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09/06/2018 17:34 CEST | Aktualisiert 09/06/2018 17:34 CEST

Wie du im Laden nicht zum Tourist wirst - mit Köpfchen durch den Label-Dschungel

Du stehst im Supermarkt, dir Die Auswahl an Lebensmitteln ist riesig und du weißt nicht, wo du zugreifen sollst. Die Apfelsinen schreien leuchtend orange: Hier! Die Tomaten zwinkern dir mit funkelroten Augen zu. Die Brote erst, sie kokettieren mit ihren goldbraunen Krusten und ihr Duft steigt dir in die Nase. Zu der Unmenge an Obst, Gemüse und sonstiger Nahrung kommen auch noch die verschiedenen Labels und Siegel. Sie sind überall und scheinen wie eine große Welle auf dich zuzukommen. Gleich erfasst sie dich und spült dich mit einem höhnischen Lachen fort.

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Welche Gruppen von Siegel gibt es und was sagen sie aus?

Die staatlichen Siegel gewährleisten die Einhaltung gültiger Gesetze und sind somit geschützt. Bei diesen Labels kannst du dir also sicher sein, dass die Anforderungen, die dahinter stehen, auch erfüllt werden.

Labels wie zum Beispiel Fairtrade oder das DLG-Siegel sind Kennzeichnungen von sogenannten Interessensgemeinschaften. Bei manchen findest du eine genaue Beschreibung, wann ein Produkt das Siegel tragen darf. Andere Zeichen sind wiederum nur schwammig beschrieben und dienen nicht wirklich, ein gutes Lebensmittel zu erkennen.

Dann gibt es da noch die speziellen Markierungen von Unternehmen. Doch auch hier ist nicht grundsätzlich klar, welche Anforderungen hinter dem Siegel stehen.

Beginnen wir mit dem Biosiegel. Zwölf weiße Sterne formen sich auf grünem Grund zu einem Blatt. Dieses Label kennzeichnet Lebensmittel in der gesamten EU. Diese dürfen das Siegel nur dann tragen, wenn sie zu mindestens 95 % frei von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sind. Gentechnik darf hier ebenso nicht zum Einsatz kommen. Auch die artgerechte Haltung von Tieren und deren höchstzulässige Anzahl pro Hektar sind geregelt. Hinzu kommt der Verbot von Antibiotika, es sei denn, das Tier ist krank. Dieses Siegel gibt dir einen guten Leitfaden an die Hand, dass das Produkt klaren Richtlinien entspricht.

Daneben gibt es in Deutschland ein weiteres, vielverbreitetes Zeichen, das auf Bioqualität hinweisen soll. Der Schriftzug Bio nach EG-Öko-Verordnung auf sechseckigem Grund ist jedoch inzwischen veraltet und wird seit 2010 vom oben beschriebenen EU-Siegel abgelöst.

Ein Quadrat, darauf ein angedeutetes Yin-Yang-Zeichen auf schwarzem Grund und darunter „FAIRTRADE“: Dieses Label findest du vor allem auf Nahrungsmitteln wie Kaffee, Schokolade oder Bananen. Es steht für fairen Handel, gerechte Bezahlung der Bauern (Kostendeckung trotz Weltmarktschwankungen) und verbietet Kinderarbeit. Pestizide und gentechnisch verändertes Saatgut dürfen nicht zum Einsatz kommen. Das Siegel erfüllt zwar nicht die Standards von Bio-Produkten, zahlt jedoch einen Aufschlag, der einen solchen Anbau ermöglicht. Nur dann, wenn ein Lebensmittel zu 100% aus Fairtrade-Rohstoffen besteht, darf es das Label Max Havelaar tragen.

Im vegetarischen und veganen Bereich sind die Siegel-Auswüchse noch undurchsichtiger. Das einzige, international geschützte Zeichen ist das V-Label. Ein grüner Pflanzentrieb in einem gelben Kreis mit der rundum laufenden Schrift: du hast dieses Siegel sicher schon häufiger auf Produkten aus dem Super- oder Bio-Markt gesehen. Darunter wird gekennzeichnet, ob es sich um ein vegetarisches oder veganes Lebensmittel handelt. Letzteres beinhaltet garantiert keine tierischen Bestandteile und darf auch nicht durch Tierversuche erzeugt werden. Bei Produkten, die das V-Label tragen, kommt keine Gentechnik zum Einsatz. Mit diesem Siegel bist du als Vegetarier oder Veganer also auf der sicheren Seite.

