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24/03/2018 09:35 CET | Aktualisiert 24/03/2018 10:12 CET

Wie ein britisches Paar tausenden Patienten in Krankenhäusern eine Freude macht

"Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind."

Lewis Foundation
Lorraine und Lee Lewis
  • Patienten, die viel Zeit im Krankenhaus verbringen müssen, fehlt es oft an Aufmunterung
  • Ein Paar in England hat eine Stiftung gegründet, um diesen Menschen eine Freude zu machen

“Anderen Menschen kostenlos Dinge zu geben, die sie gerne mögen, macht uns so glücklich.”

Das sagen Lorraine und Lee Lewis aus Großbritannien. Das Paar macht anderen gerne eine Freude. Bis 2019 werden sie 13.000 Geschenke an Krankenhauspatienten verschickt haben.

Zusammen mit einem Team von vier freiwilligen Helfern besuchen Lorraine and Lee Lewis Krankenhäuser in Großbritannien, um dort Geschenke an Patienten zu verteilen. Manchmal sind es Gebrauchsgegenstände, manchmal Dinge, die einfach nur den Tag der Patienten verschönern – wie beispielsweise tragbare Radios, Malbücher für Erwachsene, Decken, Windelpakete, Modellbausätze oder Puzzlebücher.

Im Jahr 2016 haben die beiden die Stiftung “The Lewis Foundation” gegründet, um Krankenhäuser in der englischen Region East Midlands mit Geschenkpaketen zu versorgen.

Lorraine und Lee Lewis haben selbst vier Jahre lang sehr viel Zeit im Krankenhaus verbracht, während sie sich um Lees krebskranke Mutter gekümmert haben.

Freude und Aufmunterung mit kleinen Gesten

Die beiden erzählen, dass sie damals “am Boden zerstört” waren. Sie hatten keine Ahnung, wie schwer es werden würde, sich um ein krebskrankes Familienmitglied zu kümmern.

Lees Vater, der Ende 2012 verstarb, hatte all das bisher von ihnen ferngehalten. Doch nach seinem Tod schlüpfte das Paar in seine Rolle und kümmerte sich um Lees Mutter. Dabei spürten die beiden, wie “schwer das finanziell, körperlich und auch emotional war”.

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“Wir wissen, wie hart es sein kann”, sagt Lorraine der HuffPost. “Menschen, die eine Krebstherapie durchmachen, brauchen positive Gedanken und ein Gefühl von Normalität.”

Deshalb mache es die beiden so glücklich, dass sie Menschen im Krankenhaus Geschenke machen können.

“Als wir selbst vier Jahre lang immer wieder Zeit im Krankenhaus verbringen mussten, hätten wir uns auch gewünscht, dass jemand meine Schwiegermutter besucht und sie aufgemuntert hätte”, erzählt Lorraine.

Kostenlose Geschenkpakete

Während dieser Zeit im Krankenhaus beschloss das Paar, etwas Produktives zu tun. Und deshalb sammelten die beiden Spenden. Mit dem Geld haben sie dann elf Fernseher und DVD-Player für die Einzelzimmer gekauft.

Das Paar brachte auch anderen Krankenhauspatienten Zeitschriften oder Hygieneartikel mit. “So kamen wir auf die Idee, dass wir kostenlose Geschenkpakete an Krankenhauspatienten verteilen könnten. Damit sie etwas haben, das ihnen Freude bereitet, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wie sie das bezahlen sollen”, erklärt Lorraine.

Und so sei die “The Lewis Foundation” entstanden. Am Anfang verteilten die beiden 80 Geschenkpakete im Monate. Doch inzwischen sind es viel mehr.

Lewis Foundation
So sehen die Geschenkpakete aus

Sharon Ingram hat Krebs. Sie muss regelmäßig stationär im Krankenhaus in Kettering im nördlichen Northamptonshire behandelt werden. Sie hat eine Tasche mit einem Malset geschenkt bekommen. “Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut”, sagte sie. “Es war wirklich toll und es bedeutet mir so viel.”

Auch Angehörige von Patienten sind dankbar für die Pakete. Charnee Leaves sagt, ihre inzwischen verstorbene Mutter Sue Passchier sei sehr dankbar für die Unterstützung durch die Stiftung gewesen.

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“In dem Geschenkpaket war auch eine Probe von einem Parfüm, das wir beide lieben. Meine Mutter hat mir den Duft zu Weihnachten geschenkt. Wenn ich an diesem Parfüm rieche, erinnert es mich immer an sie”, sagt Leaves.

“Wir machen das, weil wir den Menschen zeigen wollen, dass sie nicht allein sind. Und dass es jemanden gibt, der wirklich für sie da ist”, sagt Lorraine Lewis. “Wenn wir sehen, wie glücklich diese Menschen darüber sind, macht das auch uns glücklich. Jede einzelne Minute, die wir in dieses Projekt investieren, ist es uns wert. Denn wir wissen, welchen Unterschied wir damit machen können.”

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost UK und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

(ujo)