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24/01/2018 16:31 CET

7 Jahre nach Fukushima: Wissenschaftler machen einen beunruhigenden Fund

US-Forscher haben die Strände rund um das Epizentrum untersucht.

  • Seit der nuklearen Katastrophe im Jahr 2011 ist das Gebiet rund um Fukushima verstrahlt
  • US-Forscher nahmen an mehreren Stränden Wasserproben und fanden das radioaktive Element Cäsium
  • Was das für die Bevölkerung bedeutet, seht ihr im Video oben

Vor sieben Jahren ist es im Atomkraftwerk Fukushima zu einer nuklearen Katastrophe gekommen. Ein Erdbeben löste einen Tsunami aus, der zu schweren Schäden am Atommeiler führte. Die Gegend in und um Fukushima wurde radioaktiv verseucht. 

Jetzt erklären US-Forscher in einer neuen Studie, welche Folgen die Atom-Katastrophe für uns alle haben könnte. 

Gefahr am Sandstrand

Sie fanden heraus, dass die höchste Konzentration an radioaktivem Cäsium 137 nicht direkt im Epizentrum des Kernkraftwerks zu finden ist, sondern im Sand der Strände – sogar bis zu 100 Kilometer vom Reaktor entfernt. Von 2013 bis 2015 nahmen die Forscher der “Woods Hole Oceanographic Institution” dazu an acht Stränden Wasserproben und verglichen sie miteinander.

► Sie belegten, dass die höchste Strahlung von Brackwasser ausgeht.

Dieses entsteht, wenn Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen und sich vermischen. Das Wasser stammt also nicht aus einem Fluss oder dem Grundwasser.

► Die Forscher vermuten, das kontaminierte Wasser würde durch Gezeiten und Wellen verbreitet.

So konnten sich große Mengen Cäsium an die Sandkörner anheften. Das Meer trägt das chemische Element also weiter mit.

Auswirkungen kaum abzusehen

Die Forscher betonen, der Mensch sei nicht in Gefahr, da er nicht mit dem Brackwasser in Berührung komme. Sie weisen aber darauf hin, dass nicht klar ist, wie weit sich das kontaminierte Wasser verbreiten wird - oder wie lange Cäsium in den Sandkörnern gespeichert wird.

Das verantwortliche Unternehmen TEPCO verharmloste die Katastrophe anfangs und spielte das Ausmaß der Zerstörung herunter. Erst über ein Jahr später gab TEPCO zu, die zugrundeliegenden Sicherheitsmaßnahmen nicht erfüllt zu haben. Die Geschäftsführung wollte rechtliche Konsequenzen vermeiden. 

Die Schäden am Kraftwerk werden auf etwa 25 Milliarden Euro geschätzt. Die genaue Zahl der Todesopfer ist bis heute nicht geklärt. 

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(best)