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03/08/2018 12:05 CEST | Aktualisiert 03/08/2018 12:05 CEST

Wenn's das Schicksal besser weiss....

Heute geht’s mal nicht um meine Kinder, sondern um meine gute Freundin Claudia, 43 Jahre alt und Österreicherin, deren Geschichte allen Zweiflern göttlicher Einflussnahme unbedingt erzählt werden muss. Und so ist es auch keine Satire sondern die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

Claudia hatte sich Anfang 20 verliebt, was erfreulicherweise auf Gegenseitigkeit beruhte und das junge Glück, sich ihrer Sache sicher, beschloss nach einiger Zeit den Bund der Ehe einzugehen. Soweit so gut! Es wurde eine gemeinsame Wohnung bezogen und der Termin für die Eheschliessung festgelegt. 2 Wochen vor dem „schönsten Tag des Lebens“, grätschte allerdings das Schicksal in Form einer Firmen-Weihnachtsfeier dazwischen, bei der sich Claudia und ihr Kollege Gerd näher kamen. Die beiden kamen sich sogar sehr nahe oder um es auf den Punkt zu bringen, es kam zur Verschmelzung beider Körper und auch die Herzen der beiden blieben nicht ganz unberührt. Doch versprochen ist versprochen und Claudia gelobte zwei Wochen später vor dem Altar ihren Paul zu lieben und zu ehren bis das der Tod sie scheiden würde.

Dieser ereilte erfreulicherweise keinen von beiden aber nach gerade mal 12 Monaten gelangten beide zur Einsicht, dass sie so lange dann doch nicht abwarten wollten und reichten die Scheidung ein. Auch das ist heutzutage nicht weiter ungewöhnlich. Traurig war nur, dass auch die Geburt einer bezaubernden kleinen Tochter nur 3 Monate zuvor, die Ehe nicht retten konnte. Die junge Mutter, meine Freundin Claudia, zog also mit Kind, Katze und Kommode in eine neue Wohnung und das Schicksal nahm erneut einen Anlauf. Es brachte Gerd wieder ins Spiel und Claudia und Gerd kamen sich bald wieder so nahe wie ein Jahr zuvor. Doch diesmal, und herzensmässig frei und ungebunden, entwickelte sich eine wundervolle Liebesgeschichte zwischen den beiden, die tiefer und inniglicher war, als Claudia es je zuvor in ihrem Leben erlebt hatte. Es war Liebe, die grosse Liebe und Gerd kümmerte sich nicht nur rührend um Claudia, sondern auch um die kleine Sarah, als wär’s sein Fleisch und Blut. Sie waren sehr glücklich miteinander und überzeugt auch den Wiederständen von Seiten Gerds erzkonservativen Eltern trotzen zu können. Es kam der Tag, an dem Gerd beschloss es sei endgültig an der Zeit, Claudia und Sarah seinen Eltern vorzustellen. Ein Kuchen wurde gebacken, die kleine Sarah - inzwischen 2 Jahre alt- mit Zöpfchen und Schleiferln allerherzigst herausgeputzt und beim Nachmittagskaffee und ersten Zusammentreffen der fünf, schlug das Schicksals ein drittes Mal zu.

Gerd’s Mutter hatte das Kind von der ersten Sekunde an nicht aus den Augen gelassen und beobachtete jede seiner Bewegungen und Gesten. Nach nicht einmal 2 Stunden stand sie plötzlich auf und erklärte laut und deutlich, dass sie zwar wisse, dass Gerd und Claudia erst seit einem Jahr ein Paar seien aber sie sich nie in ihrem Leben so sicher gewesen wäre wie jetzt, dass nämlich die kleine Sarah Gerd’s Tochter sei.

Tja, liebe Leser/innen wer zweifelt schon an Einsichten einer alten weisen Dame? Um dennoch ganz sicher zu gehen, wurde ein Gentest gemacht und siehe da: Gerd ist tatsächlich der Vater der kleinen Sarah, was ohne den Adlerblick der Grossmutter vielleicht niemals heraus gekommen wäre.

Claudia und Gerd sind übrigens immer noch verheiratet und immer noch sehr, sehr glücklich und die kleine Sarah hat gerade ihr Abitur gemacht. :-)