POLITIK
11/02/2018 10:30 CET | Aktualisiert 11/02/2018 10:48 CET

Zahl der islamistischen Gefährder in Baden-Württemberg massiv gestiegen

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Ina Fassbender / Reuters
2014 stand in Düsseldorf ein Mann vor Gericht, der einen Anschlag auf die rechte islamophobe Partei Pro-NRW geplant haben soll.

Im Südwesten Deutschlands zählen die Behörden nun deutlich mehr islamistische Gefährder als noch vor wenigen Monaten.

Das ist passiert:

► Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat sich die Zahl jener Menschen, denen die Polizei grundsätzlich einen islamistischen Terrorakt zutraut, in Baden-Württemberg von rund 60 vor wenigen Monaten auf 93 erhöht.

► Als einer der Gründe gilt die rapide steigende Zahl der Ermittlungsverfahren bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart – dadurch ergeben sich auch immer mehr Hinweise auf potenzielle Gefährder.

► Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) geht von einer hohen abstrakten Gefahr eines Terroranschlags aus. Es lägen aber keine konkreten Hinweise auf Anschläge vor. 

Darum ist es wichtig:

Nach Erkenntnissen von Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt sind seit Beginn der Kämpfe in Syrien 2011 rund 970 Menschen aus Deutschland in das Krisengebiet ausgereist.

Davon seien 50 aus Baden-Württemberg, sagte der Islamismusfachmann des Landesamtes für Verfassungsschutz, Herbert Landolin Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Deutschlandweit gibt es nach jüngsten Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) rund 750 Gefährder.

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Was ihr noch wissen müsst:

Eine Entspannung der Lage sei nicht absehbar, hatte BKA-Präsident Holger Münch zuletzt gewarnt. Er forderte für den Kampf gegen den islamistischen Terror einen einheitlichen Rechtsrahmen in den Polizeigesetzen der Länder und ein einheitliches Informationsmanagement.

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(lm)