ELTERN
12/06/2018 12:12 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 12:23 CEST

Wutanfälle bei Kleinkindern: Drew Barrymore hat einen Tipp für Eltern

Was tun, wenn die Gefühle überkochen

  • Kleine Kinder haben Wutanfälle, weil sie ihre Gefühle noch nicht so gut kontrollieren können.
  • US-Schauspielerin Drew Barrymore hat einen Tipp, wie Eltern mit einem Wutanfall umgehen können. 

Es gibt Situationen, die Eltern manchmal ratlos zurücklassen. Sie blicken dann vielleicht auf ein schreiendes, um sich schlagendes Kleinkind, das vor ihnen auf dem Bürgersteig liegt und fragen sich, was eigentlich los ist. Vor ein paar Sekunden war doch noch alles in Ordnung! 

Solche Wutanfälle lassen Eltern oft ratlos zurück. Sie gehören jedoch zur normalen Entwicklung eines Kindes. Sie entstehen, weil das kindliche Gehirn noch in der Entwicklung ist und kleine Kinder schlichtweg nicht in der Lage, ihre Emotionen zu kontrollieren.

Muss ein Kind mit verschiedenen starken Emotionen auf einmal umgehen, ist es manchmal überfordert. Die Gefühle kochen regelrecht über und das Kind braucht einen verständnisvollen Erwachsenen, um gewissermaßen die Herdplatte herunterzudrehen.

Die Wut verfliegen lassen 

US-Schauspielerin Drew Barrymore hat vor wenigen Tagen auf Instagram verraten, was ihr geholfen hat, die Wutanfälle bei ihren Töchtern zu verhindern oder abzuschwächen.

Ein einfacher Trick soll Kinder von ihrer Wut ablenken und ihren Fokus auf etwas Schönes lenken: Seifenblasen.

In ihrem Instagram-Post zitiert Barrymore die Seedlings Group – eine Organisation, die Eltern in den USA dabei unterstützen will, die Entwicklung ihrer Kinder positiv zu fördern.

Sie schreibt:

“Haltet Seifenblasen bereit. Man kann keinen Wutanfall haben, wenn man atmet und man kann keine Seifenblasen machen, wenn man nicht atmet. Man kann keinen Wutanfall haben, wenn man lächelt und man kann keine Seifenblasen auffangen, ohne dabei zu lächeln. Eine schnelle Ablenkung, um wieder zur Ruhe zu kommen.”

Barrymore schreibt, dass sie seit der Geburt ihrer Töchter mit der Seedlings Group zusammenarbeitet und immer noch regelmäßig Ratschläge der Organisation einholt.

Das Kind von der Wut ablenken – eine gute Idee? 

Aber ist Ablenkung wirklich die beste Strategie, um mit dem Wutanfall eines Kindes umzugehen?

“Ein Wutanfall bei einem Kind ist ein Ausdruck von Frustration und es macht Sinn, diese Frustration auch zu benennen”, sagt Sascha Schmidt, Seminarleiter der unabhängigen Familien-Organisation Familylab und Autor des Buches “Wieder Paar sein! Erfüllte Zweisamkeit trotz Kind und Arbeit. Erste Hilfe für berufstätige Eltern” der HuffPost.

Ein Kleinkind solle schließlich lernen, die unterschiedlichen Emotionen einzuordnen, erklärt Schmidt. Eltern könnten es dabei unterstützen, indem sie signalisierten, dass jedes Gefühl sein dürfe und nicht unterdrückt werden müsse.

“Wut tut gut. Und Wut ist nicht unbedingt etwas Negatives”, sagt Schmidt. “Eltern sollten einem Kind in dieser Situation zeigen, dass es gesehen wird und ihm helfen, sein Gefühl in einem sozial verträglichen Rahmen zum Ausdruck zu bringen.

Die Wut verstehen und nach den Ursachen forschen

Eltern sollten zudem nach den Ursachen für die Wut forschen, sagt Schmidt.

“Manchmal sind Kinder frustriert, weil sie das Eis nicht bekommen, das sie wollten. Manchmal zeigen Kinder mit einem Wutanfall aber auch, dass ihre Grenzen nicht gewahrt werden – etwa, wenn das Kind nicht von den Großeltern geküsst werden will, die Erwachsenen seine Grenze aber nicht als solche wahrnehmen.”

Auch Wut ist ein Gefühl, das sein darf

Wut solle daher nicht unterdrückt werden. Das Kind solle vielmehr dabei unterstützt werden, seine Wut zu begreifen und zum Ausdruck zu bringen.

Haben Eltern die Wut des Kindes wahrgenommen und dessen Gefühle vielleicht sogar benannt, könnten Seifenblasen aber helfen, die Wut verfliegen zu lassen, meint Schmidt.

(ks)