hussein unter dem Vorwand der Unterstützung des internationalen Terrorismus gestürzt.

Sie hinterließen ein Vakuum

Allerdings haben sie nach dem Umsturz ein Vakuum hinterlassen. Das hat ermöglicht, dass der Irak zu einer Brutstätte des Terrorismus verkommen ist. Es konnte sich ein irakischer Ableger der Al-Kaida dort bilden und ausbreiten, der sich im Laufe der Zeit von Al-Kaida losgelöst hat und aus dem später der DAECH hervorgegangen ist.

Ein weiteres Beispiel: Deutschland unterstützt das Königreich Saudi Arabien ganz offen mit Waffenlieferungen.

Saudi Arabien ist aber eine brutale und menschenverachtende Diktatur, die Extremisten einen geistigen Nährboden bietet, Terroristen finanziell unterstützt und auch in Nachbarsländer militärisch interveniert und aufkeimende demokratische Bewegungen unterdrückt. Ohne die Mitwirkung Saudi Arabiens hätte es die DAECH vermutlich gar nicht gegeben.

Das Königreich Saudi Arabien erlaubt in seinem eigenen Hoheitsgebiet nur sein Verständnis vom Islam und ist bestrebt dieses auch in die Nachbarsländer und darüber hinaus zu transportieren. Andere Richtungen und Strömungen des Islams werden brutal verfolgt.

Es handelt sich um eine irrsinnige Sekte und wird als Wahhabismus bezeichnet. Der Wahhabismus ist gerade mal knapp 200 Jahre alt, hat aber das Verständnis vom Islam grundlegend geprägt und leider verfälscht.

Gemeinhin wird im Westen diese Lehre dem sunnitischen Islam zugeordnet, jedoch ist das falsch und der Wahhabismus lehnt den sunnitischen Islam selbst auch ab. Der Wahhabismus ist nicht nur eine Religionsauslegung, es ist zugleich eine Staatsdoktrin, deren Sinn der Machterhalt der saudischen Monarchen ist.

Alles, was die Macht der Königsfamilie in Frage stellen könnte, wird als unreligiös deklariert und verboten. Der Koran wird buchstabengetreu gelesen und so ausgelegt, wie es den Zielen der Führer passt. Das Ergebnis ist, dass der von den Wahhabiten praktizierte Islam in vielen Bereichen mit dem Islam des Propheten Mohammed wenig bis gar nichts zu tun hat.

Die Wahhabiten erklären sich zu angeblichen Tradionalisten, aber sie zerstören offen und brutal die Geschichte und Tradition des Islams.

Ein Beispiel: Das Haus des Propheten Mohammed, in dem er mit seiner Frau Hatice gelebt hat, wurde abgerissen und dort eine öffentliche Toilette errichtet. Man stelle sich vor, dieses Haus wäre in Israel gestanden und wäre vom israelischen Staat abgerissen worden um an der Stelle eine öffentliche Toilette zu platzieren.

Wie sehr hätten die angeblich so frommen Saudis dagegen protestiert und diese Sache für ihre Propaganda missbraucht? Aber sie machen und tun, was sie wollen. Ein anderes Beispiel. Sehen Sie sich aktuell ein Bild von der Kaaba an, dem heiligsten Ort des Islams.

Mittlerweile werden Sie Probleme haben die Kaaba in Mekka zu finden, denn ringsherum haben sich die Monarchen dermaßen unglaubliche Protzbauten gegönnt, dass der Ort zu einem arabischen Las Vegas verkommen ist. Wo ist der Respekt gegenüber dem Islam? Lehrt der Islam Bescheidenheit und Enthaltsamkeit oder Protz und Luxus?

Sie zerstören Moscheen, Schreine und Friedhöfe

Die Wahhabiten haben mit der Terrororganisation auch gemein, dass sie historische islamische Gedenkstätte wie Moscheen, Schreine oder Friedhöfe zerstören. Auch die Terrororganisation DAECH bombt islamische Geschichte, zuletzt haben die Terroristen in Mossul/Irak gewütet und Jahrhunderte alte Schätze vernichtet.

