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02/04/2016 08:25 CEST | Aktualisiert 03/04/2017 07:12 CEST

Liebe im Herbst, Kapitel 7

CaiaImage via Getty Images

Aus Kapitel 7

Fabian

In San Francisco lotste uns der Navi gut zum Frisco Comfort Hotel zwischen City und Hafen, wo wir ein schönes Zimmer mit einem Kingsize-Bett bekamen. Nachdem wir ausgepackt hatten, gingen wir essen, dann probierten wir das Bett aus.

Wenn wir auch unterwegs nicht auf die Liebe verzichten mussten, freuten wir uns jetzt darauf, dieses komfortable Bett dafür zu nutzen. Leider stellten sich bei mir wieder die Schwierigkeiten ein, nichts regte sich. Ich war verzweifelt und Dagmar fragte mich, warum.

Da sagte ich, dass ich mich schlecht fühlte, weil ich die für uns beide so wunderbare körperliche Liebe nicht fortsetzen könne und mir wie jemand vorkäme, der sein Versprechen nicht halten kann.

Sehr ernst antwortete meine Geliebte: „Begreif' endlich, dass ich dich als Menschen liebe und nicht nur ein Körperteil von dir." Da war ich erleichtert und Dagmars zärtlicher Finger half mir vollkommen, so dass wir doch noch zu einem zärtlichen Miteinander kamen. Abends gingen wir zur Fisherman's Wharf, einer Reihe alter Hafenmolen. Wir entschieden uns für ein Seafood-Restaurant, wo wir gut essen und trinken konnten. Erst spät waren wir wieder im Hotel und kuschelten uns lange aneinander.

Dagmar

Sonntag schliefen wir lange. Um noch Frühstück zu bekommen, mussten wir dann schnell aufstehen und wurden nicht enttäuscht. Danach sahen wir die Stadt an. In San Francisco gibt es noch einige historische Straßenbahnen.

Da die Straßen sehr bergig sind, hat man dort zwischen den Schienen Kabel in den Boden gelegt, die von einer Zentrale gesteuert werden und die Bahnen die Berge herauf und herunter ziehen. Diese Cable Car Zentrale konnten wir am Vormittag besichtigen und uns das Prinzip erklären lassen: Vom Wagen greift eine Hebelstange durch einen Schlitz auf das sich im Kabelkanal der Straße mit 15 km/h von der Zentrale gezogene Kabel. Am Nachmittag machten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Bus, wobei wir die Innenstadt und das Chinesenviertel interessant fanden.

Fabian

Beides sahen wir uns Montag zu Fuß an. Besonders das große Chinesenviertel, in dem es alles zu kaufen gab, was irgendwie chinesisch aussieht, beeindruckte uns sehr. Natürlich aßen wir hier Mittag und lernten die Dim Sum Körbe kennen, kleine Bambuskörbchen, die zum Dämpfen aufeinander gestapelt werden In jedem befindet sich ein Gitter aus Bambus, auf das die Speisen gelegt werden. Je nach Geschmack verfeinert man die Mahlzeit mit zum Teil scharfen Soßen.

In der Innenstadt gibt es auch Hochhäuser, aber ähnlich wie in Seattle sind sie gefällig und phantasievoll gebaut. Als wir an einer Pharmacy vorbeikamen, ging ich hinein und fragte nach Viagra, vielleicht könnte mir das helfen.

Das sei rezeptpflichtig, hieß es. Dagmar meinte, ich solle den Blödsinn lassen, doch ich zeigte der Apothekerin meinen deutschen Pass und wies auf mein Alter. Da ließ sie sich erweichen und verkaufte mir eine Viererpackung. Am Nachmittag besuchten wir einen Park mit einer naturkundlichen Sammlung, wo wir das große Erdbeben auf einer beweglichen Plattform nachempfinden konnten. In der Nähe aßen wir draußen gut zu Abend.

Dagmar

Nach dem Frühstück fuhren wir mit der U-Bahn nach Berkeley und konnten die berühmte Universität anschauen, wo die Proteste gegen den Vietnamkrieg ihren Ursprung genommen haben. In der Mensa aßen wir Mittag und freuten uns über die vielen jungen Leute beiderlei Geschlechts, die hier für eine hoffnungsvolle Zukunft lernen.

