ELTERN
23/04/2018 14:47 CEST | Aktualisiert 23/04/2018 14:50 CEST

Windpocken bringen Jungen fast um – Eltern treffen schwere Entscheidung

Seine Eltern hatten zwei Möglichkeiten.

parinyatk via Getty Images
Kyans Eltern wussten, dass ihr Sohn nach der OP behindert sein würde. (Symbolbild)
  • Kyan Blake litt nach einem Schlaganfall an bis zu 100 epileptischen Anfällen am Tag
  • Um sein Leben zu retten, entschieden sich die Eltern für eine riskante Operation

“Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens”, erzählt Sonya Guest. Hinter der britischen Mutter liegt eine schwere Zeit. Ihr Sohn Kyan Blake hatte mit zwei Jahren eine Schlaganfall. Das berichtet das Newsportal “Metro”. 

Grund dafür soll laut der behandelnden Ärzte eine Windpocken-Erkrankung gewesen sein. Nach dem Schlaganfall hatte der Junge täglich mit bis zu 100 epileptischen Anfällen zu kämpfen. 

Die Eltern entschieden sich für die riskante Operation

Die Ärzte sahen nur einen Weg dem Jungen zu helfen: Sie mussten die beiden Hälften seines Gehirns in einer riskanten Operation voneinander abtrennen.

Die Konsequenz: Kyan würde vielleicht für immer auf einem Auge blind werden, nicht mehr laufen können und nicht mehr fähig sein, flüssig zu sprechen.

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Seine Eltern wussten, dass ihr Sohn nach der OP behindert sein würde und alles was er bisher gelernt hatte, noch einmal von vorne lernen müsste. 

Dennoch entschieden sie sich laut “Metro” für den außergewöhnlichen Eingriff, obwohl es nicht einmal sicher war, ob die OP erfolgreich sein würde.  

Zuvor hatten die Ärzte versucht, die Anfälle mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Das klappte auch eine gewisse Zeit. Der Zustand des Jungen verbesserte sich sogar derart, dass er anderthalb Jahre medikamentenfrei und ohne Anfälle leben konnte. Doch dann kamen die Anfälle zurück. 

Ihr Sohn hätte bei einem Anfall sterben können

“Wir hatten zwei Möglichkeiten”, erzählt Guest dem Newsportal. “Zu warten bis er eines Tages an einem Anfall sterben würde oder die Hälfte seines Gehirns abzutrennen und eine Behinderung in Kauf zu nehmen, um die Anfälle zu stoppen.”

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Das Paar entschied sich für die zweite Option und rettete mit der mutigen Entscheidung wohl das Leben ihres Sohnes.

Nach der 11-stündigen Operation sprach er zwei Wochen nicht, wie das Newsportal berichtet. Doch dann verbesserte sich sein Zustand stetig. 

Acht Wochen verbrachte er im Krankenhaus, danach nahm Kyan drei Monate an einem Reha-Programm teil. 

Kyan kann mittlerweile wieder sprechen und laufen. Nur für längere Strecken benötigt er noch einen Rollstuhl. Die Anfälle haben aufgehört.

Seine Mutter sagte dem Newsportal “Metro”, dass sie und ihr Mann nun ihren alten Kyan wieder zurück hätten.

(ben)