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17/07/2018 07:49 CEST

Sami A. macht deutschen Behörden schwere Vorwürfe

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Wilfried Wirth via Getty Images
Der Flughafen in Düsseldorf, von wo Sami A. nach Tunesien abgeschoben wurde. (Symbolbild)

► Im Fall der umstrittenen Abschiebung des mutmaßlichen Ex-Leibwächters von Osama bin Laden, Sami A., hat der Betroffene selbst nun die deutschen Behörden scharf kritisiert.

“Ich wurde entführt aus Deutschland”, teilte Sami A. über seinen Anwalt der “Bild” mit. Sami A. habe der Polizei erklärt, dass ein Gericht seine Abschiebung untersagt habe. Die Beamten hätten das ignoriert und gesagt, “dass das von ganz oben kommt und ich nichts dagegen tun könne”.

► Bereits am Montag hatte Sami A. tunesischer Anwalt die Rückführung seines Mandanten nach Deutschland gefordert.

Darum ist der Fall Sami A. so brisant: 

Schon seit Jahren streiten die deutschen Behörden um die Abschiebung des islamistischen Gefährders. Kurzfristig wurde Sami A. nun am Freitagmorgen abgeschoben. 

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte allerdings zuvor entschieden, dass eine Abschiebung nicht rechtens sei, da Sami A. in Tunesien Folter drohen könnte.

Zwar befindet sich Sami A. dort derzeit in Haft, doch der Mann soll möglicherweise nach Deutschland zurückgeholt werden. Darüber und ob ihm tatsächlich Folter drohen, streiten sich Justiz und Politik.

Was Sami A. den deutschen Behörden noch vorwirft:

Sami A. bestreitet gegenüber der “Bild”, je Leibwächter von bin Laden gewesen zu sein. Der Vorwurf sei “völlig frei erfunden”

Den deutschen Behörden wirft Sami A. “puren Rassismus” vor, deshalb sei er abgeschoben wurden. Auch Innenminister Horst Seehofer attackiert er. Der wollte ihn “nicht mehr länger im Land haben. Dann wird einfach behauptet, dass jemand Extremist sei”.

(ll)