POLITIK
09/12/2018 19:38 CET | Aktualisiert 10/12/2018 12:46 CET

ZDF-Reporter stellt CDU-Mann Koch kritische Nachfrage – der bricht das Interview ab

“Ach, ich habe keine…”

  • Das ZDF hat CDU-Politiker Roland Koch auf dem Parteitag in Hamburg interviewt. 
  • Eine Nachfrage war Koch aber offenbar zu viel – er brach das Gespräch ab. 
  • Im Video oben seht ihr die Szene aus dem Interview. 

Es war eine bezeichnende Szene dafür, wie groß die Enttäuschung in der CDU nach der Niederlage von Friedrich Merz auf dem Parteitag in Hamburg war. 

Die Reporter der ZDF-Sendung “Berlin direkt” sprachen nach dem Sieg von Merz’ Kontrahentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit Roland Koch, einem ausgesprochenen Unterstützer des früheren Unionsfraktionsvorsitzenden. 

“Die Partei will nicht einfach ein ‘Weiter so’”, sagte Koch zunächst im Interview. “Die Aufgabe der Vorsitzenden ist jetzt auch, dass die 50 Prozent, die sie nicht gewählt haben, überzeugt werden.” Das bedeute jetzt auch, den Merz-Anhängern ein programmatisches Angebot zu machen, betonte Koch. “Das bedeutet nicht Freundlichkeit.”

Das klang kämpferisch, etwas unversöhnlich – und tief enttäuscht. Eine Nachfrage war dann offenbar zu viel für den früheren hessischen Ministerpräsidenten Koch. 

“Sie sehen das nicht als endgültige Niederlage?”, wollte der ZDF-Reporter noch wissen. Aber Koch ließ ihn gar nicht ausreden, wie am Sonntagabend bei der Ausstrahlung von “Berlin direkt” zu sehen war, sondern rollte mit den Augen und sagte noch: “Ach, ich habe keine…” Dann ging er. 

Andere CDU-Konservative sind versöhnlicher 

Versöhnlicher zeigte sich Carsten Linnemann im “Berlin direkt”-Gespräch im ZDF-Studio am Sonntag. “Ich bin einen Schritt weiter, ich versuche, Brücken zu bauen”, betonte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union.

Der Parteitag sei wie das Finale der Fußball-Champions-League. Es werde einige Tage dauern, bis die Merz-Anhänger ihre Enttäuschung überwinden werden.

Droht der CDU nun eine Spaltung? “Es kommt darauf an, wie man jetzt vorgeht”, sagte Linnemann.

Seine Forderung an die neue Vorsitzende Kramp-Karrenbauer: Sie soll inhaltliche Punkte von Merz, etwa die “Agenda für die Fleißigen”, übernehmen.  

“Wenn sie diese Punkte aufnimmt, schlägt sie den richtigen Weg ein”, betonte Linnemann