POLITIK
13/12/2018 13:21 CET | Aktualisiert 13/12/2018 15:07 CET

WG-Zimmer in Berlin: Mann stellt absurde Forderungen an neuen Mitbewohner

“Nur Heteros. Bitte!”

AndreasWeber via Getty Images
Das WG-Zimmer wird im Stadtteil Berlin-Wedding angeboten.
  • Ein Berliner sucht im Stadtteil Wedding nach einem Mitbewohner.
  • Die Suche dürfte schwierig werden – denn die Ansprüche an den neuen Wohnungsgenossen sind außergewöhnlich umfassend. 

Jährlich wächst Berlin um mehr als 40.000 Menschen. Gerade preiswerte WG-Zimmer in der einstmals vor preisgünstigen Wohnungen strotzenden Hauptstadt werden immer gefragter.

Das Angebot von Ali auf der bekannten Zimmervermittlungsseite “WG-gesucht.de” klingt da ganz fair – zumindest auf den ersten Blick: 400 Euro Warmmiete kostet das 20 Quadratmeter große und vollständig möblierte Zimmer im zentralen Berliner Stadtteil Wedding.  

Was dann allerdings in der Annonce folgt, ist die wohl längste wie auch ungewöhnlichste Anforderungsliste, die sich ein Wohnungssuchender nur vorstellen kann. 

“Ich suche jemandem, den ich nicht kontrollieren muss!” 

Es beginnt noch relativ harmlos: Die künftige Mitbewohnerin oder der künftige Mitbewohner sollte zwischen 30 und 50 Jahren sein. “Dies ist keine Party/Drogen-WG, sondern eine Erwachsenen-WG”, schreibt Ali.

Er suche einen Mitbewohner, der nach dem Tag auf der Arbeit oder an der Uni die Ruhe zu Hause genießen wolle und diese zu schätzen wisse.

Ali betont:

“Ich suche nicht irgendjemanden (...) den ich kontrollieren muss, im Gegenteil! Ich suche jemanden, den ich nicht kontrollieren muss!” 

Was folgt ist eine lange Liste an “Voraussetzungen”: So soll der künftige Wohnungsgenosse weder Techno, Trance noch Elektro-Musik hören, ausgeschlossen sind auch “Alkohol- und Drogen-Freaks” sowie “LÜGEN!!!”, wie Ali klarmacht.

Er sei Raucher, das sollte natürlich auch nicht stören. Zudem möchte er weder Rassisten noch politische oder religiöse Fanatiker. 

“Nur Heteros. Bitte!”

Ali zählt weiter auf: 

► “Keine religiösen Personen, die regelmäßig beten oder ihren Glauben ausüben müssen, wollen”.
► “Keine depressiven, traumatisierten Menschen, die Antidepressiva nehmen oder aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden sind”.
► “Auch keine Kampfsportler, Boxer, Hiphopper und so weiter ...”

Die Wunschliste schließt ab mit: “Nur Heteros. Bitte!”

Wer das alles bisher erfüllt, sollte sich allerdings klar machen, dass die eigenen Freunde nur zu Besuch kommen dürfen, wenn sie Ali “sympathisch” sind – aber auch dann bitte “nicht regelmäßig”. 

Die Anzeige endet mit einem Smiley. Und den Worten: “Danke und Viel Glück!”

(jg)