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30/07/2018 20:05 CEST | Aktualisiert 30/07/2018 20:06 CEST

RTL enthüllt, wie Modekette Zara ihre Mitarbeiter in Deutschland gängelt

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dpa
Eine Frau geht an einer Filiale der Modekette Zara in Madrid vorbei.

► Schwere Vorwürfe an die Modekette Zara: Recherchen von RTL-“Explosiv” sollen Hinweise auf zahlreiche Missstände in deutschen Filialen gefunden haben.

► Darunter: Versteckte Kameras um Mitarbeiter zu überwachen, unmögliche Arbeitszeiten für Mütter, Aufhebungsverträge für Mitarbeiter mit vielen Fehltagen sowie Abmahnungen wegen geringfügiger Verspätungen.

Auf Nachfrage von RTL weist Zara die Vorwürfe von sich. Die Verwendung der Kameras habe laut einer Konzernsprecherin “in Zusammenhang mit einer Investigation der Kriminalpolizei stattgefunden.

Das wird dem Unternehmen vorgeworfen:

In einer Aachener Filiale soll Zara laut RTL-Recherchen offenbar systematisch seine Mitarbeiter überwacht haben.

Demnach soll das Unternehmen im Jahr 2015 versteckte Knopfloch-Kameras und Speichermedien bestellt und vorübergehend in Bereichen der Filiale installiert haben, die nur Mitarbeitern zugänglich seien.

Pikant: Die Aufnahmen der versteckten Kameras sollen 2016 in einem Kündigungsverfahren gegen eigene Mitarbeiter als Beweise angeführt worden sein. 

Wie systematisch Mitarbeiter herausgedrängt worden sein sollen:

Eine ehemalige Filialleiterin spricht von einem bundesweiten System, indem allen Filialleitern aus der Hamburger Zentrale heraus dieselben Vorgaben gemacht worden sein sollen:

► Im Zeitraum von 2017 bis Sommer 2018 soll es etwa die Anweisung gegeben haben, Fehltage zu dokumentieren und in der Folge gezielt Mitarbeiter mit vielen Fehltagen aus dem Unternehmen zu drängen, meist durch Aufhebungsverträge.

►  Außerdem soll es intern die Vorgabe gegeben haben, die Anzahl der Mütter im Betrieb deutlich zu reduzieren. Diese Vorgabe sei durch die Filialleiter dadurch umgesetzt worden, indem sie ihren Mitarbeiterinnen unmögliche Arbeitszeiten zugemutet haben sollen.