POLITIK
11/01/2019 16:47 CET | Aktualisiert 11/01/2019 16:47 CET

Wie ein bibeltreuer Tech-Investor Neonazis einen Rückzugsort verschaffte

Ein soziales Netzwerk, ein schrecklicher Anschlag – und ein hilfsbereiter CEO.

NICOLAS ORTEGA FOR HUFFPOST
Rob Monster, Christ und Nazi-Unterstützer (Symbolbild).

Sie tun es meist still und leise: Tech-Firmen sorgen dafür, dass Neonazis im Internet eine Plattform finden, auf der sie nach Lust und Laune Veranstaltungen organisieren oder ihre Propaganda verbreiten können.

Verlangt man von den Firmen dann eine Erklärung, erhält man meist nur vage Aussagen zur Meinungsfreiheit. Doch Rob Monster, Gründer und CEO des Domainverwalters Epik, berichtet häufig und gerne darüber, wie er der Webseite “Gab” – einem Portal, das sich besonders unter Neonazis und Rassisten in aller Welt großer Beliebtheit erfreut – nach einer größeren Krise wieder auf die Beine geholfen hat.

Und Monsters Entscheidungen haben eine enorme Tragweite: Die Wiedereröffnung von “Gab” war ein ernster Rückschlag für eine stets wachsende Aktivistenbewegung, die sich dafür einsetzt, Rassisten ihre Plattformen zu nehmen und sie damit in die Irrelevanz zu befördern.

In der Welt der großen Technologieunternehmen ist Monster zwar nur ein kleiner Fisch. Es gelang ihm dennoch mit spielender Leichtigkeit und ganz aus eigener Kraft, Rechtsextremisten im Internet eine neue Plattform zu verschaffen.

Monsters Geschichte zeigt, wie einflussreiche Menschen, eine gefährliche und teils gewalttätige Szene befördern. Es ist eine Geschichte über Hass, über Lügen und Täuschungen.

Monsters Geschichte zeigt auch, dass der Kampf gegen den Hass im Internet nur erfolgreich sein kann, wenn sich ihm jeder Internetanbieter ohne Ausnahme verschreibt. 

Er verteidigt die Seite auch nach dem Anschlag von Pittsburgh

Monster ließ die Domain der Webseite “Gab” im November von seiner Firma registrieren. Zuvor hatten mehrere Internetanbieter sich geweigert, für “Gab” zu arbeiten. Kurz zuvor war herausgekommen, dass der Schütze von Pittsburgh, der elf Menschen in einer Synagoge ermordet hatte, ein aktiver Nutzer des Netzwerkes war.

Monster, ein gläubiger Christ, der häufig aus der Bibel zitiert, verteidigte die gewalttätigen Neonazis von “Gab” daraufhin mehrfach öffentlich. Zudem verleumdete er Kritiker, die gefordert hatten, die Seite stärker zu regulieren. 

Monster behauptet auf Twitter, sein einziges Ziel sei es, die Welt mit ”#Peace”, ”#LoveNotHate”, ”#Truth” und ”#FreeSpeech” zu erfüllen. Es läge ihm ausschließlich daran, Menschen in einem “rationalen Dialog” zusammenzubringen. Dies sei seine gottgegebene Mission auf dieser Erde.

Monster verneint dabei, selbst ein Rassist oder Neonazi zu sein. Er habe viele jüdische Freunde, wie der CEO vergangenen Monat in einem Beitrag auf seinem Firmenblog behauptete. Diese hätten ihn mehrfach sogar als ‘Mensch’ bezeichnet. In der jiddischen Sprache bezeichnet das Wort ‘Mensch’ eine ehrenwerte Person mit hoher persönlicher Integrität und noblen Absichten.

Doch Monsters persönliche Ideologie und Rhetorik lassen sich manchmal nur schwer von den Aussagen unterscheiden, die Neonazis auf “Gab” verbreiteten.

 

“Wie eine Schweizer Bank, aber für Internetdomains”

Monster, 51 Jahre alt, niederländisch-amerikanischer Herkunft, stammt gebürtig aus Philadelphia, wo er eine Quäker-Schule besuchte. Nach einem Masterstudium in BWL an der Cornell University in Ithaca zog es ihn zunächst zum Großkonzern Procter & Gamble.

