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09/07/2018 16:46 CEST | Aktualisiert 09/07/2018 16:46 CEST

Wie IT-Freelancer den Fachkräftemangel in Unternehmen beheben können

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Fachkräfte in der IT Branche werden gesucht.

"Wir haben einfach zu wenig Fachkräfte.“ heisst es beim Branchenverband der IT- Branche BITKOM, und dies seit Jahren fast gebetsmühlenartig. Rund 55.000 Arbeitsplätze sind in der Branche nicht besetzt und der Bedarf an Fachkräften nimmt weiter zu.

Die überwiegende Zahl der Unternehmen setzt dabei auf fest im Unternehmen angestellte Mitarbeiter, mit dem Einsatz externer IT-Experten sind Unternehmen in Deutschland übervorsichtig

Fragt man heute einen Personalverantwortlichen, dann ist das Thema IT-Freelancer immer noch eine Ausnahme. Dabei bieten gerade externe Spezialisten eine Chance für Unternehmen, Experten passgenau und projektorientiert einzusetzen, wann und wo diese benötigt werden. Die digitale Transformation beschleunigt technische Entwicklungen. Herausforderungen werden zunehmend komplexer: Die Abhängigkeit von Digital-Experten wächst, angefangen vom klassischen Programmierer bis hin zum Blockchain Experten.

Dabei liegen die Vorteile von Freelancern auf der Hand. Arbeitsspitzen können abgefangen und Projekte mit überschaubarer Laufzeit für das Unternehmen optimal umgesetzt werden. Ohne aufwendigen Rekrutierungsprozess und Kosten über das Projekt hinaus.

Doch auch hier ist der Talentpool in Deutschland begrenzt; bis heute gehört in Schulen das Coding nicht zu den grundlegenden Lehrinhalten. Mit Blick auf den zunehmenden Bedarf an IT-Fachkräften steigt die Herausforderung, solche externen Experten zu finden. Wo liegt das Problem? Die IT-Freelancer sind selbstständig tätig und in der überwiegenden Mehrheit mit diesem Schritt sehr zufrieden. Die Auftragslage ist ausgesprochen gut, die Freelancer sind über Monate mehr als gut ausgelastet, und das bei steigender Nachfrage.

Alexander Schlomberg (links) mit seinem Kollegen Arne Hosemann

Wo finde ich als Unternehmen Freelancer?

Das eigene Netzwerk kann ein erster guter Kanal sein, denn hier liegen bereits Referenzen direkter Zusammenarbeit mit eigenen Kontakten vor.

Ist das eigene Netzwerk erschöpft, muss außerhalb des Netzwerkes gesucht werden. Hierfür gibt es jede Menge Plattformen. Für die Auswahl der richtigen Plattform müssen zwei Schritte bedacht werden: Erstens, wie komplex und wichtig ist das Projekt. Zweitens, wie aufwendig muss ich deshalb trotz Referenzen testen.

Wenn das Projekt für die Zukunft des Unternehmens relevant ist, muss sich auch bei Freelancern die Frage gestellt werden: Kann ich die technologischen Fähigkeiten eines Freelancers richtig einschätzen? Wenn nicht, sollte dieser Schritt ebenfalls ausgelagert werden. Alexander Schlomberg, Geschäftsführer von Expert Lead, einem Unternehmen, das sich auf das freie Matchen von IT-Experten spezialisiert hat, bringt den Vorteil von Freelancern für Unternehmen auf den Punkt: "Während die Old Economy noch mit der Personalauswahl beschäftigt ist, arbeiten Freelancer schon am Projekt." Das heißt, Plattformen mit eigenen Testings können nicht nur für Handlungsschnelligkeit, sondern auch für Qualitätssicherung in einem komplexen Arbeitsbereich sorgen.

Die Zukunft ist europäisch

„Gehalt ist für die Top 5 Prozent der IT-Experten nicht der entscheidende Faktor“, erklärt Alexander Schlomberg. Ebenso entscheidend sind die inhaltliche Herausforderung und der Arbeitsort. Für den Mittelständler aus Ludwigshafen wird es daher zunehmend schwierig Tech-Experten dauerhaft an seinen Unternehmenssitz zu binden. Die Zukunft gehört der Remote-Arbeit. Der Freelancer sitzt also irgendwo in Berlin, Barcelona oder Sofia und arbeitet aus der Ferne am Projekt mit. Wenn Unternehmen einmal diese Hürde im Kopf überwunden haben, steht auch der Schritt zum europäischen Fachkräftemarkt offen.

Alexander Schlomberg denkt hier europäisch: „Wenn der Freelancer praxisnah getestet wurde und wir ihn als fähig einstufen, ist es egal, ob er an der TU Berlin oder TU Sofia studiert hat.“ Gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels ist die Frage nicht, ob ein Unternehmen auf internationale Fachkräfte zurückgreift, sondern wann er dies macht, um den Anschluss an die Entwicklung halten zu können.