Fair For Life: Das orange Quadrat mit dem weißen Schriftzug hat seinen Ursprung in der Schweizer Bio-Stiftung. Es steht für faire Handelsbedingungen sowie für sozialen und umweltfreundlichen Anbau. Das Label findest du auf Obst, Gemüse und Gewürzen genauso wie auch Kaffee, Tee und weiteren Getränken. Es wird ebenso für Milchprodukte und Fleischerzeugnisse verwendet. Nicht zuletzt dürfen auch Kosmetika das Siegel tragen, wenn sie, wie die Lebensmittel auch, den Anforderungen während des gesamten Entstehungsprozesses entsprechen.

MSC-Siegel: MSC bedeutet Marine Stewardship Council. Tragen Fischprodukte und Meeresfrüchteerzeugnisse dieses Label, ist garantiert, dass der Fischfang umweltgerecht erfolgt und das Gleichgewicht der Artenvielfalt erhalten bleibt. Vor allem soll damit eine Überfischung der Meere verhindert werden. Es handelt sich hierbei um ein internationales Siegel, das sowohl in Europa als auch den übrigen Kontinenten (ausgenommen Südamerika) gilt.

UTZ Certified: Die dunkelrote Fahne mit der Aufschrift UTZ Certified findest du auf Tee, Kaffee und Kakao. Da diese Lebensmittel häufig aus Entwicklungsländern stammen, soll mit der Zertifizierung erreicht werden, dass die Bauern durch hochwertig erzeugte Produkte ihren Lebensstandard selbst absichern können. Die Kriterien zur Vergabe des Labels unterliegen sowohl ökologischen, als auch sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten. Es geht also um nachhaltigen Anbau, der sowohl den Erzeugern als auch den Konsumenten von großem Nutzen ist. Das Siegel gilt in der Schweiz sowie in Dänemark und den Niederlanden, aber auch in Südamerika und Asien.

WWF: Den Panda mit dem WWF-Schriftzug hast du mit Sicherheit schon einmal gesehen. In erster Linie geht es bei der weltweit agierenden Naturschutzorganisation um den Schutz der Pflanzen und Tierwelt überhaupt geht, also um Artenschutz. Da hierunter jedoch auch nachhaltige Fischerei fällt, wird das Label auch im Lebensmittelbereich eingesetzt und ist dadurch bekannt.

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Die Schweiz vergibt, ebenso wie die anderen deutschsprachigen Länder, mehrere nationale Label.

Das Siegel „Suisse Garantie“ hält das, was es bereits im Namen verspricht. Entdeckst du die Schweizer Flagge mit dem Schriftzug darunter, bekommst du für dieses Lebensmittel gleich eine achtfache Garantie. Zugesichert werden dir die regionale Herkunft und Vielfalt, Frische, Nachhaltigkeit, natürliche und artgerechte Tierhaltung, die Einhaltung strenger Produktionsrichtlinien sowie einheimisches Handwerk. Jedes Produkt mit diesem Label ist also ein Versprechen bester Schweizer Qualität.

Bei der „Bio-Knospe“ geht es um das Gleichgewicht von Natur, Tier und Mensch. Das Siegel wird jenen Schweizer Betrieben in Landwirtschaft und Gartenbau verliehen, die nach den Bio Suisse Richtlinien erzeugen und produzieren. Knospe steht ein für faire Handelsbeziehungen, den Schutz der Ressourcen (Boden, Klima, Wasser, Luft) und das Wohl der Tiere durch deren artgerechte Haltung.

Auf Gentechnik wird genauso verzichtet wie auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger. Auch Aromen und Farbstoffe kommen in Knospe-Produkten nicht vor. Artenvielfalt und Bio-Qualität in der gesamten Produktionskette runden das Wertekonzept des Siegels ab.

Fazit:

Wir haben dir aus dem unüberschaubaren Labelsdschungel nur wenige Siegel vorgestellt. Natürlich gibt es noch Dutzende weiterer Zeichen. Mit diesen Basics bist du aber schon gut gerüstet für deinen nächsten Einkauf.

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