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26/06/2018 10:59 CEST | Aktualisiert 26/06/2018 11:18 CEST

WM: Irans Trainer macht Geste zur Tribüne – Schiedsrichter greift ein

Der Schiedsrichter musste den Trainer direkt an der Linie ermahnen.

Ricardo Moraes / Reuters
Irans Trainer Carlos Queiroz diskutiert mit Schiedsrichter Enrique Caceres.
  • Irans Nationaltrainer Carlos Queiroz hat nach dem WM-Aus seiner Mannschaft gegen den Videobeweis gewütet.
  • Doch während des Spiels forderte er immer wieder selbst den Videobeweis und stachelte sogar das Publikum an.

Portugal ist weiter, doch für die Mannschaft war das Ergebnis des Gruppenfinales der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland trotzdem kein Grund zum Feiern.

Denn: Fußball-Star Cristiano Ronaldo verschoss einen Elfmeter und die Portugiesen können eher von Glück sprechen, dass das Match mit einem Unentschieden und nicht mit einem Sieg für den Iran endete.

Viele Fußball-Fans sind auch der Meinung, dass der Schiedsrichter Enrique Caceres (Paraguay) keine souveräne Leistung gebracht hat.

Irans Trainer Queiroz streitet mit Schiedsrichter Caceres 

Immer wieder zog der Schiedsrichter den Videobeweis heran. Auch weil die Trainer und Spieler ihn wiederholt unter Druck setzten. Als der iranische Spieler Taremi in der zweiten Halbzeit im Strafraum fiel, forderte Irans Nationaltrainer Carlos Queiroz einen Strafstoß.

Caceres schien zu zögern, während Queiroz heftig auf ihn einredete. Dann machte der Trainer die Handbewegung für den Videobeweis, drehte sich zur Tribüne und stachelte das Publikum damit an – immer wieder.

Der Schiedsrichter musste den Trainer direkt an der Linie ermahnen. 

Mehr zum Thema: Ronaldo verschießt Elfmeter gegen Iran – und schreibt WM-Geschichte

Videobeweis nach Zweikampf zwischen Ronaldo und Pouraliganji

Doch nur Minuten später folgte die nächste Aufregung, der nächste Videobeweis.

Der Grund: Cristiano Ronaldo hatte in der zweiten Halbzeit mit seinem Arm den Hals des iranischen Spielers Morteza Pouraliganji getroffen.

Eigentlich hätte er dafür die Rote Karte verdient. Doch auch nach Sichtung des Videobeweises entschied Caceres sich, Ronaldo nur Gelb zu geben. 

Queiroz war sauer. So sauer, dass er auch nach dem Aus seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft über den Videobeweis herzog.

Queiroz: “Da sitzen fünf Leute zusammen und sehen den Ellbogenschlag nicht”

“Ellenbogen bedeutet Rot. So lauten die Regeln”, sagte der Portugiese nach dem 1:1 gegen sein Heimatland am Montagabend in Saransk. 

Die Regel mache keinen Unterschied, ob ein Spieler wie Ronaldo oder Argentiniens Topspieler Lionel Messi den Ellbogen einsetze oder ein anderer Akteur, schimpfte Queiroz nach der intensiven Partie.

Der 65-Jährige forderte mehr Transparenz. “Wir müssen wissen, wer das Spiel leitet, wer die Entscheidungen trifft”, sagte er. Die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Videoschiedsrichter müsse offengelegt werden.

Es wurden Zehntausende Dollar ausgegeben, da sitzen fünf Leute zusammen und sehen den Ellbogenschlag nicht. Ach, lasst mich doch in Ruhe.” Queiroz forderte FIFA-Präsident Gianni Infantino zum Eingreifen auf.

Insgesamt hatte Schiedsrichter Caceres drei Entscheidungen nach dem Videobeweis korrigiert: Außer der Gelben Karte gegen Ronaldo verhängte er jeweils nach Ansicht der Bilder Elfmeter.

Während Ronaldo den Strafstoß für Portugal vergab (53.), nutzte Karim Ansarifard auf der anderen Seite die Chance zum späten Ausgleich (90.+3).

Queiroz’ Trainerkollege Fernando Santos hingegen sah die Video-Entscheidungen nach dem Einzug ins Achtelfinale locker. “Der Schiedsrichter hat getan, was er zu tun hatte”, sagte Portugals Nationaltrainer. “Das müssen wir akzeptieren.”