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04/04/2018 14:35 CEST

Zecken-Stich: So könnt ihr Zecken schnell von der Haut entfernen

Zecken übertragen FSME und Borreliose.

Nataba via Getty Images
Zecken sollte man nicht unterschätzen. 
  • Die Zecken sind wieder aktiv
  • Wichtig ist daher guter Schutz und dass ihr die Tiere schnell und richtig entfernt

Die Temperaturen steigen – und die Zecken erwachen. Besonders im Schatten der Wälder, wo sich die Feuchtigkeit gut hält, wartet der sogenannte Gemeine Holzbock ab dem Frühling wieder auf seinen neuen Wirt.

Das Tier lässt sich nicht fallen, springt nicht – es hält sich einfach fest, wenn seine Beute ihn von seinem Grashalm abstreift. Im Notfall auch an einem Menschen.

Wo stechen Zecken am ehesten zu?

Zecken sollte man nicht unterschätzen. Sie beißen und stechen nicht einfach drauf los. Bis zu einer Stunde lang krabbeln sie über den Wirtskörper und suchen sich ein sicheres Plätzchen, an dem sie ihr Opfer nicht so leicht herausreißen kann.

Deshalb stechen die Tiere laut dem Robert-Koch-Institut vor allem am Kopf oder auch in den Kniekehlen oder Achseln zu. Auch unter dem Hosenbund oder der Armbanduhr fühlen sich die Tiere wohl sicher vor unserem Blick.

► Bis zu acht Tage lang saugt sich eine ausgewachsene Zecke dann mit dem Blut voll.

Mehr zum Thema: Den Hund schützen - die Zecke zur Strecke bringen

Wie entfernt man eine Zecke?

Wenn sich ein Insekt an der Haut festgebissen hat, gilt es Ruhe zu bewahren und das Tierchen baldmöglichst herausziehen.

  1. Entfernt das Tier dazu mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument (einer sogenannte Zecken-Zange) direkt am Mundwerkzeug, also nah an der menschlichen Haut. 

  2. Dabei solltet ihr darauf achten, alle Teile der Zecke entfernt sind, um Entzündungen zu vermeiden.

  3. Anschließend die Bissstelle desinfizieren.

Auch interessant: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit hat eine Bildergalerie mit Tipps zum Zecken-Entfernen erstellt

Borreliose – was sind die Anzeichen?

Auf diesem Weg überträgt sie auch möglicherweise verschiedene Infektionskrankheiten. So zum Beispiel Borreliose.

Diese von der Schildzecke übertragene Krankheit kommt laut dem RKI in ganz Deutschland vor. Die Diagnose ist nicht leicht, da die Beschwerden unterschiedlich und zu verschiedenen Zeitpunkten auftreten können.

Die Informationsseite “Infektionsschutz.de” nennt als relativ typisches Symptom die Wanderröte.

Zur Wanderröte:

Tage oder auch Wochen nach dem Biss entsteht sie an der Einstichstelle – bei Erwachsenen aber auch an den Beinen, bei Kindern oft an Kopf und Hals.

Die Hautrötung ist ringförmig und bis zu vier Zentimeter groß. Das Zentrum ist heller als der Rand.

Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen können demnach ebenso auftreten.

Bei den Symptomen rät die Seite einen Arzt aufzusuchen. Mit einer frühen Einnahme von Antibiotika können Spätfolgen verhindert werden.

Borreliose-Erkrankte sind jedoch selbst nicht ansteckend, bilden aber auch keine Immunität gegen die Erreger und können daher auch später wieder an Borreliose erkranken. Man kann sich dagegen auch nicht impfen lassen.

Mehr Informationen bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hier.

FSME – was sind die Symptome?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine andere von Zecken übertragene Krankheit und sollte nicht unterschätzt werden.

► Rund ein bis zwei Wochen nach dem Biss einer infizierten Zecke bekommt nahezu jeder Zweite grippeähnliche Symptome mit Fieber und Kopf- und Gliederschmerzenerklärt das Robert-Koch-Institut.

► Nach einer Beschwerde freien Zeit, die bis zu 20 Tage dauern kann, treten bei zehn bis 30 Prozent der Betroffenen wieder Fieberattacken auf. Dieses Mal mit neurologischen Beschwerden wie Lähmungen auf.

► Hirnhaut-, Hirn- und Hirnhautentzündung sowie Rückenmarksentzündungen können zudem auftreten. FSME kann nur symptomatisch behandelt werden – und zwar im Krankenhaus.

Das Gute: Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis könnt ihr euch impfen lassen.

Mehr hierzu erklären die Internisten im Netz auf ihrer Seite.

FSME infizierten Zecken sind vor allem in Süddeutschland verbreitet. Eine Karte des RKI zeigt an, wo die Haupt-Epidemiegebiete liegen. Wichtig ist: Eine Zecke muss auch dort nicht unbedingt eine Krankheit übertragen.

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Wie schützt man sich vor Zeckenbissen?

Trotzdem sollte sich jeder vor Zeckenbissen schützen. Besonders gefährdet sind Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind – und zwar eher abseits der Wege. Kinder und Wanderer zum Beispiel.

► Mit langer Kleidung schützt ihr euch davor, dass die Zecke sich in kürzester Zeit festbeißt.

► Sind Hose und Shirts noch dazu hell, erkennt ihr die kleinen Tierchen nach dem Spaziergang auf dem Stoff sofort.

► Auch könnt ihr eure Haut mit Mückenschutz einreiben, die zum Beispiel auf Icaridin (Autan gibt es bei Amazon zu kaufen) oder DEET (Anti Brumm ist bei Amazon erhältlich) basieren. Solche Repellentien gibt es auch, um die Kleidung damit einzusprühen.