Auf seinem Posten bei P&G verbrachte er mehrere Jahre, unter anderem auch in Deutschland und Japan. Danach gründete er eine eigene Marktforschungsfirma.

Diese musste er nach einem Streit mit dem Aufsichtsrat im Jahre 2007 allerdings zwangshalber verlassen.

In diesem Jahr erlebte Monster offenbar auch einen Moment der religiösen Erleuchtung. 2016 sagte er in einem Interview, dass er “durch intensive Nachforschungen zu dem Schluss gelangt (sei), dass der Gott der Bibel der wahre Erzeuger des Universums ist, und dass sich durch die Entscheidung, sich von unserem Herren Jesus Christus aus freien Stücken erlösen zu lassen, einen Pfad ins ewige Leben auftut.”

Auf eine Liste mit zwölf Fragen, die die HuffPost Monster zukommen ließ, erhielten wir keine Antwort. Unter anderem wollten wir erfahren, wie genau der Austritt Monsters aus seiner alten Firma abgelaufen war.

Monster gründete seine Firma Epik 2009. Er beschreibt die Firma als “eine Art Schweizer Bank, aber für Internetdomains”. Ein neutrales Unternehmen, das Geld von jedem annehme – offenbar auch von Nazis.

Er versprach ausgezeichneten Kundenservice und erschien selbst häufig in Internetforen, um Kunden persönlich Rede und Antwort zu stehen. Im späten Oktober dieses Jahres veröffentlichte Monster dann eine Verteidigung des sozialen Netzwerks “Gab”.

Ein Nutzer der Webseite, der dort mehrfach hasserfüllte Kommentare verfasst hatte, stand zu diesem Zeitpunkt bereits vor Gericht, weil er elf Menschen jüdischen Glaubens beim Beten in einer Pittsburgher Synagoge erschossen hatte. Internetanbieter zogen sich nach diesem Ereignis von dem sozialen Netzwerk zurück. Nachdem GoDaddy, der Registrator der Domain von Gap, damit drohte, die Plattform löschen zu lassen, ging das Netzwerk kurzfristig offline.

Getty
Einsatzkräfte vor der Synagoge in Pittsburgh. 

Monster behauptet, “Gab” vor dem Massaker in Pittsburgh nicht gekannt zu haben. Am Tag nach der Schießerei erklärte er auf dem brancheninternen Internetforum “NamePros”, er habe eine alte Version des sozialen Netzwerkes aus dem Archiv begutachtet und dort keine besorgniserregenden Inhalte entdecken können.

Die Reaktion des Konkurrenten GoDaddy halte er für “absolut ungeschickt”.

Ein anderes Mitglied des Forums wies Monster darauf hin, dass GoDaddy schlicht die eigenen Benutzerregeln umgesetzt habe, in denen Aufrufe zur Gewalt klar untersagt seien.

Monster wehrte sich gegen die Vorwürfe, indem er behauptete, die Schießerei in Pittsburgh sei ein fingierter Angriff gewesen. Als ein dritter Nutzer Monster in dem Forum vorwarf, er würde von der “Gab”-Kontroverse profitieren und Extremisten einen Nährboden schaffen, entgegnete der Epik-CEO:

“Ich bin ein bibeltreuer Christ. Manche Menschen scheinen zu glauben, dass ich deswegen verrückt sei. Andere glauben, es würde bedeuten, dass ich Hassreden nicht verurteile. Das Gegenteil ist der Fall: Ich bin nicht verrückt und ich begegne jedem Menschen mit Nächstenliebe.”

Monster beschloss, dass es nun an ihm läge, “Gab” zu retten. Er vereinbarte ein Treffen mit Andrew Torba, dem Gründer des Netzwerkes. Dieser war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er mit seinem Unternehmen aktiv weiße Nationalisten angeworben hatte.

Monster beschrieb Torba als “jungen und früher wohl ziemlich wilden CEO, der sich mutigerweise einem vielversprechenden und nützlichen Projekt widmet”. Eine Woche nach seiner Schließung war Gab dann wieder online und ohne Probleme zu erreichen.

Monster meldete sich bei “Gab” an

Nachdem er “Gab” wieder ans Netz gebracht hatte, erstellte Monster sich ein eigenes Benutzerkonto und rief die Nutzer der Seite dazu auf, sich wie “verantwortungsbewusste Partner und Ordnungshüter” zu verhalten.

