POLITIK
14/12/2017 19:04 CET | Aktualisiert 14/12/2017 19:08 CET

Wieder widerspricht er Lindner: FDP-Vize Kubicki glaubt noch immer an Jamaika

Seinem Parteichef dürfte diese Ansage nicht gefallen.

MICHAEL KAPPELER via Getty Images
Wolfgang Kubicki schießt schon wieder quer. 
  • FDP-Vize Kubicki schießt erneut quer
  • Der Liberale will wieder über Jamaika diskutieren, wenn die GroKo scheitert
  • FDP-Chef Lindner hatte dem mehrfach eine Absage erteilt

So langsam nimmt es komische Züge an.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat erneut eine Wiederaufnahme der Gespräche zur Bildung einer Jamaika-Koalition ins Gespräch gebracht.

Dem “Focus” sagte Kubicki: “Eine alte Kommandeursweisheit lautet: Wenn eine neue Lage da ist, muss man sie neu bewerten.” Damit bezog sich der Liberale auf den Fall, dass die Gespräche zwischen Union und SPD scheitern.

Schon vor etwa einer Woche hatte Kubicki betont, dass die Liberalen “selbstverständlich” eine Neubewertung der Lage vornehmen würden, wenn die GroKo scheitert.

FDP-Chef Lindner hatte seinen Vize danach zurechtgewiesen: In dieser Wahlperiode sei Jamaika für niemanden mehr ein Thema.

Ganz so einig ist die FDP nicht

Die bizarre Fehde zeigt, dass Lindner mit seiner Einschätzung offenbar unrecht hatte.

Bei den Liberalen, die die Jamaika-Verhandlungen im November platzen ließen, scheinen doch noch einige großes Interesse daran zu haben, zu regieren. Kubicki macht daraus keinen Hehl.

“Lassen wir doch Union und Sozialdemokraten erst einmal versuchen, eine Koalition auf die Beine zu stellen”, sagte er dem “Focus” zwar. Den Präsidiumsbeschluss, keine Gespräche mehr aufzunehmen, scheint er jedoch nicht als bindend zu betrachten. 

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Ganz so einig, wie die FDP nach dem Verlassen des Verhandlungstisches schien, scheint die Partei nicht zu sein.