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07/07/2018 20:21 CEST | Aktualisiert 08/07/2018 14:11 CEST

WM 2018: Völlig unbemerkt – Experten decken krasse Schiedsrichter-Fehler auf

Es sind krasse Fehlentscheidungen.

Damir Sagolj / Reuters
Die Schiedsrichter bei der Weltmeisterschaft in Russland machen laut Experten immer wieder einen eklatanten Fehler. 
  • Wie bei jedem großen Turnier stehen auch bei der Fußball-WM in Russland die Schiedsrichter besonders im Fokus. 
  • Experten des Statistikportals “FiveThirtyEight” haben sich deren Leistung genauer angeschaut – und dabei systematische Fehler entdeckt. 

Es sind unglaubliche Zahlen, die das Statistikportal “FiveThirtyEight” über die Schiedsrichterleistungen bei der WM in Russland präsentiert.

Zahlen, die systematische Fehlbeurteilungen der Unparteiischen belegen.

Und doch sind es Schiedsrichter-Fehler, die eigentlich kein Fan oder Spieler bewusst mitbekommt. 

Denn “FiveThirtyEight” hat herausgefunden: Die Schiedsrichter beurteilen die Länge der Nachspielzeit grundsätzlich falsch – und das massiv. 

Spieler und Fans um viele Minuten WM-Fußball betrogen

Die Statistiker des US-Nachrichtenportals haben jedes der ersten 32 Spiele der WM in Russland untersucht.

Das Ergebnis ist eindeutig: Fast in jedem Spiel haben die Schiedsrichter viel zu wenig Zeit nachspielen lassen. Die Fehler sind teilweise eklatant. 

► So hätten so beim Vorrunden-Spiel von Beglien gegen Tunesien enorme 20 Minuten und 58 Sekunden nachgespielt werden müssen. Das Schiedsrichter-Gespann ließ jedoch nur insgesamt 7 Minuten und 14 Sekunden nachspielen. 

► Beim aufregenden Spiel von Argentinien gegen Kroatien hätten es mehr als 16 Minuten Nachspielzeit sein müssen – doch es waren nur etwas mehr als 6. 

► Tatsächlich hätten in nahezu jedem der von “FiveThirtyEight” gemessenen Spiele viele Minuten mehr Nachspielzeit gegeben werden müssen – die Spanne reicht von mindestens 2 bis zu maximal über 13 Minuten. 

► Nur im Spiel Deutschland gegen Schweden ließen die Schiedsrichter fast exakt genau die von den Experten handgestoppte Nachspielzeit spielen. 

So erklären die Experten die Fehler der Schiedsrichter

Wie kann es sein, dass die Schiedsrichter bei der Festlegung der Nachspielzeit stets so deutlich daneben liegen?  

Die Statistiker von “FiveThirtyEight” erklären sich die enormen Abweichungen unter anderem dadurch, dass die FIFA-Regeln für Schiedsrichter diesen einige Freiheiten ließen, was die Bewertung von Spielunterbrechungen angehe. 

Nicht jede Unterbrechung werde so zeitgenau zur Nachspielzeit hinzugerechnet – etwa dann nicht, wenn es sich um Einwürfe, Abstöße, Freistöße oder Ecken handele. Nur wenn diese “exzessiv” viel Zeit in Anspruch nähmen, würden sie zur Nachspielzeit hinzugerechnet. 

Die Statistiker von “FiveThirtyEight” haben diesen Faktor bei der Berechnung der “echten” Nachspielzeit”, die in der ersten Tabelle weiter oben zu sehen ist, jedoch berücksichtigt. 

Wenn etwa ein Torhüter 43 Sekunden für seinen Abstoß brauchte, dann wurden 30 Sekunden dieser Zeit als Spielzeit betrachtet – und nur die übrigen 11 Sekunden als nötige Nachspielzeit gewertet. 

► Die Experten kommen so zu dem Ergebnis, dass die Schiedsrichter bei den ersten 32 WM-Spielen im Schnitt ganze 6 Minuten zu wenig Nachspielzeit spielen ließen. 

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Darum ist die falsche Nachspielzeit ein Problem

Die fehlende Nachspielzeit bringt nicht nur Fans um ihren WM-Spaß – sie hat auch krasse sportliche Auswirkungen. 

Wenn es vorkommt, dass bei einigen Begegnungen eine aktive Spielzeit von bis zu 13 Minuten fehlt, dann ist das eine deutliche Verzerrung der möglichen Spielergebnisse. 

Wenige Minuten können im Fußball über Sieg oder Niederlage entscheiden, über ein Weiterkommen in die nächste Runde – oder sogar den Gewinn eines Titels. 

Und noch etwas bedeuten die Berechnungen von “FiveThirtyEight”: Das von Fans so verhasste Zeitschinden im Fußball lohnt sich. Leider.