Doch bald schon klangen seine Kommentare immer mehr nach denen der extremsten Nutzer des Netzwerkes – und immer weniger wie die Aussagen eines angeblich neutralen Tech-CEOs. Trotz seines ethnisch und religiös vielfältigen Freundeskreises scheint es, als habe Monster nichts gegen die antisemitische und fremdenfeindliche Hetze, die auf “Gab” verbreitet wird.

Erst diesen Monat teilte Monster auf Twitter ein Video des kanadischen Rechtsnationalen Faith Goldy. Dieser bezeichnete Migranten in dem Video als Bringer von “Vergewaltigungsorgien, Shariagesetzen und spektakulären terroristischen Exzessen.”

Auch mit seinen eigenen Meinungen hielt Monster sich kaum zurück. “Gibt es viele ‘jüdische’ Menschen, die sich in Machtpositionen befinden und viel Einfluss ausüben? Mit Sicherheit. Glaube ich, dass Gott das gefällt? Nein, ich denke, das gefällt ihm nicht”, postete Monster im vergangenen November auf “Gab”.

Er wünsche jüdischen Menschen zwar nicht, dass sie Schaden nehmen, sagt Monster. “Gott wird aber letztendlich auf seine eigene Art und zur richtigen Zeit über sie urteilen, unabhängig von allen Verschwörungen und Flunkereien, die sich auf dem Weg dorthin vielleicht ereignen mögen.”

Im selben Monat warf ein anderer Nutzer Monster vor, sich wie eine “jüdische Ratte” (er benutzte den rassistischen englischen Ausdruck “kike” für Jude) ausgedrückt zu haben.

Der CEO entgegnete daraufhin, er sei “mit Sicherheit kein Jude” und stünde “keinesfalls unter irgendjemandes Einfluss”. Als ein weiterer “Gab”-Nutzer beisteuerte, es beruhige ihn zu wissen, dass die Seite nicht unter der Fittiche von jemandem stünde, “der vor den Globalisten (Ein Ausdruck, der als antisemitischer Kampfbegriff dient, Anm. Red.) buckelt,” gab Monster zur Antwort: “Ja, absolut.”

Einem anderen “Gab”-Nutzer, der hinterfragte, warum der Aufsichtsrat von Epik zwei jüdische Mitglieder habe, versicherte Monster, dass “es in der Zukunft nützlich sein könnte, jüdische Aufsichtsratsmitglieder zu haben”. Denn, so schrieb Monster: “Dadurch lassen sich bestimmte Entwicklungen besser in Schach halten.”

Tal Moore, einer der beiden jüdischen Aufsichtsratsmitglieder von Epik, trat am Anfang dieses Monats von seinem Posten zurück. Als Grund dafür nannte er der HuffPost die Verflechtungen seiner Firma mit “Gab”. Braden Pollock, der zweite Betroffene, der mit der renommierten Bürgerrechtsanwältin Lisa Bloom verheiratet ist, antwortete nicht auf unsere Bitte um eine Stellungnahme.

Rob Monster, der Verschwörungstheoretiker

Monsters Aufgreifen des Grundtenors von “Gab” geht weit über eine schlichte Anbiederung an Rassisten und Antisemiten hinaus. Genau wie viele andere Nutzer des sozialen Netzwerkes scheint auch Monster hoch anfällig für Verschwörungstheorien und Falschinformationen zu sein.

“Ist irgendjemandem sonst noch aufgefallen, dass es sich bei der Geschichte um den verschwundenen Missionaren um psychologische Kriegsführung handeln könnte?,” schrieb Monster vergangenen Monat. Dazu postete er einen Link zu einem CNN-Artikel über einen amerikanischen Missionaren, der versucht hatte, die Einwohner der tropischen North-Sentinel-Insel im Golf von Bengalen zum Christentum zu konvertieren – und dabei von den Einwohnern getötet wurde.

“Welche bessere Möglichkeit gäbe es denn, Christen davon abzuhalten, ihre Große Mission zu erfüllen, als sie alle davon überzeugen, dass ihr Herrgott sie auf ihren Wegen nicht begleitet?”, schrieb er. 

