LIFE
18/01/2019 14:07 CET

Wie du dich in der U-Bahn verhältst, verrät sehr viel über dich

Große Vorsicht vor den sogenannten "Schildkröten".

ullstein bild via Getty Images
In der U-Bahn fahren täglich Menschen unterschiedlicher Charaktere. (Symbolbild) 
  • In den öffentlichen Verkehrsmitteln wie der U-Bahn zeigen sich häufig Stereotype.
  • Die nervigsten davon haben wir für euch aufgelistet.

Viele Menschen, gerade in Ballungsgebieten, sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Selbst die Berufspendler, die mit dem Auto zur Arbeit kommen könnten, wählen immer häufiger den Weg zur nächsten Bahn.

Durchschnittlich wurden im Jahr 2017 31,5 Millionen Fahrgäste pro Tag im deutschen Linienverkehr befördert — so viele wie noch nie. Das geht aus einer Statistik des Statischen Bundesamtes Wiesbaden hervor. An Beliebtheit gewannen demnach S-Bahnen (+2,4 Prozent) und U-Bahnen (+1,8 Prozent) – gut zu erkennen an den überfüllten Bahnabteilen.

Einen Platz in der S- oder U-Bahn zu ergattern gleicht einem Kampf im Winter-Sale. Weil in Deutschlands S- und U-Bahnen der Begriff “Brennpunkt Leben” eine völlig neue Bedeutung bekommt, möchten wir euch hier die wichtigsten (und nervigsten) Stereotypen des Untergrunds vorzustellen.

Die Gossip-Girls

Vergesst “Vera am Mittag“ und “Britt”, die heutigen Talkshows spielen sich in den Bahnen Deutschlands ab – mit uns als Zuschauern. In der Hauptrolle die unterhaltsame, aber doch skurrile Spezies der sogenannten Gossip Girls.

Schon kurz nach dem Betreten der Bahn wird das Mobiltelefon ans Ohr gedrückt – die Erzählstunde kann beginnen.

In Talkshow-Manier wird dann der Person am anderen Ende des Hörers jedes noch so pikante Detail des Lebens geschildert, ganz nach dem Motto “In der U-Bahn hört eh keiner mit”.

Von peinlichen Liebesnächten, über missglückte Blowjobs bis hin zum künstlichen Darmausgang der Großmutter wird alles lauthals diskutiert. Selbst Leute, die zwanghaft versuchen, dem Gespräch nicht zu lauschen, geben doch irgendwann nach.

So manche Traumas dürften in den Bahnen bereits entstanden sein.

Die Gossip Girls sind kommunikative Menschen, die nur selten ein Geheimnis für sich behalten können.

Der Mitleser

Der sogenannte Mitleser ist der wohl verbreiteste Stereotyp. Wenn die Menschen früher noch die Schlagzeilen der “Bild”-Zeitung oder der “Süddeutschen” mitgelesen haben, sind es jetzt die blinkenden und bunten Displays anderer Smartphones.

Manche versuchen zumindest noch so zu tun, als hätten sie nicht gerade mitbekommen, was du heute Nacht noch mit deinem Tinder-Flirt planst.

Andere entdecken hier gar ihr akrobatisches Talent, um die noch so kleine Nachricht des Gegenübers entziffern zu können. Bereit fürs “Supertalent”?

Der Mitleser möchte seinem Alltag kurz entfliehen, beobachten, wie andere Menschen in seinem Umfeld leben. Es ist deshalb der verbreiteste Stereotyp, weil jeder Mensch so tickt. Schließlich ist Neugier eine unserer Grundlagen für soziale Interaktion.

Die Schildkröte

Der meist viel zu große Rückenpanzer aus Nylon oder Baumwoll-Canvas mit multifunktionalen Staumöglichkeiten – auch Rucksack genannt – wird nur selten in der Öffentlichkeit abgenommen. Als natürliches Umfeld betrachtet das schwer bepackte Individuum enge Waggons und Durchgänge.

Die Schildkröte ist meist in seinen eigenen Gedanken vertieft und schenkt seinem Umfeld selten Aufmerksamkeit. So kann es für Mitreisende bei eigener Unachtsamkeit zu Blessuren an deinem Kopf oder den Magenregionen kommen.

Besonders gefährlich: Mehrere Schildkröten, die aufeinander treffen. Es kann passieren, dass sie um ihr Revier kämpfen und versuchen, dich von allen Seiten einzuquetschen.

Die Schildkröte gehört zu den Menschen, die materialistisch sind und denen ihr Hab und Gut extrem wichtig sind.

Der Drängler

Kommen wir nun zum wohl nervigsten Exemplar der Stereotypen – diejenigen, die es immer eilig haben. Sie kauern bereits vor der Tür, obwohl die nächste Haltestelle noch nicht mal aufgerufen wurde.

Schneller wie “Forrest Gump” stürzen sie an den Rolltreppen nach oben, nur um ganz schnell wieder weg zu sein.

Auf keinen Fall eine Bahn verpassen ist ihre Devise: So kann es auch mal vorkommen, dass die Drängler auf James-Bond-Manier in die U-Bahn fallen – und wenn nötig – auch die Omi mit Gehstock mitzureißen.

Die Drängler gehören zu den gestressten Menschen. Sei es im Privaten oder auf der Arbeit: Sie wollen keine Zeit für öffentliche Verkehrsmittel vertrödeln und sind deshalb stets hurtig unterwegs. Auf den Gedanken, einfach mal den Stress abzubauen und sich Zeit zu nehmen, kommen die Drängler nicht.

(jr)