POLITIK
24/04/2018 10:21 CEST | Aktualisiert 24/04/2018 11:07 CEST

Zentralrat der Juden warnt vor dem Tragen der Kippa in deutschen Metropolen

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Thomas Peter / Reuters
Ein Mann trägt eine Kippa vor dem Brandenburger Tor in Berlin

► Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, rät Einzelpersonen davon ab, “sich offen mit einer Kippa im großstädtischen Milieu in Deutschland zu zeigen”. Das sagte er im RBB-Radioeins.

► Schuster habe allerdings das Gefühl, dass “man im Großteil der Gesellschaft verstanden hat, dass wir auch an einem gewissen Wendepunkt angekommen sind”.

► Zugleich betonte er: Wenn es nicht gelinge, offenem Antisemitismus entgegenzutreten, “dann stellt dies letztendlich auch eine Gefahr für unsere Demokratie dar.”

Darum ist die Kippa-Warnung des Zentralrats der Juden wichtig:

Antisemitische Vorfälle in Deutschland machen seit Wochen verstärkt Schlagzeilen:

► So wurde in Berlin eine Zweitklässlerin von älteren Schülern aus muslimischen Familien wegen ihrer jüdischen Religion beschimpft.

► In der vergangenen Woche hatte ein Syrer einen jungen Israeli in Berlin angegriffen, zuvor sorgte der Echo-Streit um die Preisvergabe an die umstrittenen Rapper Farid Bang und Kollegah für hohe Wellen.

Der Tenor: Dieser Tage scheint der Hass gegen Juden vermehrt von Migranten und Flüchtlingen zu kommen. Allerdings hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel im israelischen Fernsehen betont, dass Judenfeindlichkeit nicht erst durch Flüchtlinge wieder nach Deutschland gekommen sei. Die Kriminalitätsstatistik beweise das.

Was der Zentralrat der Muslimen zur Antisemitismus-Debatte sagt:

“Antisemitismus, Rassismus und Hass sind große Sünden im Islam, deshalb werden wir das auch niemals dulden”, sagte der Präsident des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, der “Rheinischen Post”.

“Dennoch nehmen wir das sehr ernst, dass bei einigen Flüchtlingen eine Judenfeindlichkeit vorhanden ist”, erklärte Mazyek.

Dessen Zentralrat organisiere Begegnungen von Juden und Flüchtlingen sowie Aufklärungsprogramme. Dazu zählten regelmäßige gemeinsamen Besuche in KZ-Gedenkstätten.

Mit Material von dpa.

(jkl)