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12/06/2018 16:26 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 16:26 CEST

Willst Du wirklich Geld sparen? Gründe ein Unternehmen und werde Chef!

In Deutschland sind nur etwa zehn Prozent selbständig, freiberuflich oder als Unternehmer tätig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank ihre Zahl gegenüber den Arbeitnehmern in den vergangenen Jahren immer weiter ab. Dabei liebäugeln zahlreiche Bundesbürger eigentlich damit, ihr eigener Chef zu werden. Abgeschreckt werden sie von den vermeintlich hohen Kosten. Vielleicht geht es Dir auch so. Tatsächlich ist allerdings das Gegenteil der Fall: Willst Du wirklich Geld sparen, dann gründe Dein eigenes Unternehmen.

Mit einem eigenen Unternehmen Geld sparen: 26,7 Prozent der Gründer werden sogar Millionär

In Deutschland leben laut "World Wealt Report" rund 1,28 Millionen Millionäre. 98 Prozent von ihnen haben (mindestens) ein eigenes Unternehmen. Beschäftigst Du Dich mit den Geschichten der Millionäre, so erfährst Du, dass die eigene Firma der Schlüssel zum Reichtum für viele war. 2017 hat das Beratungsunternehmen Capgemini hierfür eine vielsagende Statistik veröffentlicht: Pro Jahr wächst die Zahl der Millionäre in Deutschland um 81.000 bzw. 7 Prozent. Jährlich werden in der Bundesrepublik etwa 300.000 Unternehmen neu gegründet. 170.000 der Gewerbeanmeldungen sind Kleinunternehmen. 130.000 Firmen sind Gründungen von größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Mehr als jeder vierte neue Unternehmer (26,67 Prozent) schafft den Sprung zum Millionär. In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt rund 2,5 Millionen Unternehmen. Umgerechnet ist fast jeder zweite Firmeninhaber Millionär.

Aber selbst, wenn Du nicht den Sprung nach ganz oben schaffen kannst, wirst Du durch eine Unternehmensgründung viel Geld sparen. Deine monatlichen Kosten sinken durchschnittlich um 50 Prozent. Eingerechnet sind dabei Deine Mehraufwendungen für die Krankenkasse und die Versicherungen. Möglich wird dies durch verschiedene steuerliche Möglichkeiten, die Du nutzen kannst, wenn Du ein Unternehmen gründest.

Jetzt Geld sparen und erst Jahre später investieren: Der "Investitionsabzugsbetrag"

Der sogenannte Investitionsabzugsbetrag (früher auch bekannt als "Ansparabschreibung") ist der beste Weg, um als neuer Unternehmer Geld zu sparen. 40 Prozent der geplanten Anschaffungskosten von allem, was für Deinen Betrieb in den nächsten drei Jahren notwendig ist, kannst Du vorab beim Finanzamt abschreiben. Als Beispiel: Würde Dein Gewinn 250.000 Euro betragen, müsstest Du 88.656 Euro Steuern mit dem Splittingtarif bezahlen. Kommt der Investitionsabzugsbetrag ins Spiel, sinkt Deine Steuerlast auf 21.740 Euro. Du sparst fast 67.000 Euro. Vorsicht: Du kannst auf diese Weise nur Geld sparen, solange Dein Eigenkapital noch unter 235.000 Euro liegt.

Kleinunternehmer profitieren mehrfach

Die große Zahl der neuen Kleinunternehmen in Deutschland hat ebenfalls einen steuerlichen Hintergrund. Diese Unternehmensform profitiert mehrfach. Bleibst Du beispielsweise ganz am Anfang unter 17.500 Euro Jahresumsatz, bist Du von der Umsatzsteuer befreit. Diese Befreiung bleibt auch im zweiten Jahr bestehen, solange Deine Umsätze nicht 50.000 Euro übersteigen (Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UstG). Natürliche Personen und Personengesellschaften haben zudem einen Gewerbesteuerfreibetrag von 24.500 Euro jährlich. Fängst Du mit Deinem neuen Unternehmen gerade an, musst Du wahrscheinlich nur die Einkommensteuer bezahlen.

Hierfür ein spannender Vergleich: Arbeitnehmer, die netto 1500 Euro pro Monat verdienen, erhalten brutto nach Steuerklasse I ohne Kirchensteuer, Kinder sowie etwaigen Freibeträgen etwa 2250 Euro. Der Arbeitgeber muss noch einmal 422 Euro drauflegen. Insgesamt werden also etwa 2672 Euro aufgewendet.

Vergleichen wir dies mit einem neuen Unternehmer, der auf 1500 Euro kommen möchte. Für Krankenversicherung und Pflege fallen rund 450 Euro an (400 für die Krankenversicherung und 50 Euro für die Pflege). Für die private Altersvorsorge kommen 100 Euro dazu. Für die Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer und Umsatzsteuer) sind noch einmal etwa 600 Euro einzuplanen. Brutto müsste der neue Unternehmer also auf 2650 Euro kommen. Allerdings sind hier noch keine der Abschreibungen berücksichtigst, die Du in Anspruch nehmen darfst, um Geld zu sparen.

Die Umsatzsteuer ist beispielsweise in der Regel ein durchlaufender Posten, den Du direkt an die Kunden weitergibst. 300 Euro fallen weg. Schon jetzt liegst Du nur noch rund 100 Euro über dem Arbeitnehmer.

Als kleiner und mittlerer Unternehmer profitierst Du aber weiter und kannst Du per Sonderabschreibungen noch einmal Deinen Gewinn um 20 Prozent drücken und zwar für alle Anschaffungen in bewegliche Objekt für Deinen Betrieb. Schon jetzt liegst Du deutlich unter dem Arbeitnehmer und hast Dein Recht auf den Investitionsabzugsbetrag noch gar nicht genutzt. Hinzu kommen Kleininvestitionen: Alles, was Du für Dein Unternehmen brauchst, was netto weniger als 800 Euro kostet, kann komplett abgesetzt werden. Bis zu 1000 Euro netto kannst Du über fünf Jahre oder über die gewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben. So kannst Du erheblich Geld sparen - bis zu 50 Prozent der monatlichen Aufwendungen.

Fazit: Als Unternehmer vom ersten Tag an Geld sparen

Das waren sehr viele Zahlen und Beispiele. Deshalb noch einmal der zentrale Punkt in Kürze: Unternehmer sparen Geld ab dem ersten Tag durch die steuerlichen Möglichkeiten. Daran ändert sich auch nichts. Werde Chef und beginne ein wirtschaftlich sehr viel sorgenfreieres Leben! Viele weitere coole Spartipps findest Du unten auf meinem Blog.

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