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01/03/2019 15:34 CET | Aktualisiert 01/03/2019 15:38 CET

Freunde vermuteten Schwangerschaft: Ärzte entfernen Frau 17,5 Kilo Leber

Die Frau konnte kaum noch Auto fahren.

  • Eine 34-jährige Österreicherin litt 14 Jahre lang an einer sogenannten Zystenleber.
  • Die Leber, die nun transplantiert wurde, wog ganze 17,5 Kilogramm.   

Die Österreicherin Verena Geier konnte vor einem halben Jahr kaum mehr Autofahren. Alleine ihre Socken anzuziehen war so gut wie unmöglich. Wie “Die Welt” berichtet, lebte die 34-Jährige 14 Jahre lang mit einer sogenannten Zystenleber. Bei diesem Krankheitsbild ist die Leber von flüssigkeitsgefüllten Blasen durchwachsen.

Die Patientin hatte die Option einer Lebertransplantation immer wieder verworfen. Erst als Muskelschwund und Atemnot Überhand nahmen und sie sogar von Freunden auf eine mögliche Schwangerschaft angesprochen wurde, gab sie dem Rat ihrer Ärzte nach.

dpa
Verena Geier vor der Operation

Größte in Europa bekannte Zystenleber

Bei der Leber handelte es sich um die größte in Europa bekannte Zystenleber, die je entfernt wurde. Peter Schemmer von der Universitätsklinik Graz erklärte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, dass der gesamte Bauchraum der Patientin voller Leber war.

Das Organ hatte sich derart ausgebreitet, dass die Patientin mit dem Eingriff auf einen Schlag 40 Kilogramm an Gewicht verloren hatte. Die Flüssigkeit, die sich in und um die Leber angesammelt hatte, wurde ebenfalls abgesaugt.

Ein halbes Jahr nach der Operation kann Geier nun wieder arbeiten und muss nur noch Medikamente nehmen, die das Abstoßen von fremdem Gewebe verhindern. Diese allerdings ihr Leben lang.

Organspender gefragt

Die gutartige Tumorerkrankung hatte sich bereits 2005 durch Fieber bemerkbar gemacht, heißt es im Bericht der “Welt”. Erste Medikamente schlugen nicht an, doch die Furcht vor einer Transplantation war groß. Nun ist die Patientin allerdings wahnsinnig glücklich über ihre Entscheidung.

Schemmer erklärte auch, dass die Krankheit nur einen von 10.000 Menschen betrifft. Trotzdem erinnerte er daran, dass Spenderorgane immer dringend benötigt werden.

In Österreich wird dies, anders als in Deutschland, mit der Wiederspruchslösung geregelt. Wer sich nicht ausdrücklich gegen eine Organentnahme entscheidet, wird automatisch möglicher Spender.  

(nr)