POLITIK
13/11/2018 13:53 CET | Aktualisiert 13/11/2018 14:38 CET

Nato-Zwist: Trump attackiert Macron mit krudem Weltkriegs-Tweet

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Benoit Tessier / Reuters

► US-Präsident Donald Trump hat in einem Tweet am Dienstag seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron attackiert. 

► Trump äußerte sich in seinem Tweet zu Macrons Vorhaben, innerhalb der EU eine Europäische Armee aufzubauen, um sich gegen China und Russland verteidigen zu können. Der US-Präsident kritisierte, dass Macron sich mit der Armee auch gegen die USA verteidigen wolle und schrieb:

“Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg war es Deutschland – und wie lief das für Frankreich? In Paris mussten sie (die Franzosen, Anm. d. Red.) anfangen, Deutsch zu lernen, bis die USA kamen. Bezahlt für die Nato oder lasst es!” 

Was Trump mit seinem Tweet (vermutlich) sagen will:

Trump hatte eine ähnliche Kritik schon vor seiner Reise nach Paris zur Gedenkfeier zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren auf Twitter geäußert. 

In seiner neuen Kurzbotschaft suggeriert er nun, dass Macron und die EU nicht nur planen, eine europäische Armee zu gründen, sondern mit dieser auch aus dem Transatlantischen Bündnis auszutreten. 

Das ist nicht richtig. Tatsächlich hatte Macron dem französischen Radiosender Europe 1 über seine Pläne für eine EU-Armee gesagt: “Wir müssen uns schützen im Hinblick auf China, Russland und sogar die USA.”

Mit seiner Erinnerung an die Weltkriege will Trump nun aber sagen: Ohne die Nato und vor allem die USA sei Europa nicht verteidigungsfähig. 

Macron würde das wohl nicht ernsthaft abstreiten – seine Idee zu einer Europäischen Armee treibt er vor allem deshalb voran, weil er der Meinung ist, die EU müsse innerhalb der Nato mehr Verantwortung übernehmen. 

Der Hintergrund des Konflikts zwischen Trump und Macron: 

Der Nato-Zwist zwischen Trump und der EU schwelt seit Beginn der Amtszeit des US-Präsidenten.

Schon beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr warf Trump den Staaten der EU – und besonders Deutschland – vor, zu wenig Geld in ihre Armeen zu investieren.  

Nach anfänglich guten Beziehungen hat sich auch das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und Macron immer mehr verschlechtert. Macron tritt mittlerweile als strikter Kritiker von Trumps Nationalismus auf – und tat dies gerade erst direkt vor Trump bei der Weltkriegs-Gedenkfeier in Paris. “Patriotismus ist genau das Gegenteil von Nationalismus”, sagte Macron. 

Auch dazu twitterte Trump am Dienstag noch einmal. Er verwies auf die niedrigen Umfragewerte von Macron und behauptete, der französische Präsident habe mit seiner Rede davon ablenken wollen. Außerdem sei “kein Land nationalistischer als Frankreich”, schrieb Trump bei Twitter. 

(mf)