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19/04/2018 13:40 CEST | Aktualisiert 19/04/2018 13:40 CEST

Wir haben Bürohunde bekommen und das hat sich verändert

Unsplash/ Bruno Cervera

Dass Bürohunde das physische und psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter nachweislich verbessern, ist längst kein Geheimnis mehr. Als überzeugter Katzenmensch war ich trotzdem eher skeptisch, als erst mein Chef, und dann auch noch ein Kollege, ankündigten, sie würden sich Hunde zulegen und hätten auch vor, diese jeden Tag mit ins Büro zu nehmen. Ich mochte Hunde zwar immer gerne, fand aber, dass sie eigentlich nichts anderes sind, als die stinkende, nervigere und arbeitsaufwändigere Alternative zur Katze - insbesondere für Menschen, die immer Bestätigung brauchen. “Hunde lieben dich bedingungslos!” oder “Freut sich deine Katze so, wenn du abends nach Hause kommst?” sind nur zwei von vielen Sätzen, die mich zu dem Schluss haben kommen lassen, dass Hundeliebhaber mehrheitlich einfach wahnsinnig needy sind.

Seit einigen Monaten gehören zu unserem Team nun eine dunkelhaarige französische Bulldogge und ein Goldendoodle, die ich nun nicht mehr missen möchte. Wenn ich morgens ins Büro komme, muss sogar ich zugeben, dass es wirklich nett ist, wenn die beiden Vierbeiner mich freudig begrüßen. Statt sich auf den Balkon zu stellen, können wir Raucher uns immer mal wieder einen der Hunde leihen und mit ihnen eine Runde um den Block gehen - raus müssen sie sowieso und uns tut die Bewegung an der “frischen” Luft auch merklich gut. Nachdem der Kopf einmal stoßgelüftet wurde, fällt die Konzentration einfach leichter. Und wenn sich während des Arbeitens manchmal ein blonder, flauschiger Hundekopf auf meinen Schoß schmiegt, um von mir gestreichelt zu werden, oder die kleine stämmige Bulldogge neben mir steht und leise vor sich hingrunzt, wärmt das auch mein Herz, das normalerweise kalt wie eine Hundeschnauze ist.

Dass ich nicht die Einzige bin, der das so geht, merken wir alle auch am Klima. Nicht, dass wir vorher Probleme miteinander gehabt hätten. Stressige Gespräche mit Kunden, die mal wieder die Quadratur des Kreises wollen, oder langweilige Recherchearbeiten können trotzdem kräftezehrend sein und die Nerven spannen. Niemand nimmt es einem übel, wenn man mal etwas gereizter reagiert. Es gibt in unserem Team dennoch niemanden, den es nicht beruhigt, eine Runde an der frischen Luft zu drehen oder zwischendurch ein weiches, warmes Pelzchen zu streicheln, das diesen Ausdruck der Zuneigung auch sichtlich genießt. Dass die beiden eigentlich jeden lieben, der ihnen Leckerlis und Liebe gibt, ist dabei egal - für Entspannung sorgt das trotzdem und ich persönlich bin auch nicht mehr ganz so geschlaucht, wenn ich abends nach Hause komme.