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25/08/2014 07:04 CEST | Aktualisiert 24/10/2014 07:12 CEST

Gemeinsame Kinobesuche statt Scheidungsrichter

Gemeinsame Aktivitäten tun Ihrer Beziehung garantiert gut. Das darf auch eine sinnfreie Action-Komödie sein. Oder ein erotischer Film. Hauptsache, Sie lachen gemeinsam und haben Spaß. Aber achten Sie bei der Filmauswahl darauf, dass das Paar überlebt!

Thinkstock

Eine Studie will belegen, dass gemeinsame Kinobesuche die Paarzufriedenheit deutlich erhöhen und die Scheidungsrate verringern. Ein kleiner Dämpfer für Filmjunkies: Nicht jeder Streifen taugt und sprechen müssen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner auch noch danach.

Der Kinoabend gehört zum US-amerikanischen Dating-Ablauf wie Sex nach dem dritten Date. Nun haben amerikanische Forscher eine Studie veröffentlich, nach der Kinobesuche auch gut für die Paarzufriedenheit sind. Wenn Sie jetzt vermuten, Sie hätten endlich den Hebel gefunden, der Ihre Partnerin mit Ihnen in „Guardians of the Galaxy" gehen lässt, muss ich Ihre Hoffnungen allerdings ausbremsen: Es müssen schon spezielle Filme sein.

Keine Panik vor französischem Dialogfilm: Eine ganze Liste von US-Produktionen steht zur Auswahl. Amüsiert habe ich mich beispielsweise über „True Lies", jene Agenten-Actionkomödie, in der Arnold Schwarzenegger seiner Frau Jamie Lee Curtis verschweigt, dass er ein Agent ist und Terroristen die Florida Keys atomisieren wollen.

Wie, das hat jetzt gar nichts mit Ihrer Ehe zu tun? Warten Sie ab. Denn auch diese Gewaltfantasie von James Cameron erzählt auf einer Metaebene von Vertrauen, wahrer Liebe und unterdrückten Fantasien. Alles Themen schnurgerade aus der Paartherapie.

Was die Paare verbinden soll, ist folgerichtig nicht der Kinobesuch an sich, sondern das gemeinsame Gespräch danach. Mindestens fünf Mal im Monat empfehlen die Autoren der Studie. Damit Sie bei einem solchen Programm nicht allein auf Neustarts angewiesen sind: Vorschläge für Fragen und eine Liste der Filme finden Sie hier.

Ich persönlich bin ja leicht zu erheitern und empfinde beispielsweise das Oger-Pärchen Shrek und Fiona als ein deutlich lebensbejahenderes Rollenvorbild als Romeo und Julia oder das unglückliche Paar aus Camerons „Titanic". Mein Tipp: Achten Sie bei der Filmauswahl darauf, dass das Paar überlebt! Sie sind schließlich aus der Pubertät und wollen die Frage vermeiden: „Hättest Du mich eigentlich auch im Eiswasser erfrieren lassen?"

Sie wundern sich jetzt vielleicht, in welchem Kino heute „True Lies" zu sehen ist, weil Sie schon immer im Schlafzimmer ein Agenten-Rollenspiel mit Fesseln, verbunden Augen und so vorschlagen wollten und nicht wussten, wie Sie das ansprechen können? Heimkino (wenn Sie dabei nicht kochen, SMSen oder auf dem Tablet nach einem intelligenten Film suchen) funktioniert ebenso. Vermutlich funktioniert das seit Erfindung des Films oder jeder anderen kulturellen Aktivität, die ein Paar gemeinsam unternimmt und sich im Anschluss darüber unterhält und reflektiert, was die Partner dabei empfunden haben.

Allerdings möchte ich Ihnen empfehlen: Versuchen Sie gemeinsam die TV-Serie „Masters of Sex" - das ist intelligente Soap, echter Sex und seriöse Wissenschaft. Die Forschungen von Masters & Johnson haben jedenfalls Paare wirklich weiter gebracht. Beispielswiese die Erkenntnis, dass fünf Mal Sex im Monat (miteinander!) garantiert einen positiven Effekt auf Ihre Ehe hat.

Und zum Abschluss ganz ohne Spott: Gemeinsame Aktivitäten tun Ihrer Beziehung garantiert gut. Das darf auch eine sinnfreie Action-Komödie sein. Oder ein erotischer Film. Hauptsache, Sie lachen gemeinsam und genießen die Zeit miteinander.