Zurück machten wir mit dem Schiff eine Rundfahrt über die Bay. Abends feierten wir den Abschied von dieser schönen Stadt noch einmal auf der Fisherman's Wharf und setzten die Feier liebevoll im Bett fort. Ich lag schon nackt im Bett, als Fabian aus dem Bad kam und ich streichelte unseren kleinen Freund sehr zärtlich, bis ich fühlte, dass er mehr wollte. Es ging problemlos und war schön wie in alter Zeit. Mit vielen Küssen dankte mir mein wundervoller Geliebter und wir blieben noch lange beieinander, bis wir müde einschliefen.

Fabian

Donnerstag früh wollte Dagmar den Lincoln aus der Hotelgarage holen, wo er sich fünf Tage ausgeruht hatte, doch er sprang nicht an. Ich versuchte es auch erfolglos und rief die hiesige Filiale der Mietwagenfirma an, die schnell einen Monteur schickte. Leider hatte der auch keinen Erfolg und schlug nach Rücksprache mit der Firma den Tausch des Wagens vor.

Sie hätten allerdings keinen Lincoln, sondern einen neueren Vignale, der ähnlich komfortabel sei. Am Mietpreis ändere sich nichts. Wir erklärten uns einverstanden und schon nach 20 Minuten war der Wagen da. Die Aktion hatte den Vorteil für uns, dass wir kostenlos einen vollgetankten Wagen bekamen.

Dagmar

In Monterey gingen wir zum Aquarium, einem der größten Aquarien der Welt. Durch das riesige Fenster bewunderten wir die unwahrscheinliche Vielfalt des maritimen Lebens mit Delphinen, Hammerhaien, Thunfischen, Mondfischen und anderen Hochseefischen sowie Meeresschildkröten und riesigen Sardinenschwärmen.

Bemerkenswert sind die Kraken und Tintenfische mit ihren wechselnden Formen und Farben, auch eine Seepferdchen-Kolonie fesselte uns. In einer geheimnisvollen Welt tanzten, leuchteten und blühten Quallen. Die Eleganz, Schönheit und Vielfalt dieser schwebenden Lebewesen beeindruckte uns.

Besonders eindrucksvoll ist der acht Meter hohe Unterwasserwald, in dem wir Sardinen, Leopardenhaie, Seewölfe und viele andere Fische mit den Augen eines Tauchers zwischen den schwingenden Tangwedel sehen konnten.

In einer renovierten zweistöckigen Anlage konnten wir das Leben von Fischottern studieren, für die die Küste Kaliforniens bekannt ist. Zu Abend aßen wir in einem kleinen Restaurant mit Plätzen am Ufer, von dem wir die Bucht von Monterey überblicken konnten. Natürlich gab es frischen Fisch und im Geiste sahen wir die Mahlzeit im Aquarium durch die Fluten schwimmen.

Fabian

Ich sagte Dagmar dass ich eine Viagra nehmen wolle, um mein Problem zu lösen. Nach 20 Minuten streichelten wir uns und sofort hatte ich zum ersten Mal seit langem wieder eine richtige Erektion. Dagmar staunte und es war wunderschön, von ihrer Wärme umschlossen zu sein.

Sehr schnell erlebten wir beide einen vollkommenen Höhepunkt und mussten uns erst mal ausruhen. Dann streichelte Dagmar mich ein wenig und sofort war „er" wieder da. Sie genoss mehrfach das Gefühl, das ich ihr geben konnte. Zufrieden und glücklich lagen wir noch eine Weile Arm in Arm, bis wir einschliefen.

Dagmar

Sonntag früh kuschelten wir ein bisschen im Bett, da merkte ich, dass Fabian schon wieder fähig war. Das Mittel ist phänomenal und Fabian spürte nicht die geringsten Nebenwirkungen. Ich freute mich, wie glücklich er war. Anscheinend bedrückt Impotenz einen Mann stärker als eine gefährliche Krankheit.

Heute fuhr ich den Vignale über Fresno 240 km weiter nach Süden in den Kings Canon Nationalpark zur Johnson Lodge, wo Fabian ein Deluxe-Zimmer gebucht hat. In der Lobby warnte ein Schild, wegen der im Park wild lebenden Bären nichts Essbares nach draußen mitzunehmen. Ich hatte bei dem Gedanken an sie ein ungutes Gefühl und Fabian konnte mich nur mühsam beruhigen, dass sie nie von sich aus Menschen angreifen.