Der Grund für dieses ähnliche Handeln liegt darin, dass die Ideologie der Terrororganisation DAECH der Salafismus ist und der Salafismus wiederum zu einem überwiegenden Teil mit dem Wahhabismus deckungsgleich ist. Oder anders gesagt: Saudi Arabien bildet die Grundlage der Ideologie der Terrororganisation.

Saudi Arabien sorgt für die geistige Nahrung, sie ermöglicht den stetigen Nachwuchs und sie unterstützt Terroristen finanziell, politisch und militärisch. Dies erfolgt auch durch nichtstaatliche Organisationen und Einzelpersonen. Letztendlich trägt Saudi Arabien eine große Verantwortung dafür, dass der DAECH entstanden und so weit gekommen ist. Wie verhält sich der Westen zu dieser Diktatur?

Sowohl die USA als auch die EU und insbesondere die Bundesrepublik unterstützen sie. Nicht etwa verdeckt, sondern ganz offiziell. Deutschland liefert beispielsweise Militärgüter wie Panzer. Übrigens, 15 der 19 Attentäter des 11.Septembers stammen aus Saudi Arabien.

Man könnte natürlich meinen, dies sei ein Zufall. Man könnte aber auch denken, dass man meistens das erntet, was man gesät hat.

Mehrere Terrororganisationen kämpfen gegeneinander

Aktuell kämpfen in Syrien mehrere Terrororganisationen gegeneinander, beispielsweise Al-Nusra und Hisbollah. Die Hisbollah kämpft auf Seiten des Asad-Regimes, Al-Nusra dagegen. Beide sehen in der Anderen die Verkörperung des Bösen und sich selbst als Retter des Guten. Beide Seiten propagieren, sie würden im Namen des Islam handeln während die andere Seite nur aus Ungläubigen bestehe.

Das wesentliche Problem daran ist, dass diese Terrororganisationen von Staaten unterstützt werden. Der Iran stattet die Hisbollah mit Geld, Waffen und Know-how aus. Al-Nusra erhält die Waffen und das Geld vor allem aus Saudi Arabien.

Die beiden Staaten kämpfen um die Vorherrschaft in der Region und tragen in Syrien einen Stellvertreterkrieg aus. Wenn Staaten Terrororganisationen fördern, ist es schwierig den Terror zu besiegen.

Wenn wir den Terror besiegen wollen, müssen wir zusammenrücken und jeglichen Terror, egal woher er kommt und egal wen er trifft, ablehnen, verurteilen und bekämpfen. Wir müssen erkennen, dass es keine guten und bösen Terroristen gibt und verstehen, dass der

Terror keine Landes- oder Kulturgrenzen kennt und irgendwann rüber schwappt.

Wir dürfen nicht den Fehler begehen den Terror zu ignorieren, nur weil er sich aktuell nicht gegen uns wendet. Denn es besteht die Gefahr, dass er früher oder später uns erreicht. Und: Länder, die den Terror unterstützen, dürfen nicht unsere Partner sein. Wie können wir Terror ächten, wenn wir selbst Terror unterstützen?

Es ist heuchlerisch

Das ist heuchlerisch. Nun möchte ich meine Sicht der Dinge darstellen, welche Umstände in Deutschland dazu beitragen, dass hier geborene und aufgewachsene Jugendliche sich der DAECH anschließen oder zumindest mit ihr sympathisieren.

Der überwiegende Teil dieser Jugendlichen kennt den Islam genau so wenig wie die anderen großen Religionen. In der Schule lernen sie die Religion nicht kennen. Ihre Familien können meistens Religion, Tradition und Kultur nicht auseinanderhalten und sind ebenfalls keine Hilfe.

Manche der jüngeren unter ihnen gehen an den Wochenenden für 1-2 Stunden in eine Moschee um das Rezitieren des Korans oder Gebete zu erlernen. Dieser Unterricht verläuft sehr oberflächlich, die Religion wird grob in technischer Hinsicht erläutert, für die Vermittlung des Geistes und Wesens der Religion findet man keine Zeit.