Zu Beginn dieses Monats verbreitete Monster die Theorie, es handle sich bei einem von Hakenkreuzen überzogenen “Gab”-Nutzerkonto in Wahrheit um ein “Fake-Profil eines Liberalen”.

Es sei von einem Mitglied der Psychologie-Fakultät der State University of New York in Geneseo eingerichtet worden. Er behauptete, die auf dem Profil angegebene Telefonnummer stimme mit einer anderen Telefonnummer überein, die er auf einer veraltet aussehenden Website eines Akademikers gefunden habe.

Der beschuldigte Professor unterrichtet allerdings seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr an der State University of New York. Die von Monster zitierte Webseite stamme zudem aus dem Jahre 1997, erklärte Monique Patenaude, die Pressesekretärin der Universität, der HuffPost.

Die von Monster angegebene Telefonnummer ist heute außer Betrieb, und die Ortsvorwahl der Nummer wird in Geneseo schon seit vielen Jahren nicht mehr ausgegeben. Stattdessen sei sie 2001 von der Stadt Buffalo übernommen worden, sagte Patenaude.

Die HuffPost ließ Monster diese Informationen zwar zukommen, dieser verweigerte aber eine Stellungnahme.

Rob Monster, der Vermittler

Jedem, der sich bei ihm über “Gab” beschwert, entgegnet Monster für gewöhnlich, dass er nicht der Administrator der Seite sei und deshalb für diese keine Verantwortung trage.

Beschwerden leitet er meist an Torba weiter, der dafür bekannt ist, missbräuchliches Verhalten auf seiner Plattform einfach zu ignorieren. Doch vor kurzem ereignete sich ein Vorfall, bei dem Monster versuchte, sich als Vermittler zwischen einigen der berüchtigsten Neonazis des Netzwerkes und ihren Kritikern zu betätigen. Es sagt viel über Monster aus, dass er sich dabei auf die Seite der Nazis schlug.

Mehrere Tage nach der Wiedereröffnung von “Gab” tweetete die Journalistin Hillary Sargent, dass Chris Cantwell, ein bekennender Neonazi, die Plattform dazu nutze, ein Computerspiel namens “Angry Goy 2” zu bewerben.

Cantwell habe versprochen, das Spiel würde es Nutzern gestatten, “(...) Transen, Schwuchteln, N****, Juden und Schlappschwänze abzuschlachten, bis ihnen das Hören und Sehen vergeht.”

Kurz darauf erklärte der Neonazi die Journalistin Sargent zu seinem nächsten Ziel. “Irgendjemand sollte ein Videospiel entwickeln, bei dem die Spieler Reporterinnen der ‘New York Times’ vergewaltigen und würgen können, während sie ihnen außerdem noch antisemitische Beleidigungen ins Gesicht schreien,” schrieb er auf “Gab”.

Sargent, die zwar für die “New York Times” geschrieben hat, dort aber nicht fest angestellt ist, meldete Cantwells Post bei den Betreibern der Seite und veröffentlichte einen Screenshot des Gesprächs auf Twitter.

Monster reagierte darauf, indem er Sargents Aussage öffentlich anzweifelte:

“Wenn ich die @nytimes wäre, dann würde ich dich auch nicht noch einmal anheuern”, tweetete Monster. “Deine journalistischen Standards würden doch nicht einmal dem billigsten Käseblatt genügen. Du treibst ein gefährliches Spiel mit dem Ruf von echten Menschen, wahrscheinlich, weil du selbst nichts mehr zu verlieren hast. Traurig!”

Angespornt durch Monsters Antwort schlug Cantwell daraufhin eine dritte Version von “Angry Goy” vor, bei der Sargent als Spielfigur dienen solle, die “von transsexuellen Migranten mit einer ansteckenden Krankheit infiziert wurde. Spieler könnten unendlich viele Leben dazubekommen, wenn sie es schaffen, sie zu erschießen.”

Beide Posts des Neonazis blieben für mehrere Tage auf der Plattform stehen. Als Monster dann endlich klein beigab und Cantwell bat, die Beiträge zu entfernen, gab er dafür nicht etwa moralische Gründe an, sondern behauptete, die Posts hätten ihm seine Öffentlichkeitsarbeit erschwert. “Die Sache macht mir Probleme, die ich gerade wirklich nicht gebrauchen kann,” schrieb er Cantwell in einer Privatnachricht auf “Gab”. Cantwell kam der Bitte nach. 

