NACHRICHTEN
05/01/2019 14:55 CET

Winter-Wetter: Schneefall und Glätte sorgen für Chaos im ganzen Land

Auf den Straßen herrschen Staus, unzählige Flügen verspäten sich oder fallen aus.

  • Tief André überzieht am Wochenende den Süden Deutschlands mit einem Schneeteppich.
  • Bis Montag kommen gebietsweise weit über ein Meter Neuschnee zusammen.
  • Welche Regionen besonders betroffen sind, seht ihr im Video oben.

Tief André hat uns am Freitag mit einer Menge Neuschnee erreicht.

Bis Montag kündigen sich im Alpenvorland mehr als 30 Zentimeter an, vor allem in Staulagen wie den Chiemgauer Alpen und im Berchtesgadener Land können gebietsweise auch über einen Meter Neuschnee fallen.

Der stärkste Niederschlag wird am unmittelbaren Alpenrand bis Samstagmorgen erwartet. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits für die südlichsten Landkreise Bayerns Alarmstufe Rot ausgerufen. Seit Freitagabend,18 Uhr, bis einschließlich Montag, 12 Uhr, gilt die zweithöchste Warnstufe.

Deutschland versinkt in Winter-Wetter-Chaos

Die Schneemassen bringen nicht nur Glättegefahren. Unter der Schneelast drohen in Süd- und Ostbayern sogar, Stromleitungen einzureißen und Strommasten umzufallen. Grund sind nach DWD-Angaben so genannte Leiterseilschwingungen, die durch Kälte, Schnee und Wind entstehen: Der nasse Schnee setzt sich an Hochspannungsleitungen fest, die durch den Wind ins Schwingen gerieten und dadurch die Masten zum Kippen bringen.

Im Münsterland hatten Leiterseilschwingungen im Jahr 2005 für einen massiven Stromausfall gesorgt. Durch den starken böigen Wind könnten auch Bäume umfallen.

Zudem verschärft sich die Lawinengefahr. In den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen gilt bereits die vierte von fünf Warnstufen. Dem Lawinenwarndienst in München zufolge könnte die Lawinensituation in den gesamten bayerischen Alpen kritisch werden. Es könne auch zu Selbstauslösungen größerer Schneelawinen kommen. Dort, wo sich Triebschnee angesammelt habe, reiche bereits ein Skifahrer aus, um eine Lawine auszulösen.

Experte: “Wir sollten ganz vorsichtig bleiben dieses Wochenende”

 Robert Mayer vom Deutschen Alpenverein warnte im Gespräch mit “BR24”: “Wir sollten ganz vorsichtig bleiben dieses Wochenende.“

Bei Warnstufe 4 könne eine Lawine auch schon im flachen Gelände und aus der Entfernung ausgelöst werden. Durch den starken Wind seien Schneeverwehungen zudem instabil. Skifahrer und Bergsportler sollten sich keinesfalls abseits gesicherter Pisten bewegen.

 Wie der “Bayerische Rundfunk” berichtet, kommt es heute zu immer mehr Staus: “Die A8 ist schon relativ zu. Wie viel davon Rückreiseverkehr ist, wie viel wetterbedingt, lässt sich schwer sagen”, so die Verkehrsexperten des “BR”.

Am Münchner Flughafen sind wegen des starken Schneefalls bereits viele Flüge ausgefallen. Das schreibt der Flughafen auf Twitter. 

Der Schneefall soll noch bis mindestens Montag anhalten.