POLITIK
10/11/2018 10:30 CET | Aktualisiert 10/11/2018 12:36 CET

Wirbel um Flüchtlings-Satz von Grünen-MP: "Das Gefährlichste sind Männerhorden"

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► Baden-Württembergs Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Flüchtlinge, die in Gruppen Straftaten begehen, von Großstädten fernhalten und im Land verteilen.

► “Solche Gruppen muss man trennen und an verschiedenen Orten unterbringen”, sagte der Grünen-Politiker der “Heilbronner Stimme” und dem “Mannheimer Morgen”.

► Der Gedanke, einige von ihnen “in die Pampa” zu schicken, sei nicht falsch. “Großstädte sind für solche Leute wegen der Anonymität attraktiv und weil sie dort Gleichgesinnte treffen”, sagte der Regierungschef. Beim Grünen-Parteitag in Leipzig, wo Asylpolitik am Samstag Thema war, zeigte man sich irritiert.

► ”Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten”, sagte Kretschmann.

Worauf Kretschmann sich bezieht: 

Die Vergewaltigung in Freiburg sei ein schlimmes Beispiel, sagte Kretschmann mit Blick auf die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in der Stadt im Breisgau.

Dort soll eine 18 Jahre alte Studentin nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer und ein alter Deutscher.

Wie die Grünen reagieren:

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, zeigte sich verwundert über die Wortwahl des ersten und einzigen grünen Ministerpräsidenten. 

Er hätte eine “staatstragendere Sprache” empfohlen, sagte Kellner.“Das ist nicht unsere Sprache, diese radikale Sprache.” Er lese Kretschmanns Vorstoß aber auch als Bestätigung der grünen Position gegen Ankerzentren, in denen “viele viele Menschen kaserniert an einem Ort” seien.

Das Interview des Baden-Württembergers stößt in der Partei auch wegen der Wahl des Zeitpunkts seiner Veröffentlichung auf Stirnrunzeln.

Die Grünen verabschieden an diesem Wochenende ihr Wahlprogramm für die Europawahl im Mai 2019, am Samstagmorgen standen die Themen Sicherheit, Asyl und Migration auf der Tagesordnung.