Später gab Monster in einem privaten Chat mit Sargent dann damit an, Cantwell zur Umkehr verleitet zu haben. Der Neonazi habe “eine Art Damaskuserlebnis gehabt”, erklärte er in einer Nachricht an die Journalistin.

Cantwell bestreitet, dass das Gespräch zwischen ihm und Monster so abgelaufen sei, wie der CEO es gegenüber Sargent beschrieb. Der HuffPost gegenüber erklärte er, er habe kein Problem damit, ab und an einmal einen Post von “Gab” zu löschen, wenn Monster damit das Leben einfacher gemacht werden könne. Den CEO wähnt Cantwell generell auf seiner eigenen Seite.

“Ein religiöses Erleuchtungserlebnis habe ich aber nicht gehabt”, sagt Cantwell. “Es ist nicht so, als hätte Rob mich angerufen und ich hätte danach so eine Art Jesus-liebt-dich-Moment erlebt.”

Der Neonazi und der Tech-CEO verteidigen sich auch weiterhin gegenseitig. Cantwell stand auf “Gab” mehrfach für den CEO ein. Auch, als die Nutzer Monster für einen jüdischen Infiltrator hielten.

Screenshot

Und Monster beschrieb Cantwell als “rationalen Menschen” und als jemanden, “den ich eigentlich ganz gern mag, trotz seiner vielen Vulgäreskapaden”,

Journalistin Sargent ließ Monster auch nach dieser Episode weiter Beweismaterial zukommen, das belegt, dass Rechtsnationalisten “Gab” als Organisationsplattform nutzen.

Der CEO behauptet, die Journalistin inzwischen blockiert zu haben. Patrick Little, einen der wenigen Rassisten, die für ihr Verhalten von “Gab” verbannt wurden, bat Monster jedoch um eine persönliche Kontaktaufnahme.

“Rob Monster macht es Rassisten und Nazis ohne jedwede Frage sehr viel leichter, ihre Hassbotschaften im Internet zu verbreiten”, erklärt Sargent auf Nachfrage der HuffPost. “Und darauf hat er natürlich auch ein gutes Recht. Er sollte dann aber auch zu seinen Handlungen stehen.” 

Seitenwahl

Es ist unmöglich, genau zu bestimmen, wie viele seiner Aussagen Monster tatsächlich ernst meint. Seine Spielereien auf “Gab” haben ihm durchaus einige neue Geschäftsmöglichkeiten eingebracht.

Seitdem Monster auf “Gab” aktiv geworden ist, nutzen auch Radio Aryan, eine Webseite für Neonazis, und “incels.is”, ein Forum für Frauenfeinde, die Frauen dafür beschuldigen, ihnen Geschlechtsverkehr vorzuenthalten, die Dienstleistungen von Epik.

“Einer der Gründer dieser Community ist ein äußerst wohlgesitteter Afroamerikaner”, tweetete Epik im letzten Monat über “incels.is”.

Mehr zum Thema: Incels: Wie Männer aus Selbsthass zu Frauenfeinden werden

Doch sogar die Rassisten, deren liebstes soziales Netzwerk Monster mit Hilfe seiner Firma über Wasser hält, nehmen ihm nicht jede seiner Aussagen ab. 

Vergangenen Monat teilte der CEO ein Bild auf Twitter, auf dem stand, 99 Prozent der Nazis auf “Gab” seien in Wahrheit Linksliberale, die “wild entschlossen [seien], den Feinden der Freiheit einen Vorwand zu liefern.”.

Cantwell, einer der angesprochenen Neonazis, korrigierte Monster umgehend.

“Wir sind keine Linksliberalen, genauso wenig wie die Leute, die versuchen uns zu zensieren. Die Leute, die versuchen, ‘Gab’ vom Netz zu nehmen, sind (((kommunisten))), und die Nazis sind die einzigen, die sich ihnen in den Weg stellen”, postete Cantwell.

Die dreifachen Klammern sind ein Codezeichen dafür, dass Cantwell auf Menschen jüdischen Glaubens verweisen will. “Letzten Endes”, schreibt der Neonazi, “werden wir uns alle für eine Seite entscheiden müssen.”

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost US und wurde von Lukas Wahden übersetzt.

(ll/lp)