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18/10/2018 11:15 CEST | Aktualisiert 18/10/2018 11:15 CEST

Zu überqualifiziert für den Singlemarkt?!

Dr. Eckart von Hirschhausen sagte mal „Der Singlemarkt ist wie der Arbeitsmarkt.“ Im Anbetracht der Tatsachen stimmt es auch irgendwie. Was die Bewerbung für den Arbeitsmarkt ist, ist das Flirten für den Singlemarkt. Das erste Date ähnelt meistens einem Bewerbungsgespräch und die Beziehung entwickelt sich nach vielen Jahren zu einem Arbeitsverhältnis. Falls man jedoch keine Beziehung hat und gar nicht erst danach suchen möchte, wird man von der Gesellschaft genauso angesehen, wie ein Langzeitarbeitsloser. Ob man nun kein Job hat, weil man zu faul ist oder einfach nur zu überqualifiziert ist, interessiert kaum jemanden. Genauso ist es auch auf dem Singlemarkt

Fehlende Gleichberechtigung

Es scheint, dass man heutzutage als Frau zu überqualifiziert sein kann, um einen Partner zu finden. Denn sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch auf dem Singlemarkt, gibt es keine Gleichberechtigung. Der einzige Unterschied zwischen beiden ist jedoch, dass ein Mann für den Singlemarkt nie zu überqualifiziert sein kann. Im Gegenteil – Während Frauen ständig Partner suchen, die auf ihrer Augenhöhe sind, möchten die Männer lieber Frauen haben, die es nicht sind. Umso hilfsbedürftiger, unselbstständiger und unerfahrener die Frau ist, desto attraktiver wird sie auf viele Männer. Es scheint als müsste eine Frau sich immer entscheiden müssen, zwischen ihrem privaten oder beruflichen Erfolg. Diese beiden Erfolgskurve scheinen bei Frauen immer antiproportional zu sein.

Die perfekte Frau und der perfekte Mann

Normalerweise gelten für den Arbeitsmarkt und für den Singlemarkt ähnliche Anforderungen: Selbstständigkeit, Empathie, Toleranz und ein attraktiv Aussehen. Aber die Realität sieht etwas anderes aus. Die Frau muss all das haben und sogar darüber hinaus.

Eine Frau muss:

- immer top gestylte sein,

- ihren Haushalt führen können,

- die Kinder erziehen,

- ihren Job gewissenhaft erledigen, (doch dabei nicht den Ehemann oder ihre Familie zu vernachlässigen),

- und zugleich eine leidenschaftliche Liebhaberin im Bett sein.

All das soll sie am besten noch tun, ohne sich dabei zu beschweren oder Hilfe zu erwarten. So sieht die perfekte Frau für die Gesellschaft aus. Der Mann hingegen hat exakt nur zwei Aufgaben zu erledigen:

- Er sollte die Familie ernähren können

- und im Stande sein, eine Familie überhaupt gründen zu können.

Das war's!

Der größte Feind einer Frau

Doch eins möchte ich hier klar betonen. Nicht die Männer erwarten, dass eine Frau all das können muss, sondern die Mehrheit der älteren Frauengenerationen. Der größte Feind einer Frau, ist nicht ein Mann, sondern meistens eine andere Frau. Weshalb ich auf diese Theorie komme? Ganz einfach – Frau bewerten sich immer untereinander. Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann trifft, denkt er sich meistens lediglich nur „gefällt mir oder gefällt mir nicht“. Während hingegen eine Frau, wenn sie auf eine Fremde trifft, sofort anfängt die andere Frau von oben bis unten zu scannen. Frauen lästern auch nur über andere Frauen! Solche Standard Sprüche, wie: „Männer sind alle Schweine“, werden grade mal fünf bis zehn Minuten besprochen, aber richtig gelästert, wird nur über Frauen. „Oh mein Gott, hast du ihre Fingernägel gesehen? Die hat doch bestimmt durch Tabletten abgenommen. Wie kann man diese Schuhe zu diesem Rock kombinieren? (...)“ usw.

Warum studieren, wenn man auch heiraten kann?

Zum Glück gibt es trotzdem immer noch Frauen, die selbst in ihrem Leben noch etwas erreichen wollen und ihr Glück nicht von anderen abhängig machen. Doch ehe man sich versieht, trifft man wieder auf, die es schaffen, den Erfolg der Frau abwerten. Meistens sind es die Frauen, die vorher als Angestellte tätig waren und durch eine Ehe nun finanziell besser dastehen. Frei nach dem Motto: „Du musstest studieren und arbeiten gehen, während ich nur mit einem JA-Wort all das bekommen habe, was du dir jahrelang hart erarbeiten musstest.“ Frauen, die sich selbst weitergebildet, einen gut gezahlten Job haben und selbstbewusst sind, werden von der Gesellschaft angesehen, als wären sie „unzähmbar“ oder viel zu anspruchsvoll. Damit scheinen diese Frauen zu überqualifiziert zu sein.

Brauchen schlaue Frauen keine Männer mehr?

Während viele schlaue Frauen alleinstehend sind, werden Männer für ihren Fleiß belohnt. Daher raten ältere Frauen jüngeren Frauengenerationen, dass sie sich naive stellen sollen, aber intelligent handeln müssen, um einen Mann zu bekommen. Einem Mann hingegen würde man sowas nie raten. Doch nicht alle Frauen möchten diesen Deal eingehen. Wir leben in einer Welt, in der wir uns alles bestellen und liefern können, egal wann und wohin wir wollen. Selbst zum Kinderkriegen muss man heutzutage nicht verheiratet sein oder gar einen festen Partner haben. Alleinstehende Mütter gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Doch ist das die richtige Konsequenz?

Emanzipierung

Frauen haben vor mehr als 200 Jahren mit der Emanzipation begonnen. Doch leider haben sie dabei vergessen den Mann mit zu emanzipieren. Während bei den Frauen mit zunehmender Emanzipierung die Verantwortung und die Ansprüche gestiegen sind, wird vom Mann noch das gleiche erwartet, wie vor 200 Jahren. Daher wirkt es so, als wären viele Frauen, die sich emanzipiert haben zu überqualifiziert für den Singlemarkt. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Männer sich nicht so weiterentwickelt haben, wie die Frauen.

Veränderung nicht nur in der Technologie

Alle wollen die neuste Technologie haben, überall aufs Internet zugreifen können und ein Teil der Globalisierung sein. Doch scheinbar hat man diesen Fortschritt im zwischenmenschlichen Bereich total vernachlässigt bzw. ignoriert. Obwohl wir alle Möglichkeiten dieser Welt haben, alles zu verändern was wir wollen, möchten viele Menschen das Bild vom klassischen Mann und der klassischen Frau nicht ändern, obwohl alles rund um uns sich bereits längst verändert hat.