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13/06/2018 12:36 CEST | Aktualisiert 13/06/2018 12:42 CEST

WM in Russland: Spanien feuert seinen Trainer Julen Lopetegui

“Der Trainer hat die Konzentration auf die WM kaputt gemacht.”

AP
Julen Lopetegui wurde gefeuert.

Der spanische Fußball-Verband hat Julen Lopetegui, den Trainer der Nationalmannschaft, gefeuert.

Verbandspräsident Luis Rubiales sagte auf der Pressekonferenz am Mittwoch, dass dies die beste Lösung sei, nachdem Lopetegui bekannt gab, zu Real Madrid zu wechseln.

► Die Entscheidung fällt zwei Tage vor der ersten Weltmeisterschafts-Partie des Topfavoriten gegen das nicht minder starke Portugal.

“Rubiales fühlt sich verraten”

► Der bevorstehende Wechsel von Nationaltrainer Julen Lopetegui zu Real Madrid hat am Dienstag im spanischen Verband und WM-Quartier für helle Aufregung gesorgt.

Der am Dienstag nur zehn Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe informierte neue Verbandspräsident Luis Rubiales koche vor Wut, heißt es in Medienberichten weiter. 

“Rubiales fühlt sich verraten. Real hat schlecht gehandelt, Lopetegui noch schlechter. Der Trainer hat die Konzentration auf die WM kaputt gemacht”, sagte der gut informierte Journalist Manu Carreño in der Radiosendung “El Larguero” in der Nacht zum Mittwoch.

Nicht nur daheim in Spanien, sondern auch im Teamlager des Weltmeisters von 2010 in Krasnodar löste der angekündigte Trainer-Transfer große Missstimmung aus.

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Lopetegui gab die Verpflichtung vor dem WM-Start bekannt

► Bei den Diskussionen geht es nicht nur darum, dass Lopetegui offenbar mitten in der Vorbereitung auf die WM mit dem Champions-League-Sieger verhandelt hat.

Auch und vor allem der Zeitpunkt der Bekanntgabe sei “schrecklich” gewesen, schreibt zum Beispiel “AS”. Der Verband RFEF reagierte erst 50 Minuten nach der Real-Mitteilung mit einer dürren Presseerklärung, in der er die Ausstiegsklausel in Lopeteguis Vertrag bestätigte und um volle Konzentration auf das Portugal-Spiel bat.

► Rubiales habe Lopetegui und Real-Boss Florentino Pérez am Dienstag darum gebeten, dass die Verpflichtung erst nach der WM bekanntgegeben wird.

Vergeblich.

Die Fachzeitung “Mundo Deportivo” spricht auf Seite eins von einer “Bombe”, das Konkurrenzblatt “Sport” von einer “Madrider Rakete gegen La Roja” und auch davon, dass Pérez “die Nationalmannschaft in die Luft gejagt” habe.

► Auch die meisten Nationalspieler seien verärgert, so “Sport”. Nur die bei Real kickenden Stars um Kapitän Sergio Ramos und Isco seien froh. Mit der Ruhe und der Eintracht im Team ist es jedenfalls vorbei beim Weltmeister von 2010. Kommentar von Radio Marca: “Das ist mehr ein Meteorit als eine Bombe, die hier eingeschlagen hat.”