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26/08/2018 16:30 CEST | Aktualisiert 26/08/2018 16:41 CEST

Bundesliga: Wolfsburg-Spieler Brekalo lehnt Regenbogen-Binde wegen Religion ab

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TF-Images via Getty Images
Wolfsburgs Kapitän Josuha Guilavogui im Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04.

VfL Wolfsburgs Kapitän Josuha Guilavogui hat im Spiel gegen Schalke 04 ein Zeichen setzen wollen: Der französische Mittelfeldspieler trug eine Kapitänsbinde in den Regenbogenfarben, um damit stellvertretend für den Verein ein Zeichen gegen Rassismus und Homophobie zu setzen.

► Doch sein kroatischer Mannschaftskollege Josip Brekalo lehnt diese Geste der Toleranz ab. Er könne “nicht vollständig hinter dieser Aktion stehen (...), denn es widerspricht meiner christlichen Überzeugung”, beginnt eine Erklärung, die dem Fußballmagazin “Kicker” vorliegt. 

► Weiter heißt es: “Ich bin sehr religiös erzogen worden. Wenn jemand eine andere Art zu leben bevorzugt, dann ist das okay für mich, weil das seine Sache ist. Aber ein spezielles Symbol für die Einstellung anderer Leute muss und möchte ich nicht tragen.”

Warum ein Statement gerade gegen Homophobie im Fußball wichtig ist:

Anders als in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen ist Homophobie im Fußball noch immer ein riesiges Problem. So hat sich bislang kein aktiver männlicher Profi geoutet.

Ein solcher Schritt wird auch dadurch erschwert, dass nach wie vor in vielen Fankurven schwulenfeindliche Gesänge und Beschimpfungen zu hören sind.

Nichtsdestotrotz gibt es Initiativen, die gegensteuern, wie die von Tennis-Borussia-Berlin-Fans gegründete Kampagne “Fußballfans gegen Homophobie” oder eben die Aktion vom VfL Wolfsburg.

Warum Brekalo zusätzlich für Wirbel gesorgt hat:

Pikant ist, dass von Brekalos offiziellem Instagram-Account aus am Freitag zwei homophobe Kommentare zur Regenbogen-Binde geliked wurden. Das sorgte für Fragen.

Der Stürmer beteuerte am Samstag, dass nicht er selbst die Kommentare positiv bewertet sondern ein technischer Fehler vorgelegen habe. Journalisten zeigte er ein Video seines angeblich defekten Mobiltelefons, wie der “Kicker” berichtet.

Mittlerweile hat Brekalo die Aktionen rückgängig gemacht.

(ujo)