Fabian

Nach dem Frühstück machten wir uns auf eine Rundfahrt durch den Park. Die größten Bäume fanden wir im Giant Forest, vor allem die größte Sequoia überhaupt, den General Sherman Tree. Er ist eingezäunt, so dass wir ihn nicht berühren konnten, doch von einer Bank vor dem Zaun konnten wir seine ganze Pracht bewundern. Der etwa 2.200 Jahre alte Mammutbaum ist 84 m hoch und hat einen Basisdurchmesser von über 11 m. Der maximale Umfang am Boden beträgt 34,9 m.

Ein Stück vor dem Sequoia Nationalpark Park nahmen wir im Lake Kaweah abseits der Straße ein erfrischendes Bad und da wir allein auf weiter Flur waren, badeten wir wieder nackt. Als wir zum Trocknen auf der Wiese lagen, streichelte ich Dagmar.

Sie hatte Bedenken, uns könne jemand sehen, doch ich beruhigte sie, dass ich Angelica oft auf diese Weise geliebt habe, es sei eine besondere Atmosphäre. „Danke, dass du mir diese schöne Erfahrung geschenkt hast", sagte meine Geliebte.

Dagmar

Mittlerweile war es dunkel genug, ein Lagerfeuer anzuzünden. Unter dem Nachthimmel mit tausenden Sternen in das Feuer zu schauen, war schon die zweite neue Erfahrung für mich an diesem Tag. Als Fabian nach einer Weile die Gitarre stimmte und das Lied „Abendstille überall", anstimmte, fiel ich gerne ein.

Bis das Feuer um Mitternacht herunter gebrannt war, sangen wir alle Lieder, die uns einfielen und staunten, wie viele wir gemeinsam kannten. Zum Schluss sangen wir alle Strophen des Claudiusliedes „Der Mond ist aufgegangen" mit der Bitte um ruhigen Schlaf.

Noch einmal dankte ich dem Gefährten, für den wundervollen Abend. Dass wir im Bett noch nicht gleich einschliefen, liegt auf der Hand. Da Fabian mit diesem Abschluss des Tages rechnete, hatte er eine Viagra genommen und wieder wirkte diese kleine blaue Pille Wunder, er war sofort voll da und der Zustand ging nach der herrlichen Vereinigung überhaupt nicht zurück, so dass wir nach einer Weile noch einmal zusammenfanden.

Fabian

Donnerstagvormittag fuhren wir nach Los Angeles hinein und fanden schnell das Holiday Inn. Wir checkten im Hotel ein und fuhren zum Historic Park, wo 1781 die Geschichte der Stadt begann, als der spanische König 44 Siedlern Land schenkte.

Die Stadt wurde damals als „El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de Los Angeles" benannt, was auf Deutsch ungefähr „Die Stadt unserer Heiligen Mutter, der Königin der Engel" heißt.

Dagmar

Ich hatte mir vorgenommen, meinen Reisebegleiter an diesem letzten Abend zu einem festlichen Dinner einzuladen. Der Aufenthalt in den Staaten mit Hin- und Rückflug, Hotels, Autos und Mahlzeiten hatte ihn viel Geld gekostet, dazu kamen 8.000,- € für meine Behandlung.

Dafür wollte ich ihm mit einem besonderen Essen danken und hatte im nahen Restaurant Chateau d'Roy heimlich einen Tisch reserviert. Fabian staunte über meine Einladung, freute sich dann aber sehr.

Zwei Stunden lang ließen wir uns ein exzellentes französisches Diner mit erlesenem Wein schmecken. Mit einem Glas Champagner dankte ich dem Geliebten für seine Fürsorge um meine Gesundheit und auch, dass er mir vier Wochen lang dieses interessante Land gezeigt hatte.

„Es war doch auch für mich schön, das mit dir gemeinsam zu erleben", sagte er gerührt und unsere Lippen verschmolzen miteinander. Erst spät kamen wir ins Hotel zurück, wo wir ausgiebig die letzte Nacht in Amerika feierten.

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© Copyright 2015 Ernst-Günther Tietze, Hamburg, www.eg-tietze.de

Der Roman „Liebe im Herbst" beschreibt auf 208 Seiten die neu entstehende Liebe zwischen zwei Senioren. Er wird gedruckt bei epubli und kann im Internet und in jeder Buchhandlung bestellt werden:

Als Taschenbuch für 8,- Euro mit ISBN-Nr. 978-3-7375-9527-9

Als e-Book für 1,99 Euro mit ISBN-Nr. 978-3-7375-9205-5

Das vorliegende Kapitel 7 umfasst im Buch 17 Seiten. Weitere Ausschnitte aus den folgenden Kapiteln des Romans werden nacheinander an dieser Stelle vorgestellt.

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