Auch ist die Qualität des Unterrichts von der Einstellung des „Lehrers", seines Wissens und seiner Motivation abhängig. In vielen Hinterhofmoscheen sind Autodidakten als „Geistliche" aktiv. In einigen Moscheen sind wirklich Gelehrte vorhanden, die im Ausland ein theologisches Studium absolviert haben und für eine Zeit von 2-4 Jahren in einer Gemeinde in Deutschland tätig sind.

Diese sprechen in der Regel unsere Sprache gar nicht, sie finden keinen richtigen Zugang zu den Kindern. Das Ergebnis ist, dass die Jugendlichen den Islam nicht kennen. Sie leben natürlich auch nicht danach.

Die Religion wird reduziert

Die Religion wird darauf reduziert kein Schweinefleisch zu essen. Wer sich daran hält, wird als religiös und wer sich nicht daran hält, wird als ungläubig angesehen. Die Jugendlichen, die sich zum Islam bekennen, nutzen den Islam als eine „identifikationsstiftende, kulturelle Schutzweste", der ihnen Sicherheit und Halt gibt.

Diese Jugendlichen fühlen sich nicht als Deutsche; viele sprechen zwar Deutsch, beherrschen die Sprache aber bei weitem nicht. Allgemein kann man sagen, je schlechter die Bildung, desto niedriger die Bindung zu Gesellschaft und desto niedriger die Teilhabe an der Gemeinschaft.

Die Annahme, die Jugendlichen wären in der Kultur ihrer Eltern und Großeltern zu Hause und sie würden deren Sprache beherrschen, ist auch nicht zutreffend. Sie kennen weder die Geschichte, noch die Traditionen, die Kultur oder die Sprache. Ihr Wortschatz ist begrenzt, Rechtschreibung und Grammatik sind ihnen total fremd.

In den Konversationen untereinander vermischen sie die Sprachen, so dass untereinander die Mängel untergehen. Wenn sie gezwungen sind ausschließlich die Sprache ihrer Vorfahren zu benutzen, fällt sofort auf, dass sie zuerst in Deutsch den Satz bilden und dann diesen versuchen in die andere Sprache zu übersetzen.

Wenn Sie in das Land ihrer Vorfahren fahren, sind sie dort Ausländer. Sie fallen sofort auf, sie denken und handeln anders, und sie haben andere Ansprüche.

Stellt man ihnen Fragen zur Politik, können nur wenige das politische System erklären oder die Namen von wichtigen Regierungsmitgliedern nennen. Für das Land ihrer Vorfahren gilt ähnliches.

Sie meinen zu wissen, wie die Welt funktioniert

Die meisten meinen aber zu wissen, wie die Welt funktioniert. Die Schwarz-Weiß-Malerei ist recht einfach: Überall auf der Welt werden die Muslime benachteiligt. In vielen Ländern werden sie gar verfolgt und bekriegt.

Hierzu gehören insbesondere Israel, China, Russland und „Afrika". Die Amerikaner unterstützen die Tyrannen und Diktatoren in den islamischen Ländern um ihre und die Interessen von Israel zu schützen.

Die islamischen Länder werden ausgebeutet, der Nutznießer ist der Westen. Schlechte Schulausbildung, keine Bindung in der Gesellschaft, Arbeitslosigkeit, sich ausgeschlossen, nutzlos und wertlos vorkommen, keine Zukunftsperspektiven...

Dann kommt jemand, der sich Zeit für sie nimmt, ein Ohr für sie hat, Ihnen die Realität erklärt, Chancen aufzeigt und sie mit einer Idee begeistert. Wer einmal diesen Weg einschlägt, hat es dann schwer diese Welt zu verlassen.

Was können wir tun? Wir müssen präventiv vorgehen. Die Prävention hat mehrere Aspekte und Felder. Ein Teil wäre den Jugendlichen den unverfälschten Islam näher zu bringen, damit sie resistent gegenüber den Parolen der Rekruteure werden.

An dieser Stelle ist auch der Staat gefragt. Wenn die muslimischen Kinder organisiert den Islam in der Schule kennenlernen würden, bräuchten sie nicht in Hinterhofmoscheen zu gehen oder sich ihr vermeintliches Wissen aus undurchsichtigen Quellen und dubiosen Gelehrten im Internet zu holen.

Stärkere Zusammenarbeit der islamischen Dachverbände

Der Staat sollte eine stärkere Zusammenarbeit der islamischen Dachverbände forcieren und zusammen mit Ihnen an einem Konzept für die schulische Bildung der Kinder arbeiten. Darüber hinaus sollten die vielen Hinterhofmoscheen durch wenige zentrale ersetzt werden.

In diese Moschee sollten alle Muslime gehen können, egal welcher Nationalität und Kultur ihre Vorfahren angehört haben. Aktuell gibt es sogar in Kleinstädten bosnische, afghanische, kaukasische, iranische, arabische oder türkische Moscheen.

In dieser Moschee sollte Deutsch gesprochen werden und die Leitung der Moschee sollte in den Händen vieler Gruppen liegen. So würde gewährleistet werden, dass die einzelnen Gruppen zusammenarbeiten. Aktuell arbeitet man tendenziell nebeneinander, manchmal sogar gegeneinander.

Im Interesse des gemeinsamen Kampfs gegen den Terror müssten ebenfalls die Dachverbände der einzelnen muslimischen Organisationen zusammenarbeiten und eine wirkliche Aufklärungsarbeit leisten. Die Aufklärung muss sich sowohl an Muslime als auch an Nicht-Muslime richten.

Die Nicht-Muslime sollten die Zusammenhänge erkennen und zwischen Terroristen und Muslime unterscheiden können. Die Muslime müssen lernen, wie die Rekruteure vorgehen und mit welchen Methoden sie arbeiten. So können sie ihre Kinder gegen die Parolen schützen. Ein weiteres Feld betrifft die Jugendarbeit.

Jugendlichen Zukunftsperspektiven bieten

Wir müssen den Jugendlichen, die sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, Perspektiven bieten. Diese müssen sich natürlich an alle Jugendlichen richten, beispielsweise auch an Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Es gibt auch genug Jugendliche aus deutschen Familien, die sich verloren fühlen, Halt, Zugehörigkeit und Anerkennung suchen und dabei beispielsweise in die Fänge von Rechtsradikalen zu geraten drohen.

Hier sind die Gesellschaft und der Staat gefragt. In den letzten Jahren wurden die Programme eher zurückgefahren als ausgebaut. Wenn aber ein Ruck durch die Gesellschaft gehen würde, wenn beispielsweise Programme auflegt werden würden, in denen auch Freiwillige sich einbringen und an der Formung der Zukunft mitwirken können, dann hätten wir gute Chancen diesen Kampf zu gewinnen.

Zu guter Letzt sollten unseren hohen Idealen entsprechend handeln und so den Extremisten den Nährboden entziehen. So sollte es selbstverständlich sein keine Diktaturen zu unterstützen. Auf keinen Fall sollten wir Diktaturen mit Waffen und anderen militärischen Gütern ausstatten.

Da müssen auch die angeblichen Befürchtungen um Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie relativiert werden. Mit dem Leid anderer sollten wir kein Wohlstand aufbauen, langfristig entwickeln sich Rüstungsgeschäfte mit Schurkenstaaten zu einem Bumerang.

Und wenn wir bei den diversen Auseinandersetzungen auf der Welt auf die Konflikt-Parteien unparteiisch einwirken und Bemühungen forcieren damit diese zu friedlichen Lösungen ihrer Konflikte gelangen, verlieren die Terroristen die Grundlage ihrer Propaganda.

Wenn beispielsweide der Israel-Palästina-Konflikt beigelegt werden könnte oder zumindest sich die Konfliktparteien annähern würden, könnten die Hassprediger diesen Konflikt nicht schamlos für ihre Propaganda ausschlachten.

Ich gebe zu, am Ende dieses Schreibens sind viele idealistische Forderungen angeführt.

Aber mir ist wichtig, dass wir erkennen, dass nicht nur die Würde der Menschen in Europa unantastbar ist und die globalisierte Welt sehr klein geworden ist.

Islam

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