LIFESTYLE
22/03/2018 09:50 CET | Aktualisiert 22/03/2018 11:50 CET

Sommerzeit: Warum es die Zeitumstellung (noch) gibt

Zeitumstellung ist ein leidiges Thema.

  • Am 25. Mai werden um 2 Uhr nachts die Uhren um eine Stunde vorgestellt 
  • EU-Kommission prüft die Abschaffung – bis dahin gibt es die Zeitumstellung
  • Die Psychologin Janet Kennedy erklärt in dem Video, warum uns die Zeitumstellung so schlaucht und was man dagegen unternehmen kann

Zeitumstellung ist ein leidiges Thema. Ein Ende der Diskussion gibt es nicht. Das bedeutet: In der Europäischen Union werden vorerst weiter die Uhren zweimal im Jahr umgestellt.

► Das nächste Mal am 25. März 2018.

In der Nacht auf jenen Sonntag verlieren wir eine Stunde. Denn um zwei Uhr morgens springen die Zeiger direkt auf drei Uhr.

Viele Uhren stellen sich automatisch auf die Sommerzeit um

Für die offizielle Zeit in Deutschland zuständig ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig.

► Sie realisiert, dass über einen Langwellensender mit Namen DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt am Main, der Funkuhren, Bahnhofsuhren und viele Uhren der Industrie mit der gesetzlichen Zeit versorgt sind.

► Funkuhren, aber auch Geräte wie Smartphones und Laptops stellen sich von alleine um – wenn die Funktion in den Einstellungen aktiviert ist.

► Analoge Uhren, zum Beispiel im Auto oder in der Küche, müssen die Besitzer manuell umstellen. Um Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt es sich, das zeitnah zu tun.

Eine Stunde weniger und viele Konsequenzen

Umfragen ergeben, dass diese Stunde große Wirkung haben. Manche leiden nach der Zeitumstellung unter einer Art Jetlag. Der Schlafrhythmus ist gestört. Drei von zehn Menschen brauchen einer Forsa-Umfrage zufolge einige Tage, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen.

Mediziner raten dann, zu festen Zeiten ins Bett zu gehen und wieder aufzustehen. Fernsehschauen vor dem Schlafen sollte gemieden werden, auch das helle Licht des Smartphones kann die nächtliche Erholung stören.

Wer nachts wach wird, sollte zudem den Blick auf die Uhr meiden. Man rechnet dann nur aus, wie viel Zeit man hat – und das kann einem die Ruhe zum Schlafen rauben.

Und auch wer glaubt, die eine Stunde leicht zu verarbeiten: Die Zahl der Unfälle nimmt nach der Zeitumstellung einer Studie zufolge zu. Also bleibt achtsam!

➨ Mehr zum Thema: Winterschlaf ist nicht nötig: Was ihr gegen Winter-Müdigkeit tun könnt

Wieso gibt es die Zeitumstellung eigentlich?

Und warum tun wir uns das dann an? Der halbjährliche Wechsel von Winter- und Sommerzeit geht auf den US-Erfinder Benjamin Franklin (1706 - 1790) zurück. In einem Essay über “die Kosten des Lichts” forderte er schon 1784, die natürliche Helligkeit durch Zeitumstellung besser zu nutzen.

► Das Argument, durch die Sommerzeit könne Energie gespart werden, ist jedoch laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mittlerweile hinfällig. Wir gehen eben immer öfter auch an Sommerabenden unseren Hobbys nach – und brauchen dafür Licht. Der Spareffekt schwindet dadurch.

Trotzdem bleibt der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit. Auch wenn das EU-Parlament im Dauerstreit um die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit im Februar Druck gemacht hat.

Die Abgeordneten forderten die EU-Kommission dazu auf, Vor- und Nachteile der Zeitumstellung genau unter die Lupe zu nehmen und die Regelung gegebenenfalls abzuschaffen.

Nun liegt der Ball bei der EU-Kommission. Dass die Prüfung allerdings ganz neue Aspekte bringt, darf bezweifelt werden.

Eine in der ganzen EU einheitliche Regelung existiert übrigens erst seit 1996.

Wann die nächste Zeitumstellung ansteht

► Die nächste Zeitumstellung findet am 29. Oktober 2018 statt. Dann werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt, die Nacht dementsprechend länger.

Die Winter beginnt wieder. 

Eine Eselsbrücke

Zum Winter werden die Stühle und Tische von der Terrasse zurück in den Keller geräumt – und auch die Uhr wird zurückgestellt.
Im Frühling bauen die Menschen die Stühle und Tische vor ihrem Haus auf, stellt eure Uhren